Russische Marssonde: Nasa bietet Hilfe zur Sonden-Rettung an

Russische Marssonde: Nasa bietet Hilfe zur Sonden-Rettung an

, aktualisiert 10. November 2011, 09:27 Uhr
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Die Sonde Phobos-Grunt (hier kurz vor dem Verladen) sollte den Marsmond Phobos erkunden und Bodenproben zur Erde transportieren.

Quelle:Handelsblatt Online

Die Nasa hat Russland Unterstützung bei der Rettung der Mars-Sonde Phobos-Grunt angeboten. Die Sonde droht auf die Erde zu stürzen - mit radioaktivem Kobalt 57 an Bord sowie Tanks voller giftigem Treibstoff.

Die Nasa hat der russischen Raumfahrtagentur Roskosmos Hilfe bei der Rettung der in Schwierigkeiten geratenen Mars-Sonde Phobos-Grunt angeboten. Die am Dienstag gestartete Sonde steckt nach zwei Triebwerks-Fehlzündungen im Erdorbit fest. Gelingt die Aktivierung nicht, könnte der 13 Tonnen schwere Transporter mit radioaktivem Kobalt 57 sowie Tanks voller giftigem Treibstoff zur Erde stürzen.

Falls von russischer Seite gewünscht, werde man das Kommunikationsnetzwerk zur Verfügung stellen, über das die Nasa eigene Satelliten und Raumsonden steuert, sagte Nasa-Sprecher Michael Braukus in der Nacht zu Donnerstag.

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Russlands erste interplanetare Mission seit 15 Jahren sollte im August 2014 Bodenproben von dem Marsmond Phobos zur Erde bringen. Der Frachter war am Dienstag um 21.16 Uhr MEZ vom Weltraumbahnhof Baikonur gestartet. Die etwa 120 Millionen Euro teure russische Sonde Phobos-Grunt und der chinesische Satellit Yinghuo-1 hatten sich zunächst wie geplant von der Zenit-Trägerrakete getrennt.

Dann aber versagten beide Triebwerkszündungen vermutlich wegen defekter Sensoren. Deshalb habe die Sonde nicht wie geplant auf Marskurs gebracht werden können, sagte der Chef der Raumfahrtbehörde Roskosmos, Wladimir Popowkin, am Mittwoch.

Russische Nachrichtenagenturen zitierten einen Roskosmos-Mitarbeiter mit den Worten, es helfe „nur ein Wunder“. Die Chancen auf eine Rettung seien gering. „Die schlimmsten Befürchtungen haben sich bewahrheitet.“

Dem widersprach Popowkin. Allerdings habe die Flugleitzentrale wegen der leerlaufenden Batterien an Bord höchstens drei Tage Zeit, das Raumschiff wieder auf Kurs zu bringen, räumte er ein.


War die Technik nicht ausgereift?

„Der Transporter bewegt sich in einer Höhe zwischen 208 und 356 Kilometern“, sagte der Roskosmos-Experte. Nach etwa fünf bis zehn Tagen könnte er an Geschwindigkeit verlieren und abstürzen. „Wohl nur ein Teil des mehr als 13 Tonnen schweren Frachters würde dann in der Atmosphäre verglühen.“ An Bord befindet sich neben Tonnen hochgiftigem Treibstoff auch radioaktives Kobalt 57. Einige Gramm seien für ein Messgerät nötig, das für die Erforschung des Mars-Trabanten vorgesehen sei, so Popowkin.

Geplant war, dass die Messapparatur im kommenden Jahr Mars und Phobos erreicht und bei Umrundungen Daten zur Erde funkt. Außerdem sollte ein chinesischer Satellit auf einer Mars-Umlaufbahn ausgesetzt werden. Für Anfang 2013 war die Landung einer Sonde auf Phobos vorgesehen, 2014 sollte dann eine Kapsel Proben zur Erde bringen.

Die Forscher erhofften sich von der aufwendigen Mission Erkenntnisse über die Entstehung unseres Sonnensystems. Roskosmos hatte den Start der Sonde bereits für 2009 geplant, musste die Mission aber wegen technischer Probleme verschieben.

Mit dem jetzigen Start wollten die Verantwortlichen die derzeit geringe Entfernung zum Mars ausnutzen. Vor dem Start hatten Kritiker angemahnt, dass die Technik des Raumfrachters nicht genügend getestet sei. Roskosmos wies dies zurück.

Quelle:  Handelsblatt Online
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