Bild: REUTERSF-22 Raptor
Die Kampfjets vom Typ F-22 Raptor des US-Herstellers Lockheed Martin sind derzeit die teuersten und modernsten Jets der amerikanischen Luftwaffe. Ein Kampfjet kostet um die 110 Millionen Euro. Allerdings machen die Tarnkappenbomber ihren Piloten Probleme. Sie bekommen während des Fluges nicht genügend Luft. Schon seit vier Jahren melden die Piloten Benommenheit und kurzfristige Blackouts. Die Ursache des Sauerstoffmangels wird seit dem untersucht. 2011 hatte der Raptor schon einmal Flugverbot erteilt bekommen, weil einige Piloten ohnmächtig geworden sind. Jetzt hat die Luftwaffe angekündigt, den F 22 nicht mehr auf langen Strecken einzusetzen, damit die Maschinen im Falle des Falles rechtzeitig gelandet werden können.
Bild: REUTERSF35
Auch der Vorgänger des Raptors, der F 35 von Lockheed Martin, macht schon länger Zicken. Das erste in Serie produzierte Tarnkappen-Mehrzweckkampfflugzeug brachte es wegen eines Fehlers in der Elektronik nur auf 65 Prozent der nötigen Stromstärke. Dadurch ließ sich der F 35 nicht korrekt manövrieren. Der Fehler wurde im Jahr 2009 behoben - zwei Jahre nach Entdeckung des Fehlers. Ebenfalls im Jahr 2007 kam es bei einer Maschine zu Kurzschlüssen, die eine Notlandung zur Folge hatten. Diverse Testflüge mussten in den Jahren 2007 und 2008 wegen mechanischer Fehler oder Fehlern im Kühlsystem unterbrochen werden. Da die Maschinen zum Teil aus Aluminium bestehen, um sie leichter zu machen, kam es in der jüngsten Vergangenheit vorschnell zu Ermüdungsrissen am Rumpf der Kampfflieger. Mittlerweile fürchtet die US-Luftwaffe, dass die gleichen Fehler wie beim F 22 Raptor auftreten könnten und die Piloten nicht genügend Sauerstoff bekommen. Wegen der anhaltenden Probleme werden derzeit nicht wie geplant 110 Jets pro Jahr hergestellt, sondern nur rund 50.
Bild: dpa/dpawebF-104 Starfighter
dass die Flieger von Lockheed Martin so ihre Probleme haben, ist aber nicht erst seit Kurzem so. Auch der F-104 Starfighter, der 1954 in Produktion ging, hatte seine Kinderkrankheiten. Der Starfighter erreichte zwar als erstes
US-Luftwaffen-Flugzeug die doppelte Schallgeschwindigkeit, zunächst gab es aber massive Probleme mit den Schleudersitzen. Da diese nicht nach oben ausgelöst wurden, hätten Piloten diese im Niedrigflug nicht benutzen können. Der Abfangjäger hatte außerdem Probleme mit den Triebwerken bei der Landung, den Landeklappen, dem Fahrwerk und kann auf eine traurige Absturzstatistik zurückblicken. Allein in Deutschland fielen rund 300 Starfighter vom Himmel, was ihnen den Beinamen Witwenmacher einbrachte.
Bild: APC5 Galaxy
Auch das Transportflugzeug C-5 Galaxy von Lockheed gehört zu den Klassikern der Luftfahrt. Die C 5 wurde Anfang der 60er Jahre entwickelt und konnte bis mehr als 120 Tonnen fassen. In den 70er Jahren mussten bei allen Fliegern die Tragflächen getauscht werden, weil sich Risse an den Tragflächenaufhängungen bildeten. Ein teurer Spaß für die US-Air Force. Die Galaxys sind übrigens immer noch im Einsatz, werden aber seit 1989 nicht mehr produziert.
Bild: REUTERSA400M
Lockheed Martin ist aber nicht der einzige Hersteller, dessen Vögel mitunter massive Probleme machen. Das Transportflugzeug A400M von Airbus kann zwar zwei Bagger oder zwei Apache-Kampfhubschrauber fassen - alternativ auch bis zu drei Sanitätsfahrzeugen - was der dicke Vogel nicht draufhat, ist Pünktlichkeit. Prinzipiell sollte der A400M ab 2008 in Serie gehen, was durch Fehler aber immer wieder verzögert wurde. Der Erstflug fand erst Ende 2009 statt. Insgesamt gab es 184 Bestellungen, Deutschland wollte rund 60 der Transportflugzeuge. Die acht Staaten, die einen A 400M geordert hatten, sollten an den Mehrkosten beteiligt werden, was jahrelange Streitigkeiten nach sich zog. Erst 2010 stand die Finanzierung des immer teurer gewordenen Fliegers.
Bild: REUTERSNH 90
Der Transporthubschrauber NH 90 von Nato Helicopter Industries war 1995 der erste Serienhubschrauber, der ein elektronisches Flugsteuerungssystem hatte. Doch leider verzögerte sich auch die Auslieferung des NH 90 wegen technischer Probleme drastisch. Zwar wurde der Hubschrauber schon in den 80er erdacht und hob 1995 zum Jungfernflug an, in Serie ging er aber erst im Jahr 2001. Die Bundeswehr bestellte rund 120 der modernen und leichten Hubschrauber - Gegenwert 4,6 Milliarden Euro. Im Jahr 2010 wurden dann 28 NH90 ausgeliefert. Da erst stellte sich heraus, dass der NH 90 für zwar ultramodern, für das Militär aber nicht geeignet ist. Beispielsweise können Soldaten nur ein- oder aussteigen, wenn der Hubschrauber auf einem befestigten Untergrund steht und keine Hindernisse vorhanden sind. Außerdem waren die Hubschrauber so empfindlich, dass sie nicht unbeschadet beladen werden konnten.
Bild: REUTERSEurofighter Typhoon
Die Bundeswehr hatte ursprünglich 180 Kampfflugzeuge vom Typ Eurofighter bestellt. Kostenpunkt rund 20 Milliarden Euro. Der Eurofighter ist damit das teuerste Rüstungsprojekt der Bundeswehr. Wegen Problemen mit der Bordkanone gab es auch bei diesem Modell massive Verzögerungen. Am Schluss bekam die Bundeswehr nur 55 Eurofighter. Nachdem die Maschinen dann endlich da waren, mussten sie wegen Problemen mit den Schleudersitzen alle am Boden bleiben.
Bild: REUTERSMV-22 Osprey
Die MV-22 Osprey von Bell Helicopters und Boeing IDS ist ein Transportflugzeug, das senkrecht starten und landen kann. Die Osprey hat eine ganz stattliche Unfallbilanz zu bieten: Wegen Stabilitätsproblemen stürzte 1991 erstmals eine Osprey vom Himmel, im darauffolgenden Jahr kamen bei einem Absturz über dem Meer sieben Menschen ums Leben. Grund war ein Feuer in der Antriebsanlage. Bei einer Übung im Jahr 2000 kamen durch einen Absturz weitere 19 Menschen zu Tode, bei einem Nachttraining im selben Jahr stürzte eine weitere Osprey ab. Vier Marines starben dadurch. Schuld war ein Fehler in der Flugsteuerungssoftware. Weitere Abstürze folgten in den Jahren 2006, 2007, 2010 und 2012.
F-22 Raptor
Die Kampfjets vom Typ F-22 Raptor des US-Herstellers Lockheed Martin sind derzeit die teuersten und modernsten Jets der amerikanischen Luftwaffe. Ein Kampfjet kostet um die 110 Millionen Euro. Allerdings machen die Tarnkappenbomber ihren Piloten Probleme. Sie bekommen während des Fluges nicht genügend Luft. Schon seit vier Jahren melden die Piloten Benommenheit und kurzfristige Blackouts. Die Ursache des Sauerstoffmangels wird seit dem untersucht. 2011 hatte der Raptor schon einmal Flugverbot erteilt bekommen, weil einige Piloten ohnmächtig geworden sind. Jetzt hat die Luftwaffe angekündigt, den F 22 nicht mehr auf langen Strecken einzusetzen, damit die Maschinen im Falle des Falles rechtzeitig gelandet werden können.
Wenn die Chefs der US-Rüstungsindustrie den Namen Carl Levin hören, dürften sie nervös werden. Der Chairman des Senatskomitees für "Armed Services" hat einen Skandalreport vorgelegt, der es in sich hat: Mehr als eine Millionen gefälschter Chips und Elektronikteile sollen ihren Weg in High-Tech-Waffensysteme der US-Streitkräfte gefunden haben. Im schlimmsten Fall bedrohten die gefälschten Teile die nationale Sicherheit und das Leben der Soldaten, heißt es in dem Bericht. Die Quelle von mehr als 70 Prozent der dokumentierten Fälschungen: China.
Während Produktpiraten bislang vor allem für die Konsumgüterindustrie Milliardenschäden verursachten, infiltrieren sie nun offenbar auch im großen Stil die Rüstungsindustrie. Zahlreiche große Rüstungskonzerne wie Boeing, Lockheed Martin und Raytheon sind betroffen, auch L-3 Communications und BAE Systems wurden erwähnt.
Da ist zum Beispiel der bekannte Marinekampfhubschrauber Seahawk, in dessen Funkstörungsfilter gefälschte Teile verbaut wurden. Wenn diese versagen, könnte der Hubschrauber womöglich nicht mehr nachts fliegen und wäre bei Landmissionen beeinträchtigt. In den Lockheed-Transportflugzeugen C-130J und C-27J könnten wegen gefälschter Bauteile Displays ausfallen, die dem Piloten den Kerosinstand, den Motorstatus und Warnmeldungen anzeigen. Betroffen sind auch Raketen- und Artilleriesysteme.
Scharfe Kritik an China, Rüstungsindustrie und US-Behörden
"Diese Befunde sollten jeden Amerikaner empören", sagte Senator Levin. "Unser Bericht umreißt, wie diese Flut an gefälschten Bauteilen, vor allem aus China, die nationale Sicherheit, unsere Truppen und amerikanische Arbeitsplätze bedrohen." China habe bei der Kontrolle des offenkundig sehr großen Marktes für Fälschungen versagt, heißt es in dem Report. Die Komitee-Mitglieder seien gar in ihrer Recherche behindert worden, heißt es: Mehreren seien verweigert worden, als sie Fabriken vor Ort unter die Lupe nehmen wollten.
Auch die Rüstungsindustrie wird in dem Bericht scharf kritisiert. Oft wüssten die Unternehmen nicht gut genug über ihre Lieferkette Bescheid. In vielen Fällen wüssten Boeing, Lockheed-Martin und Co. nicht einmal, wo die Zulieferer ihre Teile beschafften. Die beschriebenen 1.800 Fälle von fälschungsverdächtigen Teilen gingen auf mehr als 650 Unternehmen zurück, die wiederum eigene Zuliefernetzwerke unterhielten. So seien die Ramsch-Teile für den Seahawk-Helikopter durch fünf verschiedene Hände gewandert, bevor Raytheon sie kaufte. Weder das Verteidigungsministerium noch Raytheon hätten vor der Untersuchung gewusst, dass sie ursprünglich von Huajie Electronics im chinesischen Shenzen stammten.
Wie solche Fehler passieren können, zeigt das Beispiel der fehlerhaften Chips für die Bildschirme in den Lockheed-Flugzeugen. Der chinesische Zulieferer von L-3 Communications habe probeweise 18 Chips verschickt. Als diese geprüft und für gut befunden waren, habe L-3 mehr als zehntausend davon bei den Chinesen gekauft. Kein unabhängiges Labor habe die Bauteile überprüft. Zudem seien die Unternehmen faul, wenn es darum ginge, von solchen Fällen dem Verteidigungsministerium zu berichten. "Das Verteidigungsministerium und seine Vertragspartner müssen dieses Problem aggressiver angehen, vor allem, weil Fälscher besser darin werden, ihre gefährlichen Kopien zu verstecken", sagte Komitee-Vize John McCain.



















