Shell-Studie: Biokraftstoffe haben großes Potenzial

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Shell-Studie: Biokraftstoffe haben großes Potenzial

Biokraftstoffe sind umstritten: zu teuer, nicht effektiv, Nahrungsmittelverschwender. Ausgerechnet der Ölkonzern Shell stellt jetzt eine Studie vor, die den Nutzen von Biosprit beweisen soll.

Der Beitrag von Biokraftstoffen an der Kraftstoffversorgung könnte mittel- bis langfristig deutlich steigen. Voraussetzung dabei ist jedoch, dass die Nachhaltigkeit der Rohstoffbereitstellung gewährleistet ist, die Produktionskosten fortschrittlicher Biokraftstoffe gesenkt werden und die Biokraftstoffe mit den jeweiligen Verkehrsträgern kompatibel sind. Zu diesem Ergebnis kommt die 1. Shell Biokraftstoff-Studie mit dem Titel "Nach Super E10: Welche Rolle für Biokraftstoffe?", die Shell zusammen mit dem Internationalen Institut für Nachhaltigkeitsanalysen und -strategien (IINAS) und dem Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg GmbH (ifeu) erarbeitet hat.

Biokraftstoffe sind heute die wichtigste alternative Energiequelle im Verkehr - ihr Anteil am Kraftstoffverbrauch liegt in Deutschland bei 5,6 Prozent, in Europa bei 4,5 Prozent sowie gut zwei Prozent weltweit. "Nachhaltig erzeugte Biokraftstoffe können und werden im Energiemix der Zukunft eine wichtige Rolle spielen," sagte Dr. Jörg Adolf, Chefvolkswirt von Shell in Deutschland. Biokraftstoffe werden bis 2020 den überwiegenden Beitrag leisten, um das bestehende EU-Ziel von zehn Prozent erneuerbarer Energien im Straßenverkehr zu erfüllen. Dies gilt auch, sollte die EU den Einsatz von Biokraftstoffen der 1. Generation auf fünf Prozent beschränken.

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70 Prozent des Kraftstoffbedarfs durch Biosprit decken

In sehr ambitionierten Klimaschutzszenarien könnten bis 2030 gut 20 Prozent, und bis 2050 sogar 70 Prozent eines bis dahin deutlich reduzierten Kraftstoffbedarfs aller Verkehrsträger in Deutschland nachhaltig und ohne Nutzungskonkurrenzen oder zusätzliche Importe gedeckt werden. Das bedeutet, dass Biokraftstoffe entweder aus Reststoffen oder aus der Produktion auf langfristig frei gewordenen Flächen stammen, sich nicht negativ auf die Artenvielfalt auswirken, nicht den Selbstversorgungsgrad Deutschlands bei Nahrungsmitteln verringern und kein Wiesen- oder Weideland umgewandelt wird. Weltweit könnte sich der Biokraftstoffbedarf von heute (2010) bis 2050 gar verzehnfachen.

Biokraftstoffe werden derzeit noch überwiegend aus Pflanzen hergestellt, die auch zur Nahrungs- und Futtermittelproduktion beitragen. Von der weltweiten Agrarproduktion werden jedoch 74 Prozent für Futtermittel, 18 Prozent für Nahrungsmittel und nur jeweils rund vier Prozent für Bioenergie beziehungsweise stoffliche Zwecke eingesetzt. "Nutzungskonkurrenzen können durch Prioritäten bei der Bioenergie und Biomassenutzung und durch neue fortschrittliche Biokraftstoffe gelöst werden," sagte Uwe Fritsche, wissenschaftlicher Leiter vom IINAS. Solche Biokraftstoffe der 2. Generation sind grundsätzlich bereits entwickelt. Sie werden allerdings noch fast ausschließlich in kleinem Maßstab produziert und sind deutlich teurer als herkömmliche Kraftstoffe. Ohne zusätzliche Förderung sind sie nicht marktfähig. Mehr als 99 Prozent aller heute verwendeten Biokraftstoffe sind daher noch Biokraftstoffe der 1. Generation.

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