Stellarer Totentanz: Todesspirale um ein Schwarzes Loch

Stellarer Totentanz: Todesspirale um ein Schwarzes Loch

, aktualisiert 21. März 2017, 14:23 Uhr
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Die Illustration zeigt ein Schwarzes Loch mit einer umgebenden Materiescheibe. Auf dem Weg in Richtung Schwarzes Loch heizt sich das Material extrem auf und gibt dabei Röntgenstrahlung ab.

von Thomas TröschQuelle:Handelsblatt Online

Einer besonderen Art von Totentanz in der Umgebung eines Schwarzen Lochs sind Astronomen auf die Spur gekommen: Ein sonnenähnlicher Stern hat bei diesem Ereignis einfach nur Pech gehabt.

BerlinVor 290 Millionen Jahren hatte ein sonnenähnlicher Stern Pech: Er kam zu nahe an ein Schwarzes Loch und wurde von dessen mächtiger Anziehungskraft buchstäblich zerrissen.

Die Nachricht von dieser kosmischen Katastrophe erreichte die Erde im November 2014: Das Swift-Teleskop der Nasa, eigentlich für das Aufspüren energiereicher Gammablitze ins All geschickt, beobachtete das Ereignis bei unterschiedlichen Wellenlängen.

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„Wir entdeckten Helligkeitsveränderungen im Röntgenbereich, etwa einen Monat nach ähnlichen Veränderungen im sichtbaren und im UV-Licht“, so Dheeraj Pasham, Astrophysiker am Massachusetts Institute of Technology und Leiter der Beobachtung von ASASSN-14li, wie die Forscher das Ereignis tauften.

Röntgenlicht entsteht in der Nähe eines Schwarzen Lochs, wenn Materie sich auf ihrem Weg in die Schwerkraftfalle extrem aufheizt – auf Temperaturen von mehreren Millionen Grad Celsius. Im Fall von ASASSN-14li musste das Röntgenlicht also von dem Teil des zerrissenen Sterns stammen, der kurz davor war, in das Schwarze Loch zu stürzen. Doch wie erklären sich die Strahlungsausbrüche im sichtbaren und im UV-Spektrum? Und wie kam es zur einmonatigen „Pause“ zwischen den Ereignissen?

Zur Beantwortung dieser Fragen haben Pasham und seine Kollegen ein faszinierendes Szenario entworfen. Sie vermuten, dass der von der Gravitation des Schwarzen Lochs zerrissene Stern eine Art Todesspirale um seinen Zerstörer formte. Ein Teil des zu einem lang Jet auseinandergezogenen stellaren Trümmerfelds wurde demnach nicht unmittelbar ins Schwarze Loch gerissen, sondern auf eine elliptische Bahn um das Loch gelenkt.

Auf seinem „Rückweg“ begegnete dieser Materiestrom dem in Richtung Schwarzes Loch einströmenden Material – es kam zur Kollision. „Die zurückkehrenden Trümmerklumpen treffen auf den einfließenden Strom, was Schockwellen entstehen lässt, die sichtbares und UV-Licht freisetzen“, so Bradley Cenko, einer der an der Untersuchung beteiligten Swift-Forscher. „Wenn diese Klumpen dann in Richtung des Schwarzen Lochs stürzen, beeinflussen sie auch die Röntgenemissionen dort.“

Die Forscher hoffen nun auf weitere Beobachtungen ähnlicher Ereignisse, um die Mechanismen solcher „Todesspiralen“ weiter enträtseln zu können.

Quelle:  Handelsblatt Online
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