
Computer sind überall in unserem alltäglichen Leben. Einfache, auf logischen Schaltungen basierende Steuergeräte sind noch häufiger. Kein Tag, an dem wir nicht ohne eine elektronische Schaltung auskommen. So unterschiedlich sie in ihrer Leistung und Funktion auch sind, sie haben alle eines gemeinsam: Sie werden mit Strom betrieben.
Ungewöhnliche Konzepte, wie zum Beispiel auf Basis chemischer Reaktionen, können auch einfache Berechnungen durchführen. Japanische Forscher der Universität Kobe haben ein weiteres, sehr lebendiges System entdeckt, um solche logischen Funktionen zu berechnen: Krabben.
Die Wissenschaftler rund um Yukio-Pegio Gunji haben hierzu Schwärme von Soldatenkrabben (Mictyris longicarpus), die im Gebiet zwischen dem Golf von Bengalen und Australien leben, durch Tunnel laufen lassen. Die Beobachtung der Forscher: Wenn zwei Krabben-Schwärme kollidieren, verschmelzen sie zu einem großen Schwarm. Die Richtung dieses großen Schwarmes wird von der Summe der Geschwindigkeiten der beiden ursprünglichen Schwärme bestimmt. Auf diese Weise können die Logik-Gatter UND, ODER sowie NICHT nachgebildet werden. Auf diesen drei Gattern basieren sämtliche Berechnungen eines Computers.
Zunächst versuchten die Japaner, ihre Idee mit simulierten Schwärmen zu belegen. So konnten sie das ODER-Gatter, bei dem drei von vier möglichen Wegen die Lösung sind, sehr zuverlässig nachbilden. Die Simulation des UND-Gatters, bei dem nur ein Weg möglich ist, war nicht sehr zuverlässig.
Danach folgte ein Versuch mit realen Krabben-Schwärmen, die aus jeweils 40 Tieren bestanden. Die Krabben wurden jeweils an den Eingängen der logischen Gatter ausgesetzt und mit Schatten, die die Tiere als gefährlichen Raubvogel interpretierten, aufeinander zu bewegt. Die Testergebnisse lagen jeweils nahe an den Simulationen. Daraus folgern die Forscher, dass Krabben-basierte Berechnungen in der Tat möglich sind. Auch wenn wohl keiner von uns je in einem Computerladen das aktuelle iSnap-Modell kaufen können wird.















