Social Media: Depressionen durch Twitter erkennen

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Social Media: Depressionen durch Twitter erkennen

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Forscher wollen Tweets nach Anzeichen für Depressionen durchsuchen.

Wissenschaftler aus den USA sind davon überzeugt, dass sich psychische Krankheiten aus dem Sprachbild von Twitter-Nachrichten ablesen lassen. Doch die Methode hat einen großen Nachteil.

Die US-Regierung will durch Nachrichten auf Twitter überprüfen, wie es um den Gesundheitszustand der amerikanischen Bevölkerung steht. Dafür entwickeln Forscher der University of California in San Diego (UCSD) einen Algorithmus. Er soll Tweets erkennen, die darauf hindeuten, dass die schreibenden Personen depressiv sind. Mike Conway, Leiter der Studie am UCSD, hofft durch soziale Medien eine Möglichkeit zu finden, die Gesundheit der Amerikaner zu verbessern. Außerdem kann durch Twitter ein direkter Kontakt zu erkrankten Personen aufgebaut und so schnell geholfen werden.

Ursprünglich hatten der Secret Service und das Ministerium für Innere Sicherheit Twitter benutzt, um die nationale Sicherheit zu überprüfen. Jetzt versucht die US-Regierung diese Methode auf die Gesundheit der amerikanischen Bevölkerung zu übertragen. Finanziert wird das Projekt unter anderem mit Steuergeldern in Höhe von etwa 83.000 US-Dollar.

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Momentan beschäftigen sich die Forscher mit ethischen Grundsätzen einer Überwachung von Twitter. Sie versuchen einen Weg zu finden, die Privatsphäre der Nutzer nicht zu verletzen. Der geplante Algorithmus soll durch eine automatische Sprachverarbeitung Anhaltspunkte für Depressionen erkennen. Forscher wollen Tweets der Twitter Nutzer filtern, die auf erste Symptome einer Depression hindeuten. Bei Erfolg besteht die Möglichkeit, dass das Projekt erweitert wird. Dann sollen auch andere soziale Medien zum Zweck der Gesundheitsüberwachung gefiltert werden.

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Beevolve, eine Social Media Marketing Agentur, hat vergangenes Jahr 36 Millionen Twitter Profile untersucht. Sie fanden heraus, dass die Hälfte aller Nutzer Frauen sind. Im Schnitt haben sie 208 Follower und nutzen Twitter über ihr iPhone. Insgesamt gibt es bei Twitter über 500 Millionen Profile, 25 Prozent davon wurden jedoch noch nie genutzt. Laut einer Statistik des GlobalWebIndex hatte Twitter im zweiten Quartal von 2012 2,4 Millionen aktive Twitter Nutzer in Deutschand. Ein großer Bereich der Nutzer kommt aus der Medienbranche oder der Politik. In Amerika gibt es 22,9 Millionen aktive Nutzer. Hier wird Twitter von einer breiten Gesellschaftsschicht genutzt. Das Projekt der US-Regierung kann somit einen Querschnitt der amerikanischen Gesellschaft erfassen.

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Bislang haben die Wissenschaftler auf Telefon-Umfragen gesetzt, um herauszufinden wie viele Personen an Depressionen leiden. Diese Methode ist zeitaufwändig und benötigt viele Mitarbeiter. Dabei erreicht selbst die größte jährliche Telefon-Umfrage zum Thema Gesundheit („Behavioral Risk Factor Surveillance System“) nur etwa 0,13 Prozent der US-Bevölkerung. Die neue Twitter-Methode hat viele Vorteile und wirkt dem entgegen: Sie ist wesentlich günstiger, weniger zeitaufwändig und bietet eine Kontrolle in Echtzeit.

Trotzdem sind Telefon-Umfragen in einigen Fällen objektiver. Wie eine Studie der University of Vermont bestätigt, wirkt sich Twitter negativ auf die Stimmung ihrer Nutzer aus. 2011 wurden 46 Billionen Wörter von 63 Millionen Twitter Nutzern überprüft. Das Ergebnis war in diesem Fall: Wer twittert, wird unglücklich.

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