Schneller schlau: Was hat es mit dem Jupiter-Pluto-Effekt auf sich?

Schneller schlau: Was hat es mit dem Jupiter-Pluto-Effekt auf sich?

, aktualisiert 15. November 2011, 15:18 Uhr
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Fliegen wie Superman: An einem Frühjahrstag des Jahres 1976 schien dieser Traum zum Greifen nah.

von Thomas TröschQuelle:Handelsblatt Online

Wenn alles ganz leicht wird – Schneller schlau entführt Sie in die Welt des Wissenswerten.

Der Traum vom Fliegen ganz ohne technische Hilfsmittel, er schien an einem Tag im Frühjahr 1976 zum Greifen nah. Ein „eigentümliches Schwebe-Erlebnis“ versprach BBC-Moderator Patrick Moore seinen Zuhörern. Für einen Moment sollte die Gravitation, die uns Menschen üblicherweise an die Erde kettet, aufgehoben sein – ausgelöscht durch die gebündelte Kraft von zwei fernen Planeten unseres Sonnensystems, Pluto und Jupiter.

Der Mann, der seinen Zuhörern dieses einzigartige Erlebnis in Aussicht stellte, war beileibe kein Phantast. Als Astronom arbeitete Patrick Moore unter anderem für die Nasa, wo der ausgewiesene Mond-Experte an der Vorbereitung der Apollo-Mondlandungen beteiligt war.

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Seine Fähigkeit, komplexe astronomische Zusammenhänge auch für Laien verständlich und unterhaltsam zu präsentieren, machte Moore in Großbritannien zu einem der populärsten Vertreter seiner Zunft: Als Moderator der BBC-Serie „The Sky at Night“ präsentiert er seit 1957 Faszinierendes aus der Welt der Sterne und hat es mittlerweile sogar ins Guinness-Buch der Rekorde geschafft – als dienstältester Fernseh-Moderator der Welt.

Moores Worte haben also Gewicht in der Welt der Sternenforscher, und so lauschten die BBC-Hörer gebannt, was der Astronom ihnen an jenem Frühjahrsmorgen des Jahre 1976 zu verkünden hatte: Um exakt 9.47 Uhr sollte Pluto, der sonnenfernste Planet, auf seiner Bahn um die Sonne hinter dem Planetenriesen Jupiter verschwinden.

Durch dieses seltene Himmelsschauspiel würde sich die Gravitation beider Planeten für eine kurze Zeit bündeln und so der irdischen Schwerkraft entgegenwirken. Wer also exakt um 9.47 Uhr in die Höhe springe, könne für einige Momente gleichsam schwerelos durch die Luft gleiten, so der Astronom.

Und tatsächlich: Schon kurz nach dem ominösen Zeitpunkt verzeichnete die BBC erste Anrufe von Hörern, die die Auswirkungen des Jupiter-Pluto-Effekts auf den eigenen Körper beschrieben. Wobei manche sogar ganz ohne den von Moore empfohlenen Sprung zu einzigartigen Erlebnissen kamen. So meldete sich eine Dame und berichtete über ein Treffen mit Freunden, das knapp unterhalb der Zimmerdecke endete. Eine geheimnisvolle Kraft hatte alle Anwesenden plötzlich von ihren Stühlen emporschweben lassen.

Insgesamt verzeichnete die BBC mehrere hundert Anrufe zu dem Phänomen. Doch trotz solch eindrucksvoller Zeugnisse, die Annerkennung der Fachwelt hat der Jupiter-Pluto-Effekt bis heute nicht bekommen. Was zum einen daran liegen dürfte, dass Astronomen üblicherweise die Distanzen im Sonnensystem kennen und deshalb Schwierigkeiten haben, zwei hunderte von Millionen Kilometer entfernten Himmelskörpern einen derart bemerkenswerten Einfluss zuzubilligen. Zum anderen dürfte auch das Datum von Moores Radiosendung für Misstrauen gesorgt haben: Es war der 1. April 1976.

Quelle:  Handelsblatt Online
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