Menschen und Maschinen: Sieger Deutscher Innovationspreis 2017

Sieger des Deutschen Innovationspreises 2017: Von Menschen und Maschinen

von Varinia Bernau

Von der Schwarmintelligenz bis zur Gen-Schere: Das sind die Sieger des Deutschen Innovationspreises 2017.

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Kickern gegen den Computer: Künstliche Intelligenz macht es möglich.

Im Go-Spiel ist der Mensch der Maschine inzwischen unterlegen. Im Schach sowieso. Da macht der Spielstand, der am späten Freitagabend über dem Kickertisch im Münchner Kesselhaus erscheint, Hoffnung: 4 zu 0 für den Anzugsträger, der es da gerade mit dem Algorithmus aufnimmt.

Allzu schnell wird sich der Mensch der Maschine also nicht unterwerfen. Ganz im Gegenteil.

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Das Kickerturnier mit Robotern war allerdings nur ein Nebenschauplatz. Auf der großen Bühne des ehemaligen Maschinenwerks wurde der Deutsche Innovationspreis 2017 verliehen. Die Initiative von Accenture, Evonik, EnBW und der WirtschaftsWoche kürte bereits zum siebten Mal die klügsten Köpfe der deutschen Wirtschaft - und vergab in diesem Jahr erstmals einen Preis in der Sonderkategorie "Future Thinker".

Der ging an die Mikrobiologin Emmanuelle Charpentier für die Entwicklung hochpräziser molekularer Genscheren – bekannt unter dem Namen Crispr-Cas9. Es ist eine Methode, mit der sich das Erbgut von Pflanzen, Tieren und Menschen verändern und Krankheiten weltweit lindern lassen. Die Direktorin am Berliner Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie gilt deshalb auch als Anwärterin für den Nobelpreis.

Leben zu retten, das ist auch die Vision des Jenaer Bio-Tech-Unternehmens Alere und des Medizingeräteherstellers Karl Storz aus Tuttlingen. Die Thüringer wurden in der Kategorie Mittelstand, die Schwaben in der Kategorie Großunternehmen ausgezeichnet.

Alere hat ein Werkzeug entwickelt, um Pandemien wie Aids oder Ebola einzudämmen: ein Labor, das in eine Kartusche passt. Mit der Technik lässt sich die Diagnose dort stellen, wo sich der Patient befindet. Denn das Gerät braucht klimatisierte Räume ebenso wenig wie Fachpersonal.

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Karl Storz hat das Laryngoskop mit Videotechnik aufgerüstet. Laryngoskope, eine Art gebogener Löffel, werden Bewusstlosen oder Narkotisierten durch den Mund in die Luftröhre geschoben, damit die erschlaffte Zunge nicht die Atemwege blockiert. Die integrierte Kamera in dem von Karl Storz entwickelten Gerät überträgt das Bild aus Rachen oder Kehlkopf auf einen Monitor. Das vermeidet Verletzungen und ermöglicht es, die Behandlung per Foto oder Video zu dokumentieren.

Als innovativstes Start-up kürte die Jury um Miriam Meckel (WirtschaftsWoche), Frank Riemensperger (Accenture), Ulrich Küsthardt (Evonik) und Frank Mastiaux (EnBW), das Münchner Unternehmen Testbirds. Das nimmt den Entwicklern von Apps und Websites die mühsame Suche nach Fehlern ab — müssen diese doch auf kleinen und großen Smartphones, in allen gängigen Webbrowsern und mit allen möglichen Betriebssystemversionen immer gut aussehen. Testbirds setzt auf Schwarmintelligenz: Das Unternehmen bezahlt 200.000 freiwillige Tester dafür, dass sie neue Software ausprobieren und Fehler melden — und hat als erstes seiner Art einen Kodex für faire Bezahlung von Crowdworkern aufgesetzt.

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