Sternstunde: Ballon-Startup will Touristen zum Rand des Alls fliegen

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kolumneSternstunde: Ballon-Startup will Touristen zum Rand des Alls fliegen

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Das US-amerikanische Startup World View will Passagiere 30 Kilometer hoch in die Luft bringen

Kolumne von Andreas Menn

Extremtrip in 30 Kilometer Höhe: 2016 soll die erste Ballonfahrt in die Stratosphäre starten.

Viele Millionen Menschen hielten den Atem an, als Extremsportler Felix Baumgartner vor gut einem Jahr zu einem Sprung ansetzte, der in die Geschichtsbücher einging: In 36 Kilometer Höhe kletterte der Österreicher aus einem Hightech-Ballonkorb, stürzte sich in die Tiefe, durchbrach die Schallmauer und trudelte schließlich an einem Fallschirm zurück zur Erde. 

Einen Teil dieses Abenteuers kann bald vielleicht Jedermann erleben: Das Startup World View aus dem US-Bundesstaat Arizona will ab 2016 Ballonflüge in die Stratosphäre anbieten – nicht für Extremsportler, die aus der Gondel springen, sondern für Touristen, die die spektakuläre Aussicht auf die Erde genießen. 

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Und so stellen sich die Gründer die Reise in die Vertikale vor: Sechs Passagiere nehmen in einer geschlossenen Gondel Platz, die in etwa so geräumig ist wie ein Privatjet. Vier runde, fast manngroße Fenster, die allerdings mit Streben unterteilt sind, öffnen den Blick nach außen. Getragen von einem riesigen Heliumballon, hebt das Luftschiff ab und steigt in den Himmel. Zwei Piloten an Bord übernehmen dabei das Steuer. 

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Quelle: dpa/Montage

Nach eineinhalb Stunden ist die maximale Flughöhe von 30 Kilometern erreicht – dreimal so hoch, wie Passagierflugzeuge fliegen. Zwar beginnt der Weltraum offiziell erst bei 100 Kilometern und es herrscht auf dem Ballontrip keine Schwerelosigkeit. Doch es wird schon die Krümmung der Erde sichtbar sein und der Himmel verfärbt sich schwarz. 

Bis zu mehrere Stunden lang soll der Ballon dann durch die Stratosphäre treiben – lang genug, um die weite Landschaft zu bestaunen und einen Cocktail zu trinken. Der Blick sollte, sofern die Bewölkung es zulässt, mehrere hundert Kilometer weit reichen. Zum Nervenkitzel dürfte das Wissen beitragen, dass der geringe Luftdruck und die Minusgrade in dieser Höhe Menschen außerhalb der Kabine auf der Stelle töten würden. 

Der Abstieg soll weit weniger riskant ablaufen als der Sturzflug Baumgartners: Die Piloten trennen den Ballon ab, und die Kapsel gleitet sanft an einem großen Fallschirm hinab. Der Preis für das Abenteuer: 75.000 Dollar.

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Die Amerikaner sind nicht die ersten, die eine Ballonfahrt hoch über die Wolken anbieten. Auch das spanische Startup Zero 2 Infinity arbeitet an einem solchen Stratosphären-Flug. Im September absolvierte eine unbemannte Kapsel einen erfolgreichen Testflug von Cordoba aus auf 27 Kilometer Höhe.

Einen Wermutstropfen gibt es: Sollten sich Höhen-Ballonflüge zum neuen Trendsport entwickeln, dürfte es allerdings bald zum einem Rohstoff-Engpass kommen. Denn Helium, das Traggas der neuen Luftschiffe, ist auf der Erde eine endliche Ressource. Und weil die Vorräte knapp werden, prophezeien Experten dem Gas bereits einen massiven Preisanstieg.

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