Milliardenschwere Kooperation: Merck und Pfizer arbeiten bei Krebsforschung zusammen

Milliardenschwere Kooperation: Merck und Pfizer arbeiten bei Krebsforschung zusammen

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Die Börse bejubelt die milliardenschwere Allianz von Merck und Pfizer.

Der Darmstädter Konzern Merck entwickelt einen Krebs-Antikörper. Nun will Merck mit dem US-Pharmariesen Pfizer zusammenarbeiten, um unter anderem einen schnelleren Zugang zum US-Markt zu erlangen.

Der Darmstädter Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck hat den US-Rivalen Pfizer für eine großangelegte Allianz in der Krebsmedizin gewonnen. Gemeinsam wollen die Partner einen Antikörper von Merck in der Immuntherapie von Krebs entwickeln und vermarkten, wie der Dax-Konzern am Montag mitteilte. Merck winken im Zuge der Kooperation mit Pfizer bis zu 2,3 Milliarden Euro. Umgerechnet 680 Millionen Euro (850 Millionen Dollar) erhalten die Darmstädter sofort, weitere bis zu umgerechnet 1,6 Milliarden Euro bekommt Merck bei Erreichen bestimmter Ziele.

"Die Vereinbarung mit Pfizer ist ein wichtiger Meilenstein in der Weiterentwicklung unserer Pharma-Pipeline", erklärte Merck-Chef Karl-Ludwig Kley. Die Immuntherapie von Krebs gilt als eines der zukunftsträchtigsten Gebiete in der Krebsmedizin. Dabei geht es darum, das körpereigene Abwehrsystem so anzuregen, dass es den Krebs bekämpft.

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Die Nachricht erfreute die Börse. Merck-Aktien gewannen zeitweise mehr als 3,5 Prozent auf 76,96 Euro und waren damit größter Dax-Gewinner.

Kernpunkt der Zusammenarbeit ist die Entwicklung und spätere Vermarktung der Substanz MSB0010718C von Merck - ein so genannter Anti-PD-L1-Antikörper. Der Merck-Wirkstoff soll dafür sorgen, dass T-Zellen des körpereigenen Abwehrsystems Tumorzellen bekämpfen und damit das Krebswachstum hemmen. Ende Juli hatten die Darmstädter eine Phase-II-Studie mit der Substanz zur Behandlung einer seltenen Form von Hautkrebs angekündigt. Neue Wirkstoffe müssen vor einer Zulassung erst drei Phasen der klinischen Entwicklung am Menschen bestehen.

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"Unser strategischer Fokus auf die Immunonkologie wird durch die weltweite Allianz ganz wesentlich gestärkt", erklärte Mercks Pharma-Chef Stefan Oschmann. Nächstes Jahr sollen bis zu 20 klinische Entwicklungsprogramme angeschoben werden. Alle anfallenden Entwicklungs- und Markteinführungskosten sowie alle Umsätze, die durch einen möglichen Verkauf der Anti-PD-L1 oder Anti-PD-1-Produkte erwirtschaftet werden, sollen geteilt werden.

Darüber hinaus vereinbarten die Unternehmen einen Anti-PD-1-Antikörper von Pfizer in Phase-1-Studien zu bringen. Zudem vereinbarten die Konzerne, dass Merck künftig die Lungenkrebsarznei Xalkori von Pfizer in den USA und anderen Märkten mit vermarkten kann. Die Allianz zwischen den beiden Unternehme ist als exklusive Kooperation angelegt: "Dies ist eine exklusive Zusammenarbeit im PD-1- und PD-L1-Feld, das die Portfolios beider Unternehmen zusammenführt", sagte die Chefin der Merck-Pharmatochter Merck Serono, Belen Garijo, am Montag in einer Telefonkonferenz. Potenzielle Kombinationsstudien mit Wirkstoffen anderer Unternehmen würden aber nicht ausgeschlossen, wenn dies wissenschaftlich gerechtfertigt sei und den Bedürfnisse der Patienten nachkomme. Solche Fälle müssten dann aber vom globalen Allianz-Komitee entschieden werden, sagte Garijo.


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