Raumstation ISS: Aufblas-Modul im zweiten Anlauf aufgepumpt

Raumstation ISS: Aufblas-Modul im zweiten Anlauf aufgepumpt

, aktualisiert 29. Mai 2016, 08:47 Uhr
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Im zweiten Anlauf aufgepumpt.

Quelle:Handelsblatt Online

Im zweiten Durchgang klappte es: Die Nasa hat das erste aufpumpbare Modul für Astronauten an der Raumstation ISS eingerichtet. Nun müssen Robustheit und Wohnlichkeit der Kammer geprüft werden.

Cape CanaveralDas erste aufblasbare Wohnmodul im All ist aufgebaut: In einer siebenstündigen Aktion schaffte es US-Astronaut Jeffrey Williams am Samstag, Luft in die Kammer zu lassen, wie die Raumfahrtbehörde Nasa mitteilte. Schließlich entfaltete der bauschige Raum seine volle Große von vier mal drei Metern. Intern eingebaute Luftbehälter sorgten noch für den nötigen Druckausgleich.

Die Firma Bigelow Aerospace, der Schöpfer des Moduls namens Beam, jubilierte über Twitter: „Ein bedeutender Meilenstein ist erreicht worden.“ Ehe Williams und seine fünf ISS-Kollegen den Raum betreten können, müssen sie aber noch mindestens eine Woche warten. Denn die Nasa will sichergehen, dass die Kammer luftdicht ist, bevor die Tür geöffnet wird.

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An der einzigartigen aufblasbaren Kapsel soll getestet werden, wo und wie Astronauten auf dem Mond und dem Mars einmal leben könnten. Auch als Vorläufer für Touristenhotels im All ist das ballonähnliche Modul gedacht.

Im April war es zunächst von einer Rakete der Raumfahrtfirma SpaceX ins All gebracht und dann an der ISS installiert worden. Am Außenposten der Menschheit im All soll Beam für zwei Jahre angedockt bleiben. In der Zeit wollen Ingenieure ermitteln, inwiefern Beam den Temperaturen, der Strahlung sowie möglichen Kollisionen mit im All fliegenden Kleinkörpern standhalten kann.

Es war der zweite Aufblasversuch am Modul, der erste Test war am Donnerstag gescheitert. Die Ursache für den Misserfolg vermuten Experten darin, dass die weiche Kammer vor dem Start an Bord der SpaceX-Rakete für lange Zeit zusammengedrückt worden sei. Daher hätten die Stoffschichten sich nicht richtig entfalten können.

Am Freitag wurde Druck im Modul abgelassen, um die Reibung zwischen den verschiedenen Lagen zu mindern. Dies machte dann offensichtlich den Unterschied: Der kosmische Test-Ballon schwoll am Samstag auf eine Größe von zusätzlich fast zwei Meter an und gewann mit jedem Druckstoß an Volumen hinzu.


Technik für die Raumfahrt der Zukunft

Insgesamt betätigte Astronaut Williams das Ventil 25 Mal, um Luft von der ISS in die Kammer zu pumpen. Die Nasa setzte ganz bewusst auf eine langsame Herangehensweise, um einen plötzlichen Druckaufbau im Modul und womöglich darauf folgende Belastung der Verbindungsteile der Raumstation zu vermeiden.

Für den Beam-Prototyp der Firma Bigelow Aerospace, der auf einem Nasa-Konzept aus den 90er Jahren basiert, hatte die amerikanische Raumfahrtbehörde umgerechnet 15,9 Millionen Euro bezahlt. Der Gründer des Unternehmens mit Sitz in North Las Vegas, Robert Bigelow, tüftelt bereits an privaten aufblasbaren Raumstationen, die in einigen Jahren starten könnten. Der langjährige Hotelunternehmer sieht in der Technik die Zukunft der Raumfahrt.

Ausdehnfähige Raumkapseln können beim Start zusammengedrückt werden, die Raketen könnten dann mehr Fracht aufnehmen. Zugleich hätten auch die Raumfahrer viel Raum.

Quelle:  Handelsblatt Online
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