Medizin: Wie sich Prothesen mit Gedanken steuern lassen

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Medizin: Wie sich Prothesen mit Gedanken steuern lassen

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Die Handprothese "Michelangelo" der Firma Otto Bock kann durch komlexe Griffkinematik sensible Greifprozesse durchführen

von Susanne Kutter

Bei Otto Bock entwickeln Techniker und Mediziner seit Jahrzehnten Krücken und Prothesen. Dabei wird die Technik immer raffinierter - und aus schlichten Holzbeinen allmählich vollelektronische, intuitive Gliedmaßen.

Auf Holzkrücken schleppten sich Steinzeitmenschen schon vor Hunderttausenden von Jahren durch die Steppe. Selbst die Eisenhand des Götz von Berlichingen ist 500 Jahre alt. Doch erst die vielen Versehrten des Ersten Weltkriegs versetzten dem Prothesenbau einen Schub: Seit 1919 fertigte Otto Bock Holzbeine industriell. Seine Idee revolutionierte die Prothetik – und sein Unternehmen im niedersächsischen Duderstadt ist bis heute der führende Anbieter im Prothesenbau.

Medizintechnik Wenn der Maschinen-Mensch die Natur übertrumpft

Technik brachte den Menschen bis zum Mond, doch sein Körper blieb dabei unverändert – bisher. Moderne Prothesen und Implantate werden das ändern: Sie lassen Behinderte und Gesunde über sich selbst hinauswachsen.

Quelle: Laif, Aurora, Andrew Kornylak

Hochsensible Armprothesen

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Heute besteht die Kunst darin, die vor Elektronik strotzenden Ersatzteile so intuitiv wie möglich zu steuern. Ein erster Erfolg bei Otto Bock: eine Armprothese, mit der sich sogar ein Blatt Papier aufheben lässt. Dazu wird der Brustmuskel des Patienten in einer Operation in vier Portionen unterteilt. In jeder stecken Kabel, die das elektrische Signal des Muskels, wenn er sich anspannt, auf die Kunsthand überträgt. Denkt der Patient greifen, schließt sie sich. Segway-Erfinder Dean Kamen setzt dagegen auf Fuß-Steuerung. Seine Greifhand testen derzeit US-Reservisten und bedienen sie über Schalter unter den Fußsohlen.

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Noch eleganter wäre es, Signale direkt aus dem Gehirn zu nutzen. Das ist Forschern schon gelungen, etwa bei einer Querschnittsgelähmten, die dank eines Chips im Gehirn einen Kunstarm durch Gedankenkraft bedient. Allerdings stößt der Körper die Elektronik irgendwann ab.

Bei Otto Bock setzen die Forscher deshalb auf nanostrukturierte Elektroden, die von den Nerven regelrecht umwachsen werden – und so fest zusammenhalten.

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