Rosetta: Wieder Kontakt zu Philae

Rosetta: Wieder Kontakt zu Philae

, aktualisiert 13. November 2014, 08:44 Uhr
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Swetlana Gerassimenko, eine der beiden Entdeckerinnen des Kometen 67P, mit einem Modell.

von Andreas Menn

Einen Tag nach der spektakulären Landung mit einem Mini-Labor auf einem Kometen haben Kontrolleure am Donnerstagmorgen wieder Kontakt zu dem Landegerät „Philae“ bekommen.

An den Moment, als sie den Kometen entdeckte, über den in diesen Tagen alle reden, kann sich Swetlana Gerassimenko noch erinnern. „Ich arbeitete am astrophysischen Institut in Almata“, sagt die Astroforscherin, „und war eigentlich einem ganz anderen Kometen auf der Spur.“

Doch auf der Aufnahme, die sie eines Nachts im Jahr 1969 von ihrem Zielobjekt dort weit draußen im All schoss, war noch ein zweites Objekt zu sehen. Es war, wie sich später herausstellte, ein Komet.

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Jener Komet, auf dem am 12. November 2014 erstmals eine Sonde landete. Gerassimenko konnte es kaum erwarten. Die Forscherin lehnte mit eine Arm an einem Stehtisch im Forschungszentrum Envihab auf dem Gelände des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), neben ihr lag ein Modell des Kometen, der in Wirklichkeit mehr als vier Kilometer groß ist.

„Riesig würde ich mich freuen, wenn es klappt“, sagte die Kometenjägerin kurz bevor die Daten des Roboters Philae auf der Erde ankamen und die historische Landung bestätigten. „Wenn man wirklich zu etwas entschlossen ist, ist nichts schwer.“

Doch zunächst herrschten einige Minuten gespannte Ruhe, Raumfahrtexperten und Journalisten schauten gebannt auf die Leinwand, auf der eine Liveschalte ins Kontrollzentrum der Europäischen Raumfahrtagentur Esa zu sehen war. Um etwa 16:30 Uhr sollte Philae laut Plan gelandet sein. Um 17 Uhr warteten Forscher in den Kontrollzentren des DLR in Köln und in Darmstadt, bei der Europäischen Raumfahrtagentur Esa, auf das ersehnte Lebenszeichen aus dem All. 28 Minuten braucht das Signal vom Kometen bis zur Erde.

Es war ein Apollo-Moment für die europäische Raumfahrt, ein Moment, von dem manche sagen, er sei für die Esa so wichtig wie einst die Mondlandung für die Nasa. Zwei Dekaden Vorbereitung stecken in dem Projekt, eine Milliarde Forschungsgelder und ungezählte Stunden Arbeit, mit der zahlreiche brillante Köpfe die zehnjährige Reise von Rosetta geplant haben – eine der weitesten, die ein Roboter von der Erde aus unternommen hat. Was, wenn doch noch etwas schiefgeht?

Einen Kometen zu entdecken ist schon schwierig genug; auf einem Kometen zu landen ist ein wahres Kunststück, und noch niemand hatte es zuvor versucht. Philae, die kühlschrankgroße Sonde, ist auf der Erde 100 Kilogramm schwer; auf dem Kometen wiegt sie nur wenige Gramm.

Und obwohl sie Tschuri, wie sie den Kometen hier nennen, nur im Schritttempo anflog, mit einem Meter pro Sekunde, wäre sie fast im gleichen Tempo wieder zurück ins All getitscht, wenn sich die Wissenschaftler nicht eine ganz besondere Landevorrichtung ausgedacht hätten.

Sobald Philae den Kometen berührte, fing ein kleiner Rammbock den Schwung ab. Mit einer Spindel und einem Generator verwandelt er die Bewegungsenergie des Aufpralls in Strom und Wärme. Zeitgleich sollten die drei Füße von Philae je einen Eisbohrer in den Boden rammen, um sich festzukrallen. Zusätzlich sollten sich zwei Harpunen ins Eis rammen, die zusätzlichen Halt bieten sollten.

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