Ship-Spotter: Immer auf der Jagd nach dicken Pötten

Ship-Spotter: Immer auf der Jagd nach dicken Pötten

, aktualisiert 11. Dezember 2016, 09:41 Uhr
Bild vergrößern

Zuschauer beobachten das Kreuzfahrtschiff Genting Dream bei seiner Überführungsfahrt auf der schmalen Ems in die Nordsee.

Quelle:Handelsblatt Online

Ship-Spotter sind fast immer dabei, wenn irgendwo auf einer Werft ein Schiff vom Stapel läuft oder sich auf See eine besondere Perspektive ergibt. Das Internet verrät den Technik-Fans, wo sich welches Schiff aufhält.

EmdenZu Wasser, zu Land und in der Luft: Spotter machen auf alles Jagd, was Technik-Fans begeistert. Flugzeuge, Eisenbahnen oder Schiffe nehmen die Fotografen mit ihren Kameras ins Visier. Anders als bei Paparazzi, die für die rücksichtslose Verfolgung von Prominenten berüchtigt sind, sind Ship-Spottern aber eher harmlose Jäger.

So müssen die großen Kreuzfahrtschiffe auf der schmalen Ems ganz langsam manövrieren, wenn sie von der Papenburger Meyer Werft an die Nordsee überführt werden. Genug Zeit für Tobias Bruns, die dicken Pötte schön in Szene zu setzen.

Anzeige

Mit 14 Jahren ist Tobias aus dem ostfriesischen Emden einer der Jüngsten in der der Szene der Ship-Spotter an der Küste. „Begonnen hat alles mit der Digitalkamera meines Vaters, und im Emder Hafen boten sich dafür die ersten maritimen Motive an“, erinnert sich der Schüler an den Beginn seines Hobbys.

Er spezialisiert sich auf Kreuzfahrtschiffe. Die Neubauten fahren allein drei bis vier Mal pro Jahr zur Ems-Mündung. Dabei kennt der Jugendliche durchaus die Problematik dieser Schiffsüberführungen, denn die Ems muss dafür regelmäßig ausgebaggert und vertieft werden.

„Dennoch bin ich ein großer Fan dieser Schiffe, einmal bin ich auch von Hamburg bis Southampton mitgefahren“, erzählt der Emder. Langeweile kommt für ihn an Bord nicht auf, denn auch dort gibt es immer etwas zu fotografieren. Während viele Spotter diverse Schiffsfotos sammeln wie andere Menschen Bierdeckel oder Briefmarken, kommt es Tobias mehr auf die fotografischen Aspekte an: „Eine schöne Perspektive, gutes Licht, die Bewegung und der Hintergrund – das ist es, was mich reizt.“


Schiffsstandorte verrät das Internet

Die Werftgeschichte an der Ems ist Schwerpunkt von Helmut Scheffler aus Weener im Rheiderland. Das Städtchen ganz dicht an der niederländischen Grenze wurde vor einem Jahr bekannt durch die „Friesenbrücke“, die von einem kollidierenden Frachter zerstört wurde. Scheffler hat früher selbst auf einer Werft in Leer gearbeitet und ist auch mit Schiffsbaubetrieben und der internationalen Schiff-Spotter-Szene gut vernetzt.

Spezialschiffe wie die Zubringerschiffe zu den Offshore-Windparks oder die robusten Zoll- und Lotsenversetzboote interessieren den 63-Jährigen besonders. Baubeginn, Stapellauf oder eine Premiere bei der Kieler Woche: Scheffler ist dabei und freut sich am meisten, wenn er irgendwo mitfahren darf: „Das Erlebnis kann mir keiner mehr nehmen.“

Wilde Verfolgungsjagden wie bei Promi-Fotografen gehören in der Regel nicht zum Handwerk der Schiff-Spotter: Sie können ganz bequem über Internet-Plattformen wie Marinetraffic die Standorte von Schiffen einsehen.

Auch Häfen wie Hamburg stellen auf ihren Webseiten geplante Schiffsanläufe mit vergleichsweise genauen Uhrzeiten ins Netz. So bleibt die Jagd nach dem Motiv ein eher gemütlicher Zeitvertreib.

Quelle:  Handelsblatt Online
Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%