Luftverschmutzung: Ozon-Anstieg in China belastet Luft in den USA

Luftverschmutzung: Ozon-Anstieg in China belastet Luft in den USA

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Dichter Smog verhindert die Sicht auf Hochhäuser in Peking (China).

Obwohl in vielen Regionen der USA die Luft deutlich sauberer wurde, sank die Ozonbelastung kaum. Ursache sei der Zustrom von Luftschadstoffen aus China, erklären Forscher in einer neuen Studie.

Der Anstieg der Ozon-Konzentration in China bremst US-Erfolge im Kampf gegen Luftverschmutzung aus. In der erdnahen Schicht der Atmosphäre nahm sie zwischen 2005 und 2010 um etwa sieben Prozent zu, berichten Forscher aus den Niederlanden und der USA im Fachblatt „Nature Geoscience“. Dies gehe auf den Anstieg von Emissionen in dem asiatischen Land und den vermehrten Transport von Ozon aus höher liegenden Atmosphärenschichten zurück.

Das deutliche Plus beeinflusst demnach die Situation in anderen Regionen der Welt: Im Westen der USA etwa habe sich die Ozon-Belastung weit weniger verringert als aufgrund der Emissionsminderungen dort zu erwarten. Etwa 43 Prozent des erwarteten Rückgangs seien durch Ozon-Transporte aus China aufgehoben worden, berichten die Wissenschaftler. Ihre Studie zeige, wie wichtig globale Anstrengungen bei der Bekämpfung von regionaler Luftverschmutzung und des Klimawandels seien.

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Der Klimawandel in Zahlen

  • 70.000km²

    Um 70.000 km² – das entspricht etwa der Größe Bayerns – ist der Eispanzer der Arktis in diesem Sommer gegenüber 2007 geschrumpft. 2050 könnte das nördliche Polarmeer im Sommer eisfrei sein.

  • Fast verfünffacht

    Fast verfünffacht hat sich die Zahl der Wetterkatastrophen in Nordamerika seit 1980. In Asien legte sie um das Vierfache, in Europa um das Zweifache zu.

  • Ein Drittel

    Rund ein Drittelsaurer sind die Meere geworden. Folge: Korallen, Muscheln und Fische wachsen langsamer. Bis 2100 könnte die Versäuerung um 150 Prozent steigen.

  • 0,4°C

    0,4°C ist die Erde seit 1980 wärmer geworden. Bis 2100 könnte sich das Klima um rund vier Grad aufheizen.

  • 5cm

    Um 5 cm sind die Meeresspiegel seit 1990 im Mittel gestiegen. Bei einer globalen Erwärmung um zwei Grad werden die Pegel wahrscheinlich um 2,7 m höher sein.

  • 15 Prozent

    Um 15 Prozent sinkt die Reisproduktion bis 2050 in den Entwicklungsländern als Folge der globalen Erwärmung. Bei Weizen werden 13 Prozent weniger geerntet werden.

Eine Hauptquelle für Ozon sind Abgase aus Industrie und Verkehr. Unter Einfluss von UV-Strahlung werden Stickstoffoxide und Kohlenwasserstoff zu Ozon umgewandelt. In bodennahen Schichten beeinträchtigt das Ozon sowohl die menschliche Gesundheit als auch die Funktion von Ökosystemen. In der Troposphäre - der untersten Schicht der Atmosphäre - wirkt das Ozon als Treibhausgas. Ist es einmal gebildet, hat es eine Lebensdauer von mehreren Wochen und kann mit dem Wind auch über weite Strecken transportiert werden.

Willem Verstraeten von der Wageningen University in den Niederlanden und seine Mitarbeiter hatten Satellitenmessungen der Konzentration von Ozon und seinem Vorläufer Stickstoffdioxid in der Troposphäre ausgewertet. Mit Hilfe eines TM5 genannten chemischen Transport-Modells simulierten sie die Verteilung des Ozons über längere Strecken.

Sie fanden, dass die Ozon-Konzentration in der Troposphäre über China zwischen 2005 und 2010 um sieben Prozent gestiegen ist. Im gleichen Zeitraum nahm die Konzentration an Stickstoffoxiden 21 Prozent zu. Im Westen der USA war der messbare Gehalt an Stickstoffdioxid aufgrund strengerer Vorgaben zum Emissionsschutz in vielen Regionen erheblich gesunken. Trotzdem nahm die Ozon-Belastung dort kaum ab.

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Es sei notwendig, die Entwicklung über längere Zeiträume zu beobachten, um zu prüfen, ob der Trend anhält, kommentiert Ruth Doherty von der University of Edinburgh die Studie. Zudem sei es interessant, zu untersuchen, wie die chinesischen Ozon-Werte durch Emissionen in Indien und anderen Teilen Asiens beeinflusst werden. „Die Ergebnisse bekräftigen die Hinweise, dass es für eine effektive Kontrolle der Ozon-Luftqualität auf jeglichem in Windrichtung liegendem Kontinent nationaler Kontrollen und internationaler Übereinkünfte bedarf.“

Im vergangenen Jahr hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine Analyse zu den Folgen von Luftverschmutzung vorgelegt. Demnach sterben jährlich sieben Millionen Menschen an den Folgen - doppelt so viele wie bisher angenommen. Die häufigsten dadurch bedingten Todesursachen seien Schlaganfälle und Erkrankungen der Herzkranzgefäße, gefolgt von chronischen Lungenerkrankungen. Am stärksten von Luftverschmutzung betroffen sind nach WHO-Angaben die Entwicklungs- und Schwellenländer Südostasiens und der Westpazifik-Region. Auf China und Indien entfallen demnach etwa drei Viertel aller Smog-Todesfälle.

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