Rauchen: Krebsforscherin warnt vor E-Zigaretten

exklusivRauchen: Krebsforscherin warnt vor E-Zigaretten

von Susanne Kutter

Krebsforscherin Martina Pötschke-Langer warnt vor dem bedenkenlosen Rauchen von E-Zigaretten. Die Trägersubstanz sei nichts anderes als Frostschutzmittel. 

Sie seien keine Alternative zum Rauchen herkömmlicher Zigaretten, sagte die Leiterin der Stabsstelle Krebsprävention im Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg im Interview mit WirtschaftsWoche.de.

„Wer würde schon freiwillig Frostschutzmittel inhalieren“, fragte die Krebsforscherin. Genau das machten aber all jene Nutzer von sogenannten elektrischen Zigaretten. Denn bei der vermeintlich harmlosen Alternative zur echten, mit Tabak gefüllten Zigarette,  wird bei der E-Zigarette mit Hilfe eines elektrischen Verneblers eine Nikotinlösung verdampft und dann eingeatmet. Die Nikotinlösung besteht laut Pötschke-Langer zu 90 Prozent aus der Trägersubstanz Propylenglycol, und das sei nichts anderes als Frostschutzmittel. 

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„Dass Propylenglycol die Atemwege reizt, ist seit langem bekannt“, sagte Pötschke-Langer, die für ihren Einsatz bei der Aufklärung der Risiken des Rauchens 2008 das Bundesverdienstkreuz erhielt. Zwar werde die Chemikalie auch in sehr geringen Mengen als Konservierungsmittel in Kosmetika, Medikamenten und Lebensmitteln eingesetzt. Aber, betont die Krebsforscherin, „kein einziges dieser Produkte wird eingeatmet.“

Genau daraus ergebe sich aber die besondere Problematik, so Pötschke-Langer, denn die E-Zigaretten-Raucher, die sich selbst als „Dampfer“ bezeichnen,  inhalierten in großen Mengen eine Substanz, die ganz sicher in den Atemwegen und der Lunge nichts verloren habe. „Die Hersteller von Propylenglykol warnen in ihren Sicherheitsdatenblättern ausdrücklich vor dem Einatmen und empfehlen als erste Hilfe-Maßnahme ausreichende Frischluftzufuhr oder die Nutzung von Atemschutz“, sagte die Krebsforscherin.

Nach Pötschke-Langers Einschätzung sollte die E-Zigarette „auch nicht in öffentlichen Gebäuden, Bahnen und Bussen oder sonstigen Rauchverbotszonen gestattet werden“. Denn die Forscherin fürchtet, dass E-Zigaretten-Raucher sich nicht nur selbst in Gefahr bringen, sondern möglicherweise auch all jene Menschen, die ihren Ausatem-Dampf einatmen müssen. „Dazu fehlen bisher ausreichende chemisch-toxikologische Untersuchungen“, so Pötschke-Langer. Doch sie ist überzeugt: „Auch wenn bisher kein toxikologische Prüfung vorliegt, ist vom Rauchen von E-Zigaretten in Innenräumen abzuraten, denn es wird  immer Menschen geben, die auf solche Aerosole empfindlich oder  allergisch reagieren.“

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