Löffelhersteller Lift Labs: Google investiert in die Parkinsonforschung

Löffelhersteller Lift Labs: Google investiert in die Parkinsonforschung

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Der Löffel von Lift Labs kann Menschen mit zitternden Händen das Essen erleichtern.

Google erweitert seine Forschungsabteilung: Mit dem Löffelhersteller Lift Labs kauft das Unternehmen sich Fachwissen im Bereich Parkinson ein - eine Herzensangelegenheit von Google-Mitgründer Sergey Brin.

Für Parkinsonkranke stellen die Mahlzeiten oft ein sehr großes Problem dar. Je nach Fortschritt der Krankheit sind sie nur noch bedingt dazu in der Lage, selbstständig zu essen. Google hat jetzt das Start-Up Lift Labs aufgekauft, das es sich zum Ziel gesetzt hat, Menschen mit zitternden Händen das Essen zu erleichtern.

Das Essbesteck nennt sich Liftware. Das wichtigste Element ist im großen Griff versteckt: Eine Platine mit Bewegungssensoren und einem Motor, der die Handbewegungen des Nutzers ausgleichen kann. Dabei ist es egal, wie stark das Zittern der Hand ist.

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Das Besteck wurde in Zusammenarbeit mit dem National Institute of Health entwickelt und kann bis zu 70 Prozent des Zitterns ausgleichen. Die Funktion des Löffels wird in diesem Video recht eindrucksvoll vorgeführt:

Lift Labs wird nun Teil von Googles Life Sciences-Abteilung, die zum Entwicklungsbereich Google X gehört. Dort forscht Google an Zukunftstechnologien. Neben dem Team von Lift Labs kauft sich Google einiges an Wissen ein.

Parkinson ist eine Herzensangelegenheit für Brin

In der offiziellen Meldung zur Übernahme stellen sie heraus, dass das Knowhow von Lift Labs genauer untersucht werden soll, um ein besseres Verständnis für die Behandlung von neurodegenerativen Krankheiten wie Parkinson zu erhalten.

Parkinson

  • Die Krankheit

    Die Krankheit wurde nach dem englischen Arzt James Parkinson benannt, der im Jahr 1817 eine Abhandlung über die Krankheit verfasst hat. Er wies bereits früh auf das langsame Fortschreiten der Krankheit hin.

  • Anzahl der Betroffenen in Deutschland

    Hierzulande wird von einer Anzahl von 300.000-400.000 erkrankten Menschen ausgegangen.

  • Ursachen von Parkinson

    Oft fehlt es Betroffenen an dem Botenstoff  Dopamin, der durch einen Abbau von Nervenzellen bedingt ist. Dopamin steuert die Bewegungsvorgänge im Körper. Als weitere Ursachen werden eine verstärkte Belastung mit Umweltgiften sowie eine Schädigung von Zellen durch freie Radikale angesehen. Selten ist Parkinson erblich bedingt.

  • Symptome von Parkinson

    Neben Zittern sind eine Bewegungsverlangsamung, Steifheit der Muskeln sowie Störungen der Stell- und Haltereflexe des Körpers klassische Symptome einer Parkinson-Erkrankung.

  • Behandlungsmöglichkeiten

    Parkinson ist behandelbar, aber nicht heilbar. Oft besteht die Therapie aus verschiedenen Medikamenten, die Muskelspannungen lösen und den Dopaminhaushalt des Körpers ausgleichen. Unterstützend wird mit Ergotherapie und Physiotherapie gearbeitet.

  • Erkrankungsalter

    Die Erkrankung beginnt meist zwischen dem 50. und 79. Lebensjahr. Selten beginnt die Erkrankung bereits vor dem 40. Lebensjahr.

Für Google ist diese Forschung nicht nur ein potentielles Nebengeschäft, sondern auch so etwas wie eine Herzensangelegenheit. In einem Interview offenbarte Google-Mitbegründer Sergey Brin, dass er auf Grund einer Genmutation eine Veranlagung für Parkinson in sich trägt - seine Mutter ist bereits an Parkinson erkrankt. Genetische Untersuchungen zeigten, dass auch bei Brin die Chance hoch ist, an Parkinson zu erkranken.

Bereits seit mehreren Jahren forscht Google auf dem Gebiet der Biotechnologie und der Neurowissenschaften. Vor einigen Wochen wurde bekannt, dass der Konzern zusammen mit Zeiss an der Entwicklung von intelligenten Kontaktlinsen arbeitet, die dazu in der Lage sein sollen, den Blutzuckerspiegel eines Patienten zu messen.

Im vergangenen Jahr gründeten die Unternehmen eine Tochtergesellschaft namens Calico, in der rund um Alterserkrankungen und ähnliche gesundheitliche Herausforderungen geforscht wird. Im September gab Calico eine Zusammenarbeit mit dem Medikamentenhersteller AbbVie bekannt. Insgesamt 1,5 Milliarden Dollar soll Google in eine neue Forschungseinrichtung gesteckt haben.

AbbVie bietet hierzulande unter anderem das Medikament Humira an, das unter anderem zur Behandlung von Rheuma sowie chronisch entzündlichen Darmerkrankungen eingesetzt wird. Zudem forscht AbbVie in den Bereichen Alzheimer, Multiple Sklerose und Parkinson. Im Juli wurde außerdem das Projekt Baseline angekündigt, in dem die Funktionen des menschlichen Körpers genauer untersucht werden sollen. Ziel ist es, die Früherkennung von Krankheiten zu verbessern.

Lift Labs wird den selbstentwickelten Löffel übrigens weiter verkaufen. In Kürze sollen weitere Aufsätze erhältlich sein, unter anderem eine Gabel sowie ein Schlüsselhalter.

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