SpaceX, Orbital und Sierra Nevada: Nasa vergibt Milliarden-Aufträge an drei Firmen

SpaceX, Orbital und Sierra Nevada: Nasa vergibt Milliarden-Aufträge an drei Firmen

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Eine Kapsel des Raumtransporters Dragon V2 des privaten Raumfahrtunternehmens SpaceX.

Die Geschäftsmöglichkeiten im Weltall gelten als so unendlich wie der Kosmos selbst. Die großen Raumfahrtnationen USA und Russland sind aber knapp bei Kasse. Das bietet gute Chancen für private Unternehmen.

Die Nasa hat milliardenschwere Versorgungsflüge zur Internationalen Raumstation ISS an drei private Unternehmen vergeben. Die Firmen SpaceX, Orbital und Sierra Nevada seien von 2018 bis 2024 für die unbemannten Flüge verantwortlich, sagten Mitarbeiter der US-Raumfahrtbehörde. Beginnen soll die erste Mission 2019. Die Kosten würden von der jeweiligen Mission abhängen, hieß es. Die Zeitung „Washington Post“ schrieb von einem möglichen Vertragsvolumen von insgesamt 14 Milliarden US-Dollar (rund 13 Milliarden Euro).

Jede der Firmen sei für mindestens sechs Missionen verantwortlich. SpaceX von Tesla-Chef Elon Musk und Orbital ATK hatten bereits - mit ihren Kapseln „Dragon“ und „Cygnus“ - Verträge mit der Nasa. Für Sierra Nevada ist es eine Premiere. Das Unternehmen arbeitet an dem Transporter „Dream Chaser“, einem Frachter nach dem Shuttle-Konzept. „Dream Chaser“ würde der ISS einen weiteren Arbeitsplatz bescheren, weil er anders konzipiert ist als „Dragon“ und „Cygnus“. Derzeit ist die Sollstärke auf dem Außenposten der Menschheit sechs Raumfahrer.

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Diese Technik baut SpaceX

  • Dragon

    Dragon ist das SpaceX-Raumschiff, mit dem die Falcon-9-Rakete startet. Dravon V1 heißt das erste Modell der Dragon-Kapsel, das nur für den Tranpsort von Fracht geeignet ist. Die Dragon V2 hingegen soll demnächst auch Menschen befördern können. So sollen bis zu sieben Personen zur Internationalen Raumstation (ISS) befördert werden. Erstmals startete die Dragon-Kapsel im Dezember 2010. Sie hat ein Volumen von 10 Kubikmetern und eine Nutzlast von mehr 3.000 Kilogramm.

  • Falcon 9

    Die Falcon 9 ist eine Trägerrakete, die SpaceX für eine Nutzlast im Orbit von rund 10 und 50 Tonnen entwickelt hat und auch einsetzt. Im Rahmen des Versorgungsprogramms der Internationalen Raumstation ISS wird die Rakete in Verbindung mit dem Dragon-Raumschiff genutzt. Außerdem wird sie kommerziell genutzt. Der erste Start war im Juni 2010.

  • Falcon Heavy

    Die Falcon Heavy ist die neue Riesenrakete von SpaceX die 2015 das erste Mal starten soll. Damit wäre sie dann die stärkste Rakete der Welt. Sie soll mehr als 53 Tonnen in den Orbit befördern können. Sie ist auf der bereits vielfach erfolgreichen Falcon-9-Rakte aufgebaut. 27 Motoren treiben sie an. Zum Vergleich: Wenn sie zündet, ist das vergleichbar mit einer Kraft von rund 15 Flugzeugen des Modells 747. Es gibt nur eine Rakete, die mehr Leistung brachte: die Saturn V Mondrakete, die zuletzt 1973 flog. Die Falcon Heavy ist speziell dafür entwickelt worden, um Menschen ins Weltall zu bringen - ein denkbares Ziel wäre eine bemannte Mond- oder Marsmission.

  • Grashopper

    SpaceX hat aktuell ein konkretes Ziel: Rakten so wieder zu landen, dass sie wiederverwendet werden können, um so die Kosten der Raumfahrt zu senken. Der Faktor wäre enorm: SpaceX könnte sie so um den Faktor 10 senken, heißt es. Dazu wurden der Grasshopper und die Falcon 9 Reusable Development Vehicles (F9R Dev) entwickelt. Es sind experimentelle Raketen für sogenannte suborbitale Flüge - sprich unterhalb des Orbits. Mit ihnen wird derzeit getestet, wie eine Rakete nach dem Start wieder kontrolliert und sicher auf der Erde gelandet werden kann. Erfolgreich waren die Test darin, dass die Rakete aus dem All zurück in die Atmosphäre und auf eine relativ kleine Landeplattform zugesteuert werden kann. Beim Versuch, die Rakete auf einer im Ozean schwimmenden, unbemannten Plattform landen zu lassen, scheiterten die Tests aber bislang. Im April 2015 war es beispielsweise nicht gelungen, die Geschwindigkeit der Rakete so stark zu reduzieren, dass sie auf den Landefüßen zum Stehen kommen konnte. Sie kippte um und zerschellte.

Die Nasa verstärkt ihre Kooperation mit privaten Unternehmen vor allem aus Kostengründen. Das Budget der Raumfahrtnation USA schrumpft. Flüge zur ISS standen zuletzt nicht immer unter einem guten Stern: 2014 explodierte Orbitals „Cygnus“-Frachter beim Start, 2015 zerbrach ein „Dragon“-Transporter von SpaceX auf ISS-Kurs.

Im Kosmos winkt insgesamt ein Milliardengeschäft. Viele Unternehmen liefern sich einen harten Wettbewerb, darunter auch Branchenriesen wie Boeing und Lockheed Martin. Der Grund liegt vor allem im Geschäft mit Satelliten und in der Hoffnung auf Weltraumtourismus.

Russland muss wegen einer Wirtschaftskrise seine Raumfahrtpläne aber deutlich kürzen. Zwei Module für eine geplante russische Raumstation würden vorerst nicht gebaut, teilte die Behörde Roskosmos mit. Zudem gebe es kein festes Datum mehr für den ersten bemannten Flug vom neuen Kosmodrom Wostotschny, hieß es. Ein Grund seien Verzögerungen beim Bau des Weltraumbahnhofs nahe der chinesischen Grenze. Von Wostotschny soll am 12. April 2016 erstmals eine Rakete abheben.

weitere Artikel

Der Generaldirektor der Europäischen Raumfahrtorganisation (Esa), Jan Wörner, wollte am Freitag bei einer Pressekonferenz in Paris einen Ausblick auf Projekte geben - eventuell zu Mond- und Marsmissionen. Der Deutsche hatte das Amt im vergangenen Jahr übernommen.

Ebenfalls am Freitag wollten die Astronauten Tim Kopra (USA) und Tim Peake (Großbritannien) ins All aussteigen. Geplant waren mehrstündige Montagearbeiten an der ISS rund 400 Kilometer über der Erde.

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