Rätsel um Virus: Wie gefährlich kann die neue Vogelgrippe werden?

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Rätsel um Virus: Wie gefährlich kann die neue Vogelgrippe werden?

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Der Vertreter der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in China, Michael O'Leary auf einer Pressekonferenz in Peking. Nach seiner Einschätzung sind für die Eindämmung des Vogelgrippe-Virus H7N9 in China großangelegte Tests von Geflügel nötig. Der Erreger werde nach derzeitigen Erkenntnissen von Vögeln an Menschen weitergegeben, die Tiere zeigten aber keinerlei Symptome.

Bisher hat eine neue Form von Vogelgrippe sechs Menschen in China das Leben gekostet. Die Zahl der bestätigten Infektionen steigt langsam weiter an - am Wochenende auf 20 Patienten. Wie gefährlich ist das bislang kaum bekannte Virus H7N9? Eine Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und chinesischer Behörden.

Um welches Virus geht es genau?
Die genaue Bezeichnung lautet A (H7N9). Das bedeutet, dass dieses Virus zum Grippetyp A gehört. Mit H und N werden zusätzlich die Eiweiße der Virushülle - Hämagglutinin und Neuraminidase - abgekürzt. Von ihnen gibt es jeweils verschiedene Strukturen. Normalerweise infizieren sich Vögel mit diesen Virenkombination. Beim Menschen wurden bisher zwar auch Infektionen aus der Untergruppe H7 nachgewiesen - bisher allerdings nicht in der Kombination mit N9. Diese Variante aus China ist beim Menschen neu.

Warum kann das neue Virus gefährlich sein?
In der Theorie kann jedes Tier-Grippevirus, das auch Menschen infiziert, das Risiko einer Pandemie bedeuten. Allerdings haben Tier-Influenza-Viren trotz Einzelnachweisen beim Menschen bisher noch keine Pandemie ausgelöst. Harmlos sind sie dennoch nicht. Der Vogelgrippe-Erreger H5N1 infizierte seit 2003 weltweit zum Beispiel mehr als 600 Menschen, 371 Patienten starben. Ob das neue Virus das Potenzial für eine Pandemie hätte, ist völlig unklar. Das Risiko würde aber sofort steigen, wenn es den Nachweis für eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung gäbe. Dafür gibt es bisher aber nach Angaben der chinesischen Behörden keinen Beleg.


Wie haben sich die Patienten mit dem neuen Virus angesteckt?
Noch gibt es darauf keine genaue Antwort, weil die Quelle für die Infektionen nicht klar ist. In Shanghai wurde das Virus in Tauben nachgewiesen, in anderen Städten in Wachteln. Auf Märkten in China werden die Vögel oft lebendig verkauft. Es ist belegt, dass einige der Patienten auf jeden Fall engen Kontakt zu Tieren hatten.

Was gibt es aktuell für Krankheitssymptome in China?
Die meisten Patienten leiden bisher unter einer schweren Lungenentzündung. Normalerweise kann eine Grippe vom Typ A mit Medikamenten (Neuraminidase-Hemmer) behandelt werden. Die Wirkung ist in einem frühen Stadium der Krankheit zum Beispiel für A (H5N1)-Infektionen belegt. Ob sie auch bei der neuen Virenkombination H7N9 anschlagen würden, ist noch nicht klar. Eine Impfung dagegen gibt es auch noch nicht.

Welche Schutzmaßnahmen gibt es bisher in China?
Patienten mit verdächtigen Grippe-Symptomen müssen den Behörden gemeldet werden. Bestätigt sich die Infektion, werden auch Kontaktpersonen getestet und überwacht. Da ein Zusammenhang mit Kontakt zu Vögeln besteht, ist der Verkauf und Handel mit diesen Tieren stark eingeschränkt oder verboten worden. Märkte wurden geschlossen, tausende noch nicht verkaufte Tiere vorsorglich gekeult. Es ist nach Angaben der WHO aber ungefährlich, gut durchgegartes Fleisch gesunder Vögel zu essen. Denn normalerweise überleben solche Grippeviren Temperaturen von über 70 Grad Celsius nicht. Kranke Tiere sollten trotzdem nicht gegessen werden. Vom direkten Kontakt mit Tieren auf Märkten wird abgeraten. Außerdem wurden Krankenhäuser in einigen großen Städten Chinas in Alarmbereitschaft versetzt. Sie sollen etwa die nötigen Medikamente in großen Mengen lagern.

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Sind Reisen nach China gefährlich?
Noch ist die Zahl der bestätigten Infektionen sehr klein. Bisher hat die WHO deshalb keine Maßnahmen über Reisebeschränkungen empfohlen. Bisher gebe es auch keinen Beleg dafür, dass die Krankheitsfälle etwas mit chinesischen Produkten zu tun hätten. Deswegen rät die WHO bisher auch nicht zu Handelsbeschränkungen.

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