Simulationsprojekt vor Abschluss: Mars-Mission – auf Hawaii

Simulationsprojekt vor Abschluss: Mars-Mission – auf Hawaii

, aktualisiert 22. August 2016, 13:17 Uhr
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Ein Jahr lang lebten sechs Wissenschaftler in dieser Kuppel. Verlassen durften sie ihre enge Behausung nur in Raumanzügen.

Quelle:Handelsblatt Online

Ein Jahr lang simulierten Wissenschaftler in der Abgeschiedenheit eines Vulkans das Leben auf dem Mars. In dieser Woche dürfen die Forscher ihre Kuppel auf dem Berg Mauna Loa verlassen. Worauf sie sich besonders freuen.

HiloEin Jahr voller Entbehrungen liegt hinter den Wissenschaftlern - jetzt stehen sie kurz vor dem Abschluss des Projekts auf Hawaii. Am 28. August ist Schluss. Was sie gewonnen haben, ist eine ziemlich konkrete Vorstellung davon, wie mühsam ein Leben auf dem Roten Planeten wäre.

Denn ihre Behausung, eine räumlich begrenzte Kugel auf dem Berg Mauna Loa, durften die Forscher allenfalls in Raumanzügen verlassen. Zudem mussten sie mit begrenzten Ressourcen auskommen, forschen und nebenbei zwischenmenschliche Konflikte vermeiden. Spontane Plaudereien mit dem „Heimatplaneten“ waren nicht möglich. Ihre Kommunikation mit der Zentrale verzögerte sich um 20 Minuten, ganz so, wie es bei der Nachrichtenübertragung vom Mars wäre.

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Die Simulation sei die zweitlängste ihrer Art nach einer 520 Tage währenden Mission in Russland, sagte Kim Binsted, Chefinspekteurin der zuständigen Forschungseinrichtung in Hawaii. Dem Forschungsteam gehe es, soweit man sagen könne, gut. Ähnliche Simulationen in der Kuppel auf Mauna Loa hatten vier bis acht Monate gedauert. Das vulkanische Erdreich ähnelt dem Boden, der auf dem Mars vorzufinden ist. Die Höhenlage von Mauna Loa bringt auch mit sich, dass dort kaum Pflanzen wachsen. Finanziert wird das Projekt von der US-Weltraumbehörde Nasa, für die Umsetzung sorgt die Universität von Hawaii.

Wenn ihr Eremiten-Dasein vorbei ist, haben die Wissenschaftler wieder Zugang zu frischen Produkten und Lebensmitteln, die es in der Kuppel nicht gab. Außerdem könnten sie es kaum erwarten, ins Meer zu gehen, sagte Binstead. „Ich denke, sie werden es auch genießen, ein Bier zu trinken.“ Im kommenden Januar wird jedoch wieder weitergeforscht. Dann startet die nächste Mars-Simulation, die allerdings nur acht Monate dauern soll.

Quelle:  Handelsblatt Online
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