Schnupfen-Studie: Warum wir uns bei Kälte eher erkälten

Schnupfen-Studie: Warum wir uns bei Kälte eher erkälten

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Immer schön warm halten: Kälte spielt laut einer neuen Studie doch eine Rolle bei Schnupfen

von Jana Reiblein

Im Winter folgt eine Erkältungswelle auf die nächste. US-Forscher haben nun herausgefunden, dass dabei tatsächlich die Temperaturen eine Rolle spielen.

"Ich war vorgestern lange draußen - da habe ich mir wohl eine Erkältung geholt", lautet ein immer wieder gehörter Ausspruch von schniefnasigen Menschen im Winter. Dass eine Erkältung von der Kälte kommt, wurde von Medizinern immer wieder als falscher Volksglaube zurückgewiesen.

Nun haben US-Forscher jedoch herausgefunden, dass die Temperatur sehr wohl eine Rolle bei der Entstehung von Erkältungen spielt. Das liegt demnach daran, dass die Abwehr unserer Zellen bei niedrigen Temperaturen schlechter funktioniert.

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Wie man Antibiotika richtig einsetzt

  • Wie Antibiotikaresistenzen entstehen

    Bakterien verändern sich ständig, um sich an wandelnde Umweltbedingungen anzupassen. Kleine Variationen im Erbgut, die Mutationen, verschaffen manchen Mikroben einen Überlebensvorteil, die sich daraufhin stärker vermehren als ihre übrigen Artgenossen. Dieses Grundprinzip der Evolution hilft auch Krankheitserregern, sich gegen Antibiotika zu wehren, etwa indem sie Wirkstoffe zerstören, bevor sie ihnen gefährlich werden. Doch wir können es den Keimen schwerer machen, diese Resistenzen zu bilden, indem wir einige Taktiken beachten.

  • Antibiotika sparsam verwenden

    Auch wenn es banal klingt – nur wenn ein Bakterium mit einem Antibiotikum in Kontakt kommt, bringt ihm eine Resistenz einen Überlebensvorteil. Daher sollten Mediziner die Mittel nur dann verordnen, wenn es aus medizinischen Gründen wirklich erforderlich ist. Doch noch immer setzen sie Antibiotika viel zu lax und häufig ein. Sogar dort, wo sie gar nicht wirken: etwa bei Erkältungen. Die werden meist von Viren verursacht, gegen die jedes Antibiotikum machtlos ist. Erste Schnelltests für Hausärzte gibt es schon, die zwischen Viren oder Bakterien unterscheiden.

    Zudem verwenden Landwirte Breitbandantibiotika seit Jahrzehnten als Mastmittel in der Tierzucht, was zumindest in Europa offiziell verboten ist. Von den 2000 pro Jahr in Deutschland verbrauchten Tonnen sind nur 350 Tonnen für den Menschen bestimmt, der Rest für Tiere. In den Ställen entstehen durch den dauernden Kontakt mit Antibiotika schnell Resistenzen, die auch auf Keime überspringen, die Menschen befallen.

  • Antibiotika richtig dosieren

    Verordnet ein Arzt ein Antibiotikum, darf es nicht zu niedrig dosiert sein oder die Behandlung zu früh abgebrochen werden. Sonst überleben genau jene Keime, die Abwehrstrategien entwickelt haben. Sie geben die Resistenzen
    dann an die Nachkommen weiter.

  • Sorgfältig desinfizieren

    Krankenhäuser sind eine Art Paradies für Keime: Die vielen vorkommenden Erreger können Resistenzgene austauschen; alte, immungeschwächte Patienten bringen neue Keime ins Haus: Jede Operation eröffnet den Erregern ideale Einflugschneisen in den Körper. Deshalb ist penible Hygiene in den Kliniken extrem wichtig. Viele Häuser lehnen es mittlerweile ab, verkeimte Patienten etwa aus schlecht geführten Pflegeheimen aufzunehmen, oder schicken sie konsequent auf Isolierstationen.

  • Früh diagnostizieren

    Bisher weiß ein Arzt oft nicht, ob er mit einem Breitbandantibiotikum früh zugeschlagen soll, um möglichst schnell viele Bakterienarten zu töten, oder ob er lieber mit einem speziellen Mittel einen einzelnen Erreger zielgerichtet
    angreifen soll. Gen-Schnelltests machen es jetzt möglich, einen Krankheitserreger vor der Behandlung genau zu identifizieren. Bisher dauerte das Tage.

Für ihre Studie, die nun im Magazin Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) veröffentlicht wurde, haben die Forscher der US-Universität Yale Rhinoviren untersucht. Sie sind der Hauptauslöser für die gemeine Erkältung, die uns mit Schnupfen plagt.

Demnach konnten bislang keinerlei Eigenschaften des Virus' selbst gefunden werden, die ein temperaturabhängiges Wachstum erklären. Daher nahmen die Wissenschaftler nun das Zusammenspiel von Virus und potentiellem Wirt unter die Lupe.

Die Forscher wiesen in Experimenten mit Zellkulturen aus den Atemwegen von Mäusen nach, dass Temperaturen unterhalb von 37 Grad die Immunantwort der Zellen verringern. In den Zellkulturen zeigte sich eine deutlich stärkere Abwehrreaktion bei 37 Grad als bei den Kulturen, die bei 33 Grad kultiviert wurden.

Der Clou: In der menschlichen Nasenhöhle ist es durch das Einatmen kalter Luft eben nicht 37 Grad warm wie in unserem Körperinnern. Die Körperöffnung ist als Einfallstor für alle möglichen Krankheitserreger und damit auch für deren Abwehr besonders wichtig. Auch Rhinoviren werden vor allem durch Tröpfchen- und Schmierinfektionen übertragen - also etwa, wenn uns jemand anniest. Oder wir mit unseren Händen kontaminierte Oberflächen berühren und uns dann ins Gesicht fassen.

In der kalten Nase können sich die Erkältungsviren laut der Studie besonders effektiv ausbreiten, weil die Abwehrreaktion der Schleimhautzellen gegen die Viren durch Kälte beeinträchtigt wird. Die Zellen produzierten in den Versuchsreihen weniger Stoffe, die den Krankmachern zu Leibe rücken.

Dass es sich tatsächlich um eine Immunreaktion handelt, die die Vermehrung des Virus' beeinflusst, belegten die Forscher mit einer weiteren Versuchsreihe. In Mauszellen, denen die angeborene Abwehr fehlte, wies das Virus sowohl bei 33 als auch bei 37 Grad Celsius robuste Vermehrungsraten auf. Dies belege, dass die Immunreaktion des Wirtsorganismus der Hauptgrund für den beobachteten Kälte-Effekt sei, so die Studienautoren.

Uns selbst und unsere Nase vor dem Auskühlen zu schützen, könnte also unserem Körper helfen, die Eindringlinge zu bekämpfen und so einem Schnupfen vorbeugen. Die Forscher betonen, dass noch viele weitere Faktoren eine Rolle bei der Entstehung von Erkältungen spielen und weitere Versuchsreihen nötig seien.

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