Maximale Lebenszeit: Wie lange können wir leben?

Maximale Lebenszeit: Wie lange können wir leben?

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Jeanne Calment ist der Mensch, der das bisher höchste Lebensalter erreicht hat.

Können Menschen theoretisch unbegrenzt leben oder gibt es eine natürliche Obergrenze für die maximale Lebenszeit? Über diese Frage sind Forscher uneins. Eine aktuelle Studie liefert neuen Zündstoff für die Diskussion.

Die Lebenszeit des Menschen hat eine natürliche Obergrenze. Dies zumindest glauben US-Forscher nach der Analyse von umfassenden demografischen Daten aus mehr als 40 Ländern. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Mensch jemals älter als 125 Jahre werde, sei extrem gering, schreiben sie im Fachblatt „Nature“. Der Gründungsdirektor des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung in Rostock, James Vaupel, hält dagegen: die Studie trage nichts bei zum wissenschaftlichen Verständnis davon, wie lange wir leben.

Was ist der Hintergrund? Seit dem 19. Jahrhundert ist die Lebenserwartung in den meisten Ländern der Welt kontinuierlich gestiegen. Lag sie bei Menschen, die im Jahr 1900 etwa in Frankreich geboren wurden, noch bei wenig mehr als 45 Jahren, werden im Jahr 2000 geborene Kinder ein durchschnittliches Alter von mehr als 75 Jahren erreichen. Den Anstieg der Lebenserwartung um 30 Jahre innerhalb eines Jahrhunderts führen Experten vor allem auf medizinischen und technologischen Fortschritt zurück. Der habe zunächst die Säuglings- und Kindersterblichkeit eingedämmt, heute vor allem die Sterblichkeit im höheren Alter.

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Auch das maximale Alter zum Zeitpunkt des Todes ist in den vergangenen Jahrzehnten erheblich gestiegen. Der Mensch mit dem bisher höchsten erreichten Lebensalter ist die Französin Jeanne Calment, die 1997 mit 122 Jahren gestorben war. Doch wie geht es weiter? Nähern wir Menschen uns mittlerweile einem Lebenszeit-Limit, das nicht mehr überschritten werden kann? Oder können wir unter optimalen Bedingungen noch älter werden? Diese Frage ist bisher unbeantwortet.

Yoshinori Ohsumi Mit Rotwein zum Medizin-Nobelpreis

Der japanische Wissenschaftler Yoshinori Ohsumi erhält in diesem Jahr den Nobelpreis für Medizin. Ein Forschungskollege erklärt, warum er die richtige Wahl ist und was seine Forschung ausmacht.

Yoshinori Ohsumi, Professor am Tokyo Institute of Technology wird in diesem Jahr mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet. Quelle: REUTERS

Forscher um Jan Vijg vom Albert Einstein College of Medicine in New York hatten nun zunächst Geburts- und Sterbedaten aus der Human Mortality Database zu mehr als 40 Ländern analysiert. Sie fanden erwartungsgemäß, dass der Anteil alter Menschen (über 70 Jahre) an einem Jahrgang von Jahr zu Jahr größer wird. Allerdings nur bis zu einem gewissen Punkt. Betrachteten die Forscher die Daten sehr alter Menschen (über 100 Jahre), war das nur noch begrenzt der Fall.

Anschließend analysierten sie Daten aus Frankreich, Japan, Großbritannien und den USA zum maximalen Lebensalter. Das Ergebnis: Seit den 1990er Jahren ist das maximale Lebensalter nicht weiter nach hinten verschoben worden. „Demografen und Biologen haben argumentiert, es gebe keinen Grund anzunehmen, dass der derzeitige Anstieg der maximalen Lebenspanne demnächst endet“, erläutert Studienleiter Vijg. „Aber unsere Daten sprechen dafür, dass das bereits geschehen ist, und zwar in den 1990er Jahren“ - das bekannt gewordene Maximalalter eines Menschen liege für diese Zeit im Durchschnitt bei 115 Jahren.

Aus weiteren statistischen Berechnungen schlossen die Forscher, dass ein Alter von 125 Jahren mit großer Sicherheit die absolute Obergrenze sei. Die Wahrscheinlichkeit, dass in einem gegebenen Jahr irgendeine Person auf der Welt so ein Alter überschreite, liege bei weniger als 1 zu 10 000, schreiben die Forscher.

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