Pilotversuch: Eine Fabrik produziert ihre eigene Energie

Pilotversuch: Eine Fabrik produziert ihre eigene Energie

, aktualisiert 20. November 2011, 18:47 Uhr
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Der Technologiekonzern ABB: Geld sparen mit Lösungen zum Energiesparen.

von Holger AlichQuelle:Handelsblatt Online

Der Technologiekonzern ABB träumt von einer Fabrik, die sich selbst und andere mit Energie versorgt. In einem gemeinsamen Pilotversuch mit dem Zellstoffhersteller Södra Cell wird das Ganze getestet.

Es ist der Traum eines jeden Fabrikbesitzers: Eine Produktionsstätte, die mehr Energie produziert, als sie verbraucht. Möglichst vielen Industriekonzernen diesen Traum zu erfüllen, ist eines der großen Ziele des Technologiekonzerns ABB. Der Schweizer Siemens-Konkurrent hat einen Pilotversuch gemeinsam mit dem schwedischen Zellstoffhersteller Södra Cell gestartet. Zellstoff wird für die Herstellung von Papier gebraucht. "Früher war die Zellstoffmühle in Värö ein großer Stromverbraucher", sagt ABB-Manager Kenneth Fridholm, "heute produziert sie einen Energieüberschuss von 550 Gigawattstunden pro Jahr." Das reicht, um 24.000 Haushalte zu versorgen.

Die Wende gelang in zwei Schritten. Zum einen wurde der Verbrauch der Zellstoffmühle durch Investitionen in effiziente Motoren, Antriebe und Automatisierungssysteme gesenkt. "Zum Zweiten wurde der Rückgewinnungskessel mit einer neuen Turbine versehen, um mehr Strom mit dem Hochdruckdampf zu produzieren", erklärt Fridholm.

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Am Ende dieses Prozesses stößt die Anlage immer noch warmen Wasserdampf mit niedrigem Druck aus, zudem fällt heißes Wasser an. "Das wird ins lokale Heizungsnetz eingespeist", fügt der ABB-Manager an. Södra Cell habe in den vergangenen zehn Jahren umgerechnet 300 Millionen Dollar in die Anlage investiert - doch das rechne sich. Das Unternehmen könne nun die überschüssige Energie an den lokalen Stromversorger verkaufen.

Mit Systemen zum Energiesparen lässt sich viel Geld verdienen

ABB arbeitet nun daran, solche Konzepte auf andere Industriezweige zu übertragen. Denn mit Lösungen zum Energiesparen lässt sich künftig sehr viel Geld verdienen. In Helsinki zum Beispiel hat der Konzern ein Datencenter mit Steuerungsmodulen ausgestattet, die es erlauben, den Stromverbrauch zu optimieren. Die von den Servern erwärmte Luft wird ins lokale Heizungsnetz eingespeist.

"Auch in der Stahlproduktion fällt viel Hitze an, die zum Teil nicht genutzt wird", sagt Fridholm. Hier sei es nicht einfach, die Hitze für die Stromproduktion zu verwenden. Aber warum nicht zum Heizen? Interesse an solchen energieeffizienten Lösungen hätten nicht nur Kunden aus den etablierten Industriestaaten. In Asien würden zum Teil solche Technologien gleich beim Bau neuer Anlagen integriert, berichtet Fridholm.

Quelle:  Handelsblatt Online
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