SpaceX gegen Virgin: Wettkampf um das WLAN aus dem Weltall

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SpaceX gegen Virgin: Wettkampf um das WLAN aus dem Weltall

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Elon Musk und Richard Branson wollen mit einer Armada Tausender Satelliten den Planeten neu vernetzen.

von Andreas Menn

Die Milliardäre Elon Musk und Richard Branson vernetzen den Planeten neu. Eine Armada Tausender Satelliten soll das Web auch in den letzten Winkel der Erde bringen.

Menschen gegen Borgs, Jedis gegen Siths: Das All war schon immer ein beliebter Schauplatz für Duelle zweier Mächte – zumindest im Kino. Der jüngste Wettstreit spielt im Orbit der Erde, vor unserer Haustür also. Seine Protagonisten sind dieses Mal keine Filmfiguren, sondern zwei Milliardäre: Elon Musk, Gründer des US-Raumfahrtunternehmens SpaceX und der Elektroautoschmiede Tesla Motors, gegen Richard Branson, Chef der britischen Virgin-Gruppe.

Beide sind in den vergangenen Jahren ins All aufgebrochen. Musk mit Raketen, die Fracht zur Internationalen Raumstation ISS liefern; Branson mit einem Gleiter, der Touristen und Satelliten in die Schwerelosigkeit bringen soll. Nun gehen die Weltraum-Visionäre in die Vollen: Sie wollen jeweils riesige Satellitenflotten betreiben, die den Planeten mit Drahtlos-Internet versorgen.

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Drei Projekte wollen das Internet in den letzten Winkel der Welt bringen

  • SpaceX

    Gründer: Elon Musk
    Investoren: Google u. a.
    Zahl der Satelliten: bis zu 4000 (geplant)
    Flughöhe: 1.200 km
    Investitionsvolumen: 10 Milliarden
    Start: 2020

  • OneWeb

    Gründer: Greg Wyler
    Investoren: Virgin Group, Qualcom
    Zahl der Satelliten: 648 (geplant)
    Flughöhe: 1.200 km
    Investitionsvolumen: 2 Milliarden (geplant)
    Start: 2018

  • O3b

    Gründer: Greg Wyler
    Investoren: Google u. a.
    Zahl der Satelliten: 12
    Flughöhe: 8.000 km
    Investitionsvolumen: unbekannt
    Start: 2013

„Wir bauen das Internet im All nach“, verkündete Musk vor wenigen Tagen auf einer SpaceX-Veranstaltung in Seattle. Bis zu 4.000 Kommunikationssatelliten will er in den Himmel schießen. Das wären dreimal so viele, wie derzeit insgesamt in Betrieb sind. Langfristig soll sein fliegendes Netzwerk mehr als die Hälfte des interkontinentalen Datenverkehrs schultern – und jene 4,3 Milliarden Menschen ins Web bringen, die laut dem Verband International Telecommunication Union (ITU) bis heute offline sind.

Am Mittwoch stellte der Unternehmer zwei mächtige Investoren für sein Projekt vor: Google und der Finanzier Fidelity Investments stiegen mit insgesamt einer Milliarde Dollar bei SpaceX ein. Langfristig, erklärte Musk, wolle er zehn Milliarden Dollar in seine Satellitenarmada stecken und 1000 Mitarbeiter anheuern.

Kleine Späher: Billige, kompakte Satelliten erobern in Massen das All. So wie die des Start-ups Planet Labs, mit denen es die gesamte Erde beobachtet. Quelle: Presse

Kleine Späher: Billige, kompakte Satelliten erobern in Massen das All. So wie die des Start-ups Planet Labs, mit denen es die gesamte Erde beobachtet.

Bild: Presse

Nur wenige Tage zuvor hatte Branson ähnliche Pläne vorgestellt. Der Chef von Virgin Galactic investiert zusammen mit dem kalifornischen Chiphersteller Qualcom in das britische Start-up OneWeb. Das Ziel: eine Flotte von 648 Internet-Satelliten. Der Preis: zwei Milliarden Dollar.

Der Wettlauf privater Unternehmen in den Weltraum, der in den Neunzigerjahren losging, ist damit so spannend wie lange nicht mehr. Der Einstieg von Google bei SpaceX zeigt, dass die junge Branche nun auch die ganz großen privaten Investoren lockt. Vor allem aber könnte das Satelliten-Internet das erste wirklich sinnvolle Großprojekt der privaten Raumfahrer werden.

Bisher ging es den meisten Anbietern darum, Nutzlast preiswert ins All zu fliegen. Doch was die vielen Weltraumfähren überhaupt befördern sollen, blieb vage. Menschen zum Mars? Gerät zum Goldschürfen auf Asteroiden? Bisher reine Visionen. Nun aber, mit seinem Datennetzwerk im Orbit, schafft sich Musk seine eigene Nachfrage. Sein Satellitenprojekt könnte Hunderte Raketenstarts erfordern.

Kreuzfahrer als Pioniere

Branson wiederum erschließt sich mit dem Satelliteninvestment eine zweite Erlösquelle für seine Raketenflieger. Dessen Touristenfähre SpaceShipTwo war Ende Oktober bei einem Test zerschellt. Sie startete von einem Trägerflugzeug in 15 Kilometer Höhe – genauso wie es der Transporter namens LauncherOne künftig tun soll, den Bransons Ingenieure entwickeln. Er soll Kleinsatelliten ins All bringen.

Schon nächstes Jahr, so der Plan, wird die schwebende Abschussbasis in Dienst gehen, die ersten Internet-Satelliten könnten dann 2018 um die Erde kreisen. Musk wiederum will 2020 die ersten fliegenden Funkstationen in den Orbit schicken. Aber gibt es überhaupt eine Nachfrage nach WLAN aus dem Weltall? Und rechnen sich die milliardenschweren Projekte am Ende?

Wer Antworten dazu sucht, sollte vielleicht eine Kreuzfahrt buchen. Auf der Oasis of the Seas etwa, einem der größten Touri-Dampfer der Welt, können die 6.000 Gäste auch auf hoher See in der Karibik per WLAN schnell und bequem im Web surfen. Betreiber Royal Caribbean verbindet das Schiff dazu via Satellit mit dem Internet.

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