Spielplatz für Hobby-Raumfahrer: Ein Trainingszentrum für Weltraum-Touristen

Spielplatz für Hobby-Raumfahrer: Ein Trainingszentrum für Weltraum-Touristen

, aktualisiert 08. August 2017, 11:43 Uhr
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Die Computersimulation zeigt das geplante Trainingszentrum des britischen Unternehmens Blue Abyss. Dort sollen Privatpersonen auf die Reise ins All vorbereitet werden.

Quelle:Handelsblatt Online

Den Traum von einer Reise ins All konnten sich bislang nur wenige Menschen erfüllen. Die private Raumfahrtindustrie will das ändern: Ein britisches Unternehmen plant jetzt ein Übungscenter für Weltraum-Touristen.

BerlinDen Traum von der Reise ins All haben bislang nur wenige Menschen ausgelebt. Der erste rein private Weltraumtourist, der US-Unternehmer Dennis Tito, flog 2001 mit einer Sojus-Rakete zur Raumstation ISS. Er zahlte Russland dafür rund 20 Millionen Dollar. Insgesamt konnte bislang kaum ein halbes Dutzend Menschen das kostspielige Abenteuer verwirklichen.

Geht es nach den Vorstellungen der privaten Raumfahrtindustrie, soll sich diese Zahl bald deutlich erhöhen. Bereits im kommenden Jahr will SpaceX-Chef Elon Musk zahlende Passagiere auf Mondumrundung schicken. Auch Amazon-Gründer Jeff Bezos plant mit seinem Raumfahrtunternehmen Blue Origin Touristen-Ausflüge ins All, ebenso wie die Firma Virgin Galactic des britischen Unternehmers Richard Branson.

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Trotz aller hochfliegenden Pläne ist die Branche vom Massentourismus allerdings noch weit entfernt. Trotzdem will nun ein britisches Unternehmen damit beginnen, Weltraumtouristen auf ihre Tour ins All vorzubereiten. Dafür plant Blue Abyss nördlich von London das erste private Trainingszentrum weltweit.

Herzstück der Anlage soll ein 50 Meter tiefes Wasserbecken werden – eines der tiefsten weltweit. Hier können angehende Astronauten das Gefühl des Schwebens in der Schwerelosigkeit erfahren.

Wasser ist das einzige Element auf der Erde, das ein solches Gefühl vermittelt – entsprechend sind die Trainingszentren für Astronauten aller großen Weltraumorganisationen mit entsprechenden Tauchbecken ausgerüstet. So trainieren Europas Astronauten im Tauchbecken des European Astronaut Centre in Köln. Vor allem Außenbordaktivitäten werden in dem 10 Meter tiefen Becken eingeübt.


Jeder kann Astronaut werden

Blue-Abyss will die künftigen Weltraum-Touristen zudem in einer Zentrifuge auf ihren Flug vorbereiten, einer Art wissenschaftlichem Karussell, in dem hohe Geschwindigkeiten erreicht werden können. Damit können die Belastungen simuliert werden, denen Menschen beim Flug ins All ausgesetzt sind. „Jeder kann ein Astronaut des 21. Jahrhunderts werden“, sagt Blue-Abyss-Chef John Vickers.

Doch bis Scharen von Hobby-Astronauten ins All fliegen, dürften noch einige Jahre vergehen. „Es wird sicherlich noch etwas dauern, bis der Weltraumtourismus in Schwung kommt“, glaubt Volker Schmid vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). „Auch private Firmen kommen an der Physik nicht vorbei. In den Weltraum zu fliegen, ist nicht trivial.“

Trotzdem glaubt Schmid, dass es in den kommenden 10 bis 15 Jahren „viel Fortschritt“ auf dem Sektor der privaten Raumfahrt geben wird. Wer nicht warten will, bis es soweit ist, der kann im künftigen Trainingszentrum bei London zumindest eine fünftägige fiktive Mars-Reise unternehmen.

Um nicht nur von der Entwicklung des Weltraumtourismus abhängig zu sein, versucht Blue Abyss auch Kunden aus Wissenschaft und Wirtschaft anzulocken. Unternehmen, die auf Ölbohrinseln oder in Offshore-Windparks tätig sind, könnten in dem Becken unter realistischen, aber sicheren Bedingungen Geräte oder Arbeitsprozesse testen. In Laboratorien, Druckkammern und ähnlichen Einrichtungen soll für die Sportmedizin und klinische Rehabilitation geforscht werden.

Quelle:  Handelsblatt Online
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