Raumfahrt: Millionär will Menschen 2018 zum Mars fliegen

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Raumfahrt: Millionär will Menschen 2018 zum Mars fliegen

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Der amerikanische Millionär Dennis Tito (links) war der erste Weltraumtourist, der auf der Internationalen Raumstation zu Gast war. Jetzt will er noch weiter gehen: 2018 sollen zwei Menschen den Mars besuchen.

von Andreas Menn

Dennis Tito, der erste Weltraumtourist auf der Internationalen Raumstation, will zwei Menschen zu unserem Nachbarplaneten fliegen. Es ist ein verrückter Plan – aber er könnte funktionieren.

Auf die Frage, wann der erste Mensch zum Mars fliegt, geben selbst Experten die unterschiedlichsten Antworten. In 15 Jahren, sagen Optimisten wie der Weltraumunternehmer Elon Musk. In 25 Jahren, sagen Wissenschaftler der US-Raumfahrtbehörde Nasa. Und erst kürzlich machte das holländische Startup Mars One Schlagzeilen, das schon in zehn Jahren vier Astronauten zum roten Planeten befördern will.

Dennis Tito aber will sie alle schlagen. „Mitte der 30er Jahre werde ich 95 Jahre alt sein“, sagt Tito. „Solange will ich nicht warten.“ Der US-Raumfahrtingenieur stellte der Presse am Mittwochabend einen abenteuerlichen Plan vor: Schon in fünf Jahren will er mit seiner eigens neu gegründeten Stiftung Inspiration Mars zwei Raumfahrer zu unserem Nachbarplaneten fliegen – und wieder zurück. „Wir starten am 15. Januar 2018“, sagt Tito.

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Eine Animation zeigt, wie das Raumfahrzeug der "Inspiration Mars" einmal aussehen soll.

Es klingt nach einem verrückten Vorhaben. Selbst das viele Milliarden Dollar teure Apollo-Programm der NASA brauchte länger, um im Jahr 1969 zwei Astronauten auf den Mond zu bringen. Aber Tito glaubt, eine Gelegenheit gefunden zu haben, die so schnell nicht wieder auftaucht: Im Jahr 2018 nämlich stehen die Planeten unseres Sonnensystems derart günstig beieinander, dass eine Reise von der Erde zum Mars und zurück nur 501 Tage lang dauern soll. Die nächste ähnliche Konstellation wird erst im Jahr 2031 wieder auftreten. „Wer will bis dahin warten?“, sagt Tito.

Die Geschichte der Mars-Missionen

  • Sojourner

    Dezember 1996 - Das US-Raumschiff „Pathfinder“ startet mit dem Marsrover „Sojourner“ zu unserem Nachbarplaneten. Nach mehreren Fehlversuchen landet mit „Sojourner“ erstmals 1997 ein ferngesteuertes Fahrzeug erfolgreich auf unserem Nachbarplaneten und sendet Daten zur Erde.

  • Spirit

    Juni 2003 - Der Mars-Landeroboter „Spirit“ der Nasa hebt vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral ab. Im Juli wird nach mehrfachen Startverschiebungen auch sein Zwilling „Opportunity“ losgeschickt.

  • Opportunity

    Januar 2004 - Nach einer mehr als 480 Millionen Kilometer langen Reise setzt „Spirit“ sicher auf dem Mars auf. Das kleine Roboterfahrzeug soll nach Spuren von Leben suchen. Am 1. April findet „Spirit“ Hinweise auf früher existierendes Wasser. Drei Wochen nach „Spirit“ landet auch „Opportunity“ auf der anderen Seite des Planeten.

  • Abschied von Spirit

    Mai 2009 - „Spirit“ bleibt im Marssand stecken. Alle Versuche der Nasa, ihn zu befreien, scheitern. Im Mai 2011- rund siebeneinhalb Jahre nach seiner Landung auf dem Mars - nimmt die Nasa Abschied von „Spirit“. Wie die Behörde mitteilt, wird sie ihre Versuche einstellen, Kontakt zu dem Roboterfahrzeug aufzunehmen. Die letzte Kommunikation gab es 14 Monate zuvor.

  • Curiosity startet

    November 2011 - Der neue Rover „Curiosity“ wird auf die Reise zum Mars geschickt. Er soll sein Ziel am 6. August 2012 erreichen. Der Roboter soll dann nach organischen Materialien suchen und herausfinden, wie lebensfreundlich oder auch -feindlich der Planet einst war und ist.

  • 8 Jahre Opportunity

    Januar 2012 - „Opportunity“ ist bereits sensationelle acht Jahre auf dem Mars im Einsatz. Erwartet worden waren nur 90 Tage.

  • Nasa stoppt weitere Missionen

    Februar 2012 - Nasa-Chef Charles Bolden gibt bekannt, dass die US-Weltraumbehörde aus Spargründen aus zwei gemeinsam mit der Europäischen Raumfahrtbehörde Esa geplanten Marsmissionen aussteigt. Dazu gehört eine für 2018 geplante Landung eines Rovers auf dem Planeten, der Gesteine und Boden zur späteren Beförderung auf die Erde sammeln soll.

  • Curiosity landet

    August 2012 - Im Kontrollzentrum in Kalifornien brachen Jubel und Applaus aus, als das unbemannte Erkundungsfahrzeug am 6. August um 7.32 Uhr (MESZ) im Gale-Krater nahe des Mars-Äquators aufsetzte. „Curiosity“ hat die Größe eines kleinen Autos und wiegt fast eine Tonne – viel mehr als „Spirit“ oder „Opportunity“. Daher gestaltete sich auch die Landung äußerst schwierig. Um die Wucht des Aufpralls abzufangen, wurde die Sonde von einer Art schwebendem, Raketen betriebenem Rucksack abgeseilt, die Halteseile bei der Landung gekappt und der Rucksack in einiger Entfernung zum Absturz gebracht.

„Es ist eine ziemlich simple Mission“, sagt er. Ein Mann und eine Frau sollen sich mit einem neu gebauten Raumschiff am 15. Januar 2018 auf den Weg machen. Den Mars erreichen die Astronauten am 21. August. Dort aber sollen sie nicht landen – sondern in der Höhe von 100 Meilen, umgerechnet 160 Kilometer, einmal um den Mars fliegen – und dann wieder zurück zur Erde. Die Rückkehr ist am 21. Mai 2019 geplant.

Es wäre die weiteste Reise, die ein Mensch je angetreten hat – mit Abstand. Der Mond ist nur 380.000 Kilometer von der Erde entfernt – der Mars im Schnitt 228 Millionen Kilometer. Die meiste Zeit werden die Astronauten also durchs dunkle All fliegen und nur Sterne sehen. Dann, für wenige Stunden, werden sie den roten Planeten aus der Nähe bestaunen. Nur um wieder mehr als 200 Tage zurück zu fliegen.

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Start einer Weltraumrakete Quelle: AP

Welchen Wert hat eine solche Mission? „Seit 40 Jahren ist kein Mensch mehr auf den Mond geflogen“, sagt Tito. „Wir müssen das Warten auf die nächste bemannte Mission beenden.“ Der Rundflug zum roten Planeten soll wichtige Fragen für eine längere Weltraummission beantworten: Wie werden sich Menschen verhalten, die die Erde verlassen und sie nur noch als kleinen Lichtpunkt im All sehen? Welche Technik ist nötig für so einen Trip?

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