Raumsonde besucht Kometen: Rosetta landet am 12. November

Raumsonde besucht Kometen: Rosetta landet am 12. November

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Eine Computeranimation zeigt die Raumsonde "Rosetta" (r) und den Asteroiden (undatiertes Handout).

Auf den Fotos erinnert Komet „Tschuri“ an eine Spielzeugente. Auf dem Kopf soll im November der Lander „Philae“ aufsetzen. Es wäre die erste Landung überhaupt auf einem Kometen.

Die Kometen-Mission „Rosetta“ verläuft nach Plan. Nach detaillierten Untersuchungen sei der im September ausgewählte Landeplatz auf dem Himmelskörper „67P/Tschurjumow-Gerassimenko“ bestätigt worden, teilte das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) am Mittwoch in Köln mit. Der Lander „Philae“ soll am 12. November auf dem Kopf des entenförmigen Kometen aufsetzen.

„Der Landeplatz hat ausreichend Sonne und relativ flaches Gelände“, berichtete Projektleiter Stephan Ulamec vom DLR. Gesteuert und überwacht wird die erste Landung überhaupt auf einem Kometen aus dem Lander Control Center des DLR in Köln. Noch am Tag vor dem schwierigen Manöver wird erneut entschieden, ob die Landung ausgelöst wird. Die Sonde „Rosetta“ ist seit zehn Jahren zu dem Kometen unterwegs, der auch „Tschuri“ genannt wird.

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Mit der gut eine Milliarde teuren Mission wollen die europäischen Kometenforscher einen Blick in die Entstehungszeit unseres Sonnensystems werfen. Erstmals kann dabei das ursprüngliche Material eines Kometen nicht nur bei einem Vorbeiflug untersucht werden, sondern direkt vor Ort. Kometen, die hauptsächlich aus Staub und Eis bestehen, sind die wahrscheinlich ältesten, weitgehend unveränderten Reste der gigantischen Staubscheibe, aus der unser Sonnensystem entstand.

Im Mai 2014 hatte sich „Rosetta“ dem Zielobjekt „Tschuri“ auf 934.000 Kilometer genähert. Es folgte ein wochenlanges „Rendezvous-Manöver“, wie die Wissenschaftler sagen. Die Oberfläche des Himmelskörpers wurde fotografiert und kartiert, um einen Landplatz zu finden.

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huGO-BildID: 13178984 ** ARCHIV ** Ein von der ESA auf ihrer Webseite gezeigtes computergenerietes Bild vom 5. September 2008, zeigt die ESA Sonde "Rosetta" bei der Annaeherung an den Asteroiden Steins. Die Oeffentlichkeit interessiere sich immer noch zu wenig fuer Asteroiden, sagt Michael Khan, Raumfahrtingenieur bei der Europaeischen Raumfahrtagentur (ESA) in Darmstadt, und sie wisse auch zu wenig ueber die Himmelsobjekte. Asteroiden kommen aus einer Zeit vor 4,6 Millionen Jahren, als das Sonnensystem geboren wurde. Immer wieder kreuzen kleinere und groeere Objekte die Erdbahn. Fuer die Sonde "Rosetta" begann die Mission 2004. Im folgenden Jahr untersuchte sie die physikalische und chemische Beschaffenheit des Kometen Steins und funkte spektakulaere Bilder auf die Erde. (AP Photo/ESA, C.Carreau) ** NUR ZUR REDAKTIONELLEN VERWENDUNG BEI NENNUNG DES URHEBERS: ESA ** ** zu unserem KORR ** --- ** FILE ** An European Space Agency image taken from the ESA's webside on Friday, Sept 5. 2008 shows an artist's impression of ESAs Rosetta spacecraft flying by asteroid (2867) Steins on Sept. 5, 2008 at 20:58 CEST (1858 GMT), with a closest approach distance of 800 kilometers. Steins is Rosettas first nominal scientific target. The spacecraft encountered the asteroid in the course of its first incursion into the main asteroid belt located between the orbits of Mars and Jupiter, while on its way to Comet 67P/Churyumov-Gerasimenko, which is scheduled for 2014. (AP Photo/ESA, C.Carreau) ** EDITORIAL USE ONLY * MANDATORY CREDIT: ESA, C.CARREAU * NO SALES ** Quelle: AP

Das DLR berichtete, am 12. November solle der etwa kühlschrankgroße Lander um 9.35 Uhr vom „Rosetta“ getrennt werden. Dazu wird „Philae“ abgestoßen und sinkt dann auf die Kometenoberfläche. „Das wird etwa sieben Stunden dauern“, sagt Projektleiter Ulamec. Sofort danach wird der Lander durch Harpunen im Eis verankert.

Im Kontrollzentrum des DLR in Köln haben etwa 50 Mitarbeiter mit dem Prozess zu tun. Die Landung läuft aber komplett automatisch ab. Denn eine direkte Steuerung ist wegen der großen Entfernung und Zeitverzögerung von etwa einer halben Stunde nicht möglich.

Auf „Tschuri“ herrsche derzeit eine Temperatur von minus 70 Grad, auf der Nachtseite sei es noch viel kälter, sagt Projektleiter Ulamec. Je näher der Komet an die Sonne kommt, desto wärmer wird es.

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