Nobelpreisträger: Mathematikgenie John Nash ist tot

ThemaÖkonomen

Nobelpreisträger: Mathematikgenie John Nash ist tot

Bild vergrößern

Nobelpreisträger John Forbes Nash 2002 bei der Oscar-Verleihung in Hollywood.

Seine Idee zur Spieltheorie revolutionierte in den 1950ern die Wirtschaftswissenschaft und brachte ihm 1994 den Nobelpreis für Wirtschaft. Jetzt starb John Forbes Nash bei einem Autounfall.

Sein Leben wurde im oscarprämierten Drama „A Beautiful Mind“ verfilmt, nun ist der US-Mathematiker und Nobelpreisträger John Forbes Nash tödlich verunglückt. Er und seine Frau starben bei einem Autounfall unweit von New York, wie die Polizei in New Jersey mitteilte. Der 86-Jährige galt als einer der größten Mathematiker des 20. Jahrhunderts. Für seinen Beitrag zur Spieltheorie hatte er 1994 den Wirtschafts-Nobelpreis bekommen. Gerade erst erhielt er zudem den Abel-Preis, eine der wichtigsten wissenschaftlichen Auszeichnungen auf dem Gebiet der Mathematik.

Der breiten Öffentlichkeit war Nash durch den mit vier Oscars ausgezeichneten Film „A Beautiful Mind“ (2001) bekanntgeworden. Hollywoodstar Russell Crowe, der Nash dargestellt hatte, gab seinen Gefühlen über „Twitter“ Ausdruck: „Geschockt ... Meine Gedanken sind bei John & Alicia & der Familie. Eine bewundernswerte Partnerschaft. Geniale Köpfe, wunderbare Menschen“.

Anzeige

Nach Angaben von Polizeisprecher Gregory Williams verunglückten Nash und seine Frau Alicia (82) am Samstag (Ortszeit) in einem Taxi auf einer Schnellstraße bei Monroe im US-Bundesstaat New Jersey. Beide seien aus dem Wagen geschleudert worden und noch am Unfallort gestorben.

Geistesblitze der Ökonomie (VI) Wie die Spieltheorie bei Entscheidungen hilft

Spieltheorie und experimentelle Forschung zählen zu den zentralen Disziplinen der Wirtschaftswissenschaft. Wegbereiter war der US-Ökonom John F. Nash – ein Mann, der unter Schizophrenie litt.

Quelle: dpa

Der regionale Nachrichtendienst „NJ.com“ berichtete, dass das Ehepaar auf dem Weg von einem New Yorker Flughafen zu seinem Haus in der Universitätsstadt Princeton war. Nash und seine Frau seien offensichtlich nicht angeschnallt gewesen. Der Taxifahrer habe den Aufprall ohne lebensgefährliche Verletzungen überlebt. Er war bei einem Überholmanöver gegen die Leitplanke gerast.

Das Paar war gerade aus Norwegen zurückgekehrt. Dort hatte Nash am 19. Mai zusammen mit Louis Nirenberg von König Harald V. den Abel-Preis verliehen bekommen. Nash fehlte kaum eine Auszeichnung auf seinem Gebiet - obwohl ihn ein schweres psychisches Leiden jahrzehntelang beeinträchtigte. Der hagere Amerikaner war 30, als er an Paranoider Schizophrenie erkrankte. Erst etliche Jahre später veröffentlichte er wieder ein Ergebnis.  

1994 teilte er sich den Wirtschafts-Nobelpreis mit seinem Bonner Kollegen Reinhard Selten sowie seinem Landsmann John Harsanyi in Berkeley (Kalifornien). Der Preis würdigte die Weiterentwicklung der Spieltheorie, die das strategische Verhalten von Spielern auf eine Reihe ökonomischer und wissenschaftlicher Fragen überträgt.

Wirtschaftsnobelpreisträger nach Nationen

  • Platz 5: Sieben Nationen

    Deutschland, Frankreich, Indien, Israel, Kanada, Niederlande und die UdSSR stellten bislang je einen Nobelpreisträger. Der einzige deutsche Gewinner war Reinhard Selten, der den Preis 1994 gewann.

  • Platz 4: Schweden

    Gunnar Myrdal bekam den Preis 1974 gemeinsam mit Friedrich Hayek für die Arbeiten auf dem Gebiet der Geld- und Konjunkturtheorie. Bertil Ohlin erhielt ihn 1977 für seine Arbeiten auf dem Gebiet der Theorie des internationalen Handels und der internationalen Kapitalbewegung.

  • Platz 3: Norwegen

    Ragnar Frisch (1969), Trygve Magnus Haavelmo (1989) und Finn E. Kydland (2004) waren die Gewinner aus Norwegen.

  • Platz 2: Großbritannien

    Aus Großbritannien kamen bislang neun Ökonomie-Nobelpreisträger - darunter der gebürtige Österreicher Friedrich Hayek, Ronald Coase und zuletzt Christopher Pissarides.

  • Platz 1: USA

    In die USA gingen bis zum Jahr 2013 53 Nobelpreise - darunter legendäre Ökonomen wie Kenneth Arrow, Milton Friedman, Herbert Simon, James Tobin oder John Nash.

Die Spieltheorie wurde in den 50er Jahren entwickelt. Mit ihr sollen das Verhalten rationaler Spieler mathematisch analysiert, Strategien für Entscheidungen entwickelt und genaue Handlungsanweisungen in Konfliktsituationen gegeben werden. Rationale Spieler sind Spieler, die nur logisch denken und ihr Gefühl in einer Entscheidungssituation ausklammern. Strategiespiele wie Schach oder Poker standen Pate für die Entwicklung der Theorie. Angewendet wird sie etwa bei Entscheidungen im wirtschaftlichen Wettbewerb, bei militärischen Auseinandersetzungen, Wahlkämpfen oder Abstimmungsvorgängen.

Nash machte sich außerdem in der Differentialgeometrie verdient und auf dem Gebiet der partiellen Differentialgleichungen. Neben dem nach ihm benannten Nash-Gleichgewicht entwickelte er die Nash-Verhandlungslösung und fand den Nash-Einbettungssatz. Der Präsident der Universität Princeton, Christopher Eisgruber, würdigte Nashs Errungenschaften gegenüber der „New York Times“ als „Inspiration für Generationen“.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%