Raumfahrt: Rohstoffe aus dem Weltraum

Raumfahrt: Rohstoffe aus dem Weltraum

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Tausende von Asteroiden in der Nähe der Erde sind leichter zu erreichen als der Mond und könnten sich so zum Abbau von Ressourcen eignen

von Andreas Menn

Luxemburg will Rohstoffe im Weltraum abbauen Der Zwergstaat will in Startups investieren, die Gold, Platin oder Wasser auf Asteroiden abbauen.

Luxemburg ist bekannt für seine Banken und Schlösser, nicht aber dafür, neue Welten zu erobern. Doch nun plant das Großherzogtum offenbar einen Coup, der wie aus einem Science-Fiction-Film klingt: Der Zwergstaat will in die Suche nach Schätzen im Billionenwert einsteigen - und zwar im Weltraum.

Wirtschaftsminister Etienne Schneider stellte die Pläne heute in einer Pressekonferenz zusammen mit Jean-Jacques Dordain vor, dem ehemaligen Chef der Europäischen Weltraumagentur Esa. Das Land wolle zum europäischen Zentrum für den Abbau von Rohstoffen auf Asteroiden werden, sagte Schneider. Die Himmelskörper, Reste aus der Geburtsstunde des Sonnensystems, enthalten Gold, Platin und andere Rohstoffe im Wert von Trillionen von Euro. 2012 hatten zwei Startups aus den USA - Planetary Resources und Deep Space Industries - Pläne für den Abbau dieser Ressourcen angekündigt. Zu den Investoren von Planetary Resources zählen die Google-Milliardäre Larry Page and Eric Schmidt.

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Goldrausch am Himmel

  • 585.100 Asteroiden

    haben Astronomen bisher entdeckt. Es sind Reste aus der Urzeit des Planetensystems. Die meisten kreisen im sogenannten Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter um die Sonne.

  • 8900 erdnahe Asteroiden

    sind identifiziert, darunter 2008 HU4. Maximal 45 Millionen Kilometer von der Erdbahn entfernt, sind sie recht leicht per Rakete erreichbar.

  • 40.000 Billionen Dollar

    sind Rohstoffe wie Gold in diesem erdnahen Schwarm wert, schätzt der US-Planetologe John Lewis.

  • 2,6 Milliarden Dollar

    soll es kosten, den acht Meter großen Asteroiden 2008 HU4 zu fangen und in den Mondorbit zu bringen.

Luxemburg arbeitet offenbar seit Monaten daran, in das kosmische Geschäft einzusteigen. Das Land möchte, wie Schneider nun bekannt gab, in Forschungsprojekte der Unternehmen investieren. Zudem plant der Staat, sich direkt an den Weltraum-Startups zu beteiligen. Obendrein will Schneider Gesetze auf den Weg bringen, die den Schatzsuchern im All Rechtssicherheit und Ansprüche an den gefundenen Rohstoffen gewähren. „Zunächst möchten wir das Thema erforschen“, sagte Schneider, „und zu späterer Zeit vielleicht konkret Aktivitäten im All starten." Konkrete Pläne zu einzelnen Investitionen gibt es noch nicht.

"Mehr Ressourcen als der Mensch je verbrauchen kann"

Der Abbau von Asteroiden gilt unter Experten als der Schlüssel zur Eroberung des Weltraums - und für neuen Reichtum auf der Erde. "Im All gibt es mehr Ressourcen, als die Menschheit je verbrauchen kann“, sagte der US-Planetenforscher John Lewis im Interview mit der WirtschaftsWoche. Lewis gilt als Vordenker der Goldminen im Weltraum. Allein der 2,3 Kilometer große Asteroid 1986 DA, hat Lewis berechnet, enthalte so viel Eisen, Kupfer, Aluminium, Platin und Gold, wie die Menschheit in ihrer gesamtes Geschichte geschürft hat. "Wer 1986 DA kaufen wollte, müsste nur für die Platinmetalle, die in ihm enthalten sind, 60 Billionen Dollar hinlegen.“

Ressourcen im All „Mehr, als die Menschheit je verbraucht“

Der US-Planetenforscher John Lewis glaubt, dass Weltraumunternehmer bald Rohstoffe aus Asteroiden abbauen. Ein Gespräch über Tankstellen für Raumschiffe und die unerschöpflichen Rohstoffvorräte des Sonnensystems.

So könnte der künftige Arbeitsplatz eines Astronauten ausschauen: Der Asteroid Eros, von der Raumsonde Near fotografiert, auf einer Entfernung von 204 Kilometern. Quelle: dapd

Zunächst interessiert die Raumfahrtbranche aber ein scheinbar gewöhnlicher Rohstoff, der in großen Massen in den Himmelsbrocken vorhanden ist: Wasser. Die Raumfahrt braucht es nicht nur, um Astronauten zu verpflegen, sondern auch, um Raketentreibstoff herzustellen. "Auf der Basis von Wasser aus Asteroiden ließen sich künftig Tankstellen im All errichten“, sagt Lewis. Bisher kostet es mehr als 10.000 Dollar, einen Liter Wasser zur Raumstation ISS zu transportieren. Gibt es im All künftig billiges Wasser in Massen, werden Flüge zum Mars oder Stationen auf dem Mond viel erschwinglicher als bisher. Auch könnten Satelliten, die regelmäßig mit Schubdüsen ihre Bahnhöhe halten müssen, per Roboter aufgetankt werden und dadurch länger im All bleiben.

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