Raubfliege: Winziger Jäger mit Durchblick

Raubfliege: Winziger Jäger mit Durchblick

, aktualisiert 10. März 2017, 08:45 Uhr
Bild vergrößern

Ausgezeichnete Sehschärfe macht die winzigen Fliegen zu Super-Jägern.

Quelle:Handelsblatt Online

Raubfliegen machen Jagd auf andere Insekten, die sie meist im Flug erbeuten. Dabei verlassen sie sich vor allem auf ihr extrem gutes Sehvermögen, das ihnen eine ausgeklügelte Jagdstrategie erlaubt.

CambridgeEine kleine Raubfliege beeindruckt Wissenschaftler mit ihren Jagdkünsten im Flug. Die Winzlinge nutzen eine ausgefeilte Flugstrategie, um ein vorbeifliegendes Beutetier abzufangen, berichtet ein internationales Forscherteam im Fachmagazin „Current Biology“.

Grundlage der Jagdkünste sei eine extreme Sehschärfe der Zweiflügler. Die selbst nur etwa sechs Millimeter großen Raubfliegen könnten Beutetiere unter zwei Millimeter Größe aus einer Entfernung von mehr als einem halben Meter sehen.

Anzeige

Das Team um Trevor Wardill von der britischen Universität Cambridge hatte die Raubfliegen der Art Holocephala fusca in ihrem natürlichen Lebensraum mit Hochgeschwindigkeitskameras gefilmt. Mithilfe einer speziellen Apparatur ließen die Forscher bis zu vier Millimeter große, an einer Angelschnur angebrachte Kügelchen als vermeintliche Beutetiere an den sitzenden Fliegen vorbeiziehen. Diese gingen daraufhin zum Angriff über.

Während sie die Verfolgung aufnahmen, hielten sie zunächst einen ganz bestimmten Kurs, mit dem sie an einem bestimmten Punkt genau mit dem Beutetier zusammengetroffen wären. Dass auch die kleinen Raubfliegen diese im Tierreich weit verbreitete Strategie nutzten, sei zwar nicht völlig überraschend, war aber bisher unbekannt.

Dann beobachteten die Forscher etwas Unerwartetes: Wenn sich die Fliegen auf knapp 30 Zentimeter ihrem Beutetier genähert hatten, bremsten sie ab und änderten ihre Flugbahn, bevor sie die Beute attackierten.

Dieses spezielle Manöver erhöht die Trefferchancen. Die Fliegen vermeiden dadurch, an ihrer Beute vorbeizurasen. Sie fliegen stattdessen kurzzeitig eher neben ihrem Opfer her, als es auf direktem Weg anzupeilen.


Ausgefeilte Flugmanöver

Die Forscher vergleichen das mit einem Staffellauf, bei dem die Läufer vor der Übergabe des Stabes mit gleicher Geschwindigkeit in die gleiche Richtung laufen. So sei es wesentlich einfacher, den Stab zu übergeben, als wenn sie etwa aufeinander zuliefen. Ein derartiges Manöver sei noch bei keinem anderen fliegenden Tier beobachtet worden.

Dass die Fliegen trotz des winzigen Gehirns zu derart ausgefeilten Flugmanövern fähig sind, liegt vor allem daran, dass ihnen ihre Augen eine enorme räumliche Auflösung ermöglichten. Sie verfügen an einer zentralen Stelle über eine sogenannte Fovea, einen Punkt, an dem das Sehen am schärfsten ist. Auch in der Netzhaut der Menschen und anderer Säugetiere gibt es solch eine Sehgrube. Sie erlaubt den Raubfliegen die Wahrnehmung auch winziger Beutetiere.

„Wir wussten, dass diese Fliegen im Vergleich zu anderen Zweiflüglern ein besseres Sehvermögen besitzen, aber dass sie damit selbst zehn Mal größeren Libellen im Hinblick auf die räumliche Auflösung überlegen sind, hätten wir nicht gedacht“, sagte Studienleiterin Paloma Gonzalez-Bellido, ebenfalls aus Cambridge. „Wir haben gezeigt, dass die Anpassungen, die selbst ein winziges Nervensystem unter starkem Druck hervorbringen kann, dem Tier Lösungen ermöglichen, die wir sonst nur größeren Tieren zusprechen.

Quelle:  Handelsblatt Online
Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%