Red Bull im Visier: Foodwatch fordert Verbot von Energy Drinks

Red Bull im Visier: Foodwatch fordert Verbot von Energy Drinks

Der Verbraucherschutzverband Foodwatch will sogenannte „Energy Shots“ aus den Supermarktregalen verbannen. Die kleinen Flaschen enthalten Koffein und Taurin in besonders starker Konzentration.

Sowohl die hochkonzentrierten Energy Shots als auch die herkömmlichen Energy Drinks sollen Herzrhythmusstörungen, Krampfanfälle, Nierenversagen und sogar Todesfälle verursachen. "Vor allem bei den Shots ist die Gefahr einer Überdosierung besonders hoch", sagen die Verbraucherschützer aus Berlin.

Ein Energy Shot von 60 Milliliter enthält die gleiche Menge Koffein und Taurin wie eine normale Red-Bull-Dose – und zwar in vierfacher Konzentration. Bei Sport oder in Kombination mit Alkohol warnen Wissenschaftler vor möglichen Nebenwirkungen.

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Foodwatch fordert ein generelles Verkaufsverbot der Shots. Die herkömmlichen Drinks sollen, wenn es nach den Verbraucherschützern geht, deutliche Warnhinweise auf der Verpackung tragen und nur noch ab 18 Jahren verkauft werden. Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) stufte bereits im Dezember 2009 die Shots als nicht sicher ein und sprach sich ebenfalls für ein Verbot aus. In Frankreich ist das Produkt ebenfalls negativ aufgefallen. Die französische Lebensmittelbehörde ANSES warnte 2012, dass die Sicherheit der Produkte nicht garantiert werden könne. In den USA ermittelt derzeit eine entsprechende Behörde (FDA), ob mehrere Todesfälle durch die Energiegetränke ausgelöst worden sein könnten.

Die wichtigsten NGOs und wie sie sich mit wem anlegen

  • Greenpeace

    Weltweites hoch professionelles Umweltschützer-Netzwerk, das vor allem mit spektakulären Aktionen vor Konzernzentralen oder an Fabrikationsanlagen Kampagnen startet.

    Vorgehen: Aggressiv.

    Aktuelle Gegner: Shell, Automobilindustrie, Energiewirtschaft, Bundesregierung

  • Foodwatch

    Die "Essens-retter" schießen gegen Landwirtschaft, Ernährungsindustrie und Lebensmitteleinzelhandel.

    Vorgehen: Aggressiv.

    Aktuelle Gegner: Hipp, Teekanne, Radeberger, Netto, Unilever

  • Deutsche Umwelthilfe

    Führt medienwirksame Kampagnen gegen den CO2-Ausstoß.

    Vorgehen: Hartnäckig, aber offen.

    Aktuelle Gegner: Automobilindustrie, ADAC, Energiewirtschaft, Verpackungsbranche

  • NABU

    Die Tier- und Naturschützer (Schwerpunkt Vögel) gelten als friedliche NGO, die nicht auf Krawall setzt.

    Vorgehen: Lösungsorientiert.

    Aktuelle Gegner: Automobilindustrie, Landwirtschaft

  • BUND

    Klima- und Naturschutz sind die Kernthemen des politisch engagierten Lobbyvereins.

    Vorgehen: Gesprächsbereit.

    Aktuelle Gegner: Energiewirtschaft, Chemieindustrie, Landwirtschaft, BASF, KWS

  • WWF

    Tierschutz steht bei der weltweiten Organisation mit dem Panda-Logo im Vordergrund, gilt als NGO mit der größten Nähe zur Wirtschaft.

    Vorgehen: Kompromissbereit.

    Aktuelle Gegner: Energiewirtschaft

Interessanterweise hat das BfR auch Foodwatch-Nachfrage im Januar zwar bestätigt, dass die Produkte grundsätzlich kritisch einzuschätzen seien. Von der ursprünglichen Forderung eines Verbots wich das Institut jedoch ab. Stattdessen empfehlen die Experten einen Warnhinweis auf dem Etikett.

Auch die Politik bleibe weitestgehend tatenlos, kritisiert Foodwatch. Zwar habe das Bundesverbraucherministerium nachgewiesen, wie schädlich Koffein und Taurin sind, und im Mai 2012 auch Höchstwerte für eben diese Inhaltsstoffe in Energy-Drinks erlassen. Der Getränkekonzern Red Bull soll diese Regelung jedoch umgehen, indem der Hersteller die Shots offiziell als Nahrungsergänzungsmittel klassifiziert. Dagegen habe die Politik bisher nichts unternommen. Ein Ansprechpartner bei Red Bull war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

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Laut der EU-Lebensmittelbehörde (EFSA) konsumiert fast jeder dritte Erwachsene Energy-Drinks. Besonders beliebt sind sie bei Kindern und Jugendlichen, 68 Prozent der Teenager greifen zu den Getränken. Zwölf Prozent von ihnen greifen mindestens viermal in der Woche zu. Und ebenfalls zwölf Prozent trinken mehr als einen Liter pro Konsum.

Weitere Informationen hat Foodwatch auf einem Faktenpapier zusammengestellt.

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