Neue Verpackungen: Unternehmen bekämpfen die Wegwerfkultur

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Neue Verpackungen: Unternehmen bekämpfen die Wegwerfkultur

von Meike Lorenzen

Die Lebensmittelbranche kämpft gegen das schlechte Image von Tüten und Folien - und tüftelt an neuen Verpackungen. Werfen wir künftig weniger Nahrungsmittel weg?

Sie kennen das: Der Daumennagel gleitet die Käseverpackung entlang, auf der Suche nach der Lasche. Plötzlich hebt sich die Folie in der unteren Ecke. Rasch eilt der Zeigefinger zur Hilfe. Jetzt nur noch den Zipfel packen und die Packung aufreißen.

Und dann passiert es doch wieder. Die Hälfte der Folie bleibt am Rand festgeschweißt.

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Wenn die Verpackung zwischen dem Hungrigen und dem Käsebrot steht, ist das für alle Beteiligten schlecht. Der Endverbraucher ärgert sich - und wird das unschöne Erlebnis künftig mit der entsprechenden Marke verknüpfen. Im schlechtesten Fall wählt er beim nächsten Einkauf eine andere Packung - und der Hersteller hat einen Kunden verloren.

Das bestätigt auch Eugen Herzau, Professor an der HTWK Leipzig: „Die Bedeutung der Verpackung für das Marketing ist extrem hoch.“

Nicht nur in der Lebensmittelindustrie. Vor allem in der Kosmetik spiele die Verpackung bei der Verkaufsförderung eine große Rolle, sagt Herzau: „50 bis 70 Prozent der Kaufentscheidung werden ihr zugeschrieben.“

Inzwischen werben einige Unternehmen sogar auf ihren Verpackungen damit, wie leicht der Kunde an das Innere gelangt. Konzerne wie die Schweizer Coop-Kette wissen: Niemand will eine Schere zur Hand nehmen, um an seinen geliebten Aufschnitt zu kommen. Der hungrige Kunde ist ungeduldig. Und deshalb hat sich die Verpackungslandschaft radikal verändert.

„Schauen Sie sich die Produkte vor 20 Jahren und heute an“, sagt Eckard Conze, Professor an der Hochschule der Medien in Stuttgart. „Die Unternehmen haben längst verstanden, dass die Verpackung hochwertig aussehen muss.“ Und dazu gehört inzwischen auch der Bereich der Handhabung.

Deshalb denken Experten intensiv darüber nach, wie sich eine Verpackung intelligent gestalten lässt. Dabei geht es nicht nur um die Optik, sondern auch die Haptik. Ein Produkt muss gut in der Hand liegen, damit die Menschen es kaufen. Wie sich ein Produkt anfühlt, wird immer wichtiger - so wichtig, dass innovative Ideen manchmal gar nicht bis zur Marktreife gelangen.

Um Ressourcen und Geld zu sparen, ließ ein großer Chipstüten-Produzent vor einigen Jahren zum Beispiel eine besonders dünne Folie herstellen. Dann zeigte er traditionelle und neue Tüten mit dem gleichen Logo einer Gruppe von Testpersonen. Das Problem: Die Chips-Packung aus dem neuen Material knisterte nicht. Deshalb ließen sie etliche Probanden irritiert fallen. Echte Chips knistern nun mal – und damit auch die Verpackung. Dem Hersteller war danach klar: Die Folie darf nicht endlos dünn werden.

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