Monsanto, Syngenta und das Glyphosat: Keiner glaubt einem Agrarmoloch

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KommentarMonsanto, Syngenta und das Glyphosat: Keiner glaubt einem Agrarmoloch

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Bei einer Demo gegen Monsanto in Portugal hält ein Protestler ein Schild empor.

von Susanne Kutter

Der US-Konzern Monsanto streckt die Finger nach dem Schweizer Chemie-Unternehmen Syngenta aus und findet bei den Aktionären Anklang. Gelingt die Fusion, wird eine sachliche Debatte über Spritzmittel wie Glyphosat fast unmöglich - aus Verbraucherschutz-Sicht ein Desaster.

Ob sich der US-Agrarkonzern Monsanto den Schweizer Agrar-Chemikalienhersteller Syngenta tatsächlich für 45 Milliarden Dollar einverleibt, ist noch nicht ausgemacht. Die Gespräche laufen, doch Syngenta sträubt sich und fordert einen höheren Preis.

Bei den Aktionären des Schweizer Unternehmens stößt Monsanto jedoch auf offene Ohren, wie die Schweizer Zeitung "Le Temps" am Dienstag berichtet. Der Dialog mit den Syngenta-Aktionären sei "sehr konstruktiv", zitiert das Blatt Monsanto-Chef Hugh Grant.

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Falls Syngenta Einblick in seine Bücher gewähre, werde Monsanto eine Erhöhung des Angebots prüfen, sagte Grant. Das hatte Syngenta bislang abgelehnt.

Aus Sicht des Verbraucherschutzes wäre die Fusion ein Desaster: Schluckt Monsanto Syngenta, würde der wohl unsympathischste – und unglaubwürdigste – Agrarmoloch der Welt entstehen. Frei nach dem Motto: Gemeinsam sind sie unausstehlich.

Streit um Glyphosat "Kein Pflanzengift ist harmlos"

Laut einer Studie der Grünen wurde Glyphosat in Muttermilch nachgewiesen. Wie gefährlich ist das Pflanzenvernichtungsmittel wirklich? Ein Gespräch mit Roland Solecki vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR).

Glyphosat ist eines der am stärksten debattierten Pflanzenschutzmittel. Quelle: Fotolia

Eine sachliche Debatte über Nutzen und Risiken von Agro-Chemikalien wäre unmöglich. Die ist aber wichtig, etwa über das Spritzmittel Glyphosat, das beide Konzerne produzieren. Die Weltgesundheitsorganisation hat es als „wahrscheinlich krebserzeugend für den Menschen“ eingestuft. Seit eine – wissenschaftlich eher dünne – Studie die Substanz in der Muttermilch von 16 Frauen in Deutschland nachwies, ist die Debatte hierzulande aufgeflammt.

Für Gegner gentechnisch veränderter Pflanzen und Lebensmittel ist der Agrarriese aus St. Louis schon lange als „Mon-Satan“ der Inbegriff des Bösen. Syngenta, die ein ganzes Arsenal an Unkrautvernichtungsmitteln herstellt, ist zwar auch nicht beliebt, hat aber aus dem Unfall seines Vorgängerunternehmens Sandoz gelernt, das 1986 nach einem Brand mit verseuchtem Löschwasser das Ökosystem Rhein zum Umkippen brachte. Seither werden Verbraucherängste hier sehr viel ernster genommen als bei Monsanto.

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Von Glyphosat werden jährlich knapp eine Million Tonnen auf Felder und Gärten gesprüht. Über möglicherweise schädliche Nebenwirkungen muss sachlich diskutiert werden. Das geht am besten mit einem zumindest annähernd glaubwürdigen Konzern – und nicht mit einem gleichgeschalteten Agrargiganten.

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