Reifen-Innovationen: Grüne Gummis für das Auto

Reifen-Innovationen: Grüne Gummis für das Auto

Beim Spritsparen denken viele Autofahrer vor allem an effizientere Motoren. Aber schon mit neuen Reifen lässt sich der Benzinverbrauch um mehr als fünf Prozent senken. Auch Alternativen zum Rohstoff Kautschuk werden erprobt.

Das Rad neu erfinden

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Bessere Reifenkonstruktionen sollen dazu beitragen, den Spritverbrauch zu senken

Klimaschutz kann sich rechnen. Sechs Monate lang fuhren zwei Lastwagen aus der Flotte der Ludwigshafener Spedition Gruber durch Europa, ausgerüstet mit neuartigen Energiesparreifen. Nach 100.000 Kilometern die Bilanz: 2300 Liter Kraftstoff sparte der Pneuwechsel ein. Das brachte nicht nur den ersten Preis beim Sparwettbewerb eines großen deutschen Reifenherstellers, sondern auch netto 2300 Euro weniger Tankkosten. Da wurde es beinahe zur schönen Nebensache, dass die Testfahrt die Atmosphäre um rund sechs Tonnen CO2 entlastete, mehr als zum Beispiel ein Schwede in einem ganzen Jahr verursacht.

Energieeffiziente Reifen – plötzlich sind sie in aller Munde. Wo bisher nur von Bremswegen und Verschleiß die Rede war, rechnen Reifenhersteller ihren Kunden nun vor, wie viel Benzinkosten sie mit ihren Pneus vermeiden. Neuartiger Synthese-Kautschuk und neue Reifenkonstruktionen sollen den Spritverbrauch um mehr als fünf Prozent senken. Damit hat der Megatrend CO2-arme Mobilität nun auch das grundlegendste Bauteil des Autos erfasst: den Gummi-Reifen.

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Seit seiner Erfindung vor 100 Jahren hat er die Welt mobil gemacht. Nun soll er helfen, dass sie weiter ergrünt.

Das Einsparpotenzial ist enorm: Der Rollwiderstand der Reifen macht bis zu 30 Prozent des Energieverbrauchs eines Fahrzeugs aus. Wer sogenannte Leichtlauf-Reifen mit geringem Rollwiderstand an einen Mittelklassewagen montiere, könne spielend 100 Euro Spritkosten pro 15.000 Kilometer einsparen, sagt der Verkehrsexperte Stefan Haendschke von der Deutschen Energie-Agentur (Dena). Das sei noch konservativ geschätzt.

Der Ökotrip der Reifenhersteller reicht weiter: Sie wollen auch in der Produktion Energie, Chemikalien und sogar Öl einsparen. Bioressourcen sollen die Rohstoffversorgung der Zukunft sicherstellen und zugleich das schwarze Image des Pneus begrünen.

Es ist höchste Zeit. Vor allem Speditionen, denen die Finanzkrise 2009 arg zugesetzt hat, seien an jedem Tropfen Sprit interessiert, den ihre Lastwagen weniger schlucken, sagte Carsten Meißner, Vertriebschef beim hannoverschen Reifenhändler Vergölst.

Grün gewaschen

Auch Pkw-Hersteller setzen verstärkt auf genügsame Reifen, berichten Zulieferer wie das französische Unternehmen Michelin und der US-Konzern Goodyear. Denn ihre Fahrzeuge müssen ab Anfang 2012 verschärfte CO2-Grenzwerte einhalten. Im November desselben Jahres wird die Europäische Union obendrein ein Ökolabel für Reifen einführen. Ähnlich wie bei Kühlschränken bewertet es die Energieeffizienz jedes Pneus. Das dürfte den sogenannten grünen Reifen erst richtig ins Rollen bringen.

Für die meisten Hersteller fiele das EU-Zeugnis peinlich aus. Auf der Stufenskala von A bis F bekämen heutige Standardreifen nur ein schwaches E. Das ergab der jüngste Sommerreifen-Test der Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ). Selbst die besten Spar-Reifen von Herstellern wie Goodyear erreichten nach eigenen Angaben nur ein C oder B.

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