Sternstunde: Empfindliche Instrumente

ThemaRaumfahrt

Sternstunde: Neues Weltraumteleskop soll Forschung beschleunigen

Empfindliche Instrumente

 

Frei von dem störenden Einfluss der Erdatmosphäre werden die hinter einem Sonnenschild von der Größe eines Tennisplatzes in der Dunkelheit und Kälte des Weltraums arbeitenden JWST-Instrumente von ihrer 1,5 Millionen Kilometer von der Erdumlaufbahn entfernten Warte aus Beobachtungen mit einer bisher unerreichten Messempfindlichkeit vornehmen können. Das entspricht etwa der vierfachen Entfernung zum Mond.   

NIRSpec deckt dabei einen Wellenlängenbereich von 0,6 bis 5 Mikrometer ab, das heißt vom sichtbaren Rot am Ende des optischen Spektrums bis zum nahen Infrarot. Gebaut wurde es von europäischen Unternehmen. Hauptauftragnehmer ist die Astrium GmbH in Ottobrunn bei München. Die NIRSpec-Untersysteme für Detektoren und Mikroklappen wurden vom Goddard Space Flight Center der NASA bereitgestellt.       

„Nachdem letztes Jahr bereits MIRI, ein mit einer Kamera und einem Spektrografen ausgerüstetes Instrument für den mittleren Infrarotbereich, an die NASA ausgeliefert wurde, sind wir nun stolz darauf, dass europäische Ingenieure und Wissenschaftler bei dieser bedeutenden internationalen Mission eine so tragende Rolle übernehmen konnten“, sagt ESA-Direktor für Wissenschaft und robotische Exploration Alvaro Giménez. NIRSpec wurde in Europa etlichen Funktionstests unterzogen. Es wird bis Ende des Monats der NASA übergeben, die es in das Instrumentenmodul des JWST integrieren und im Verlauf des Zusammenbaus des fertigen Teleskops nochmals testen und kalibrieren wird.   

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Dass das Projekt langsam Form annimmt, lässt alle Beteiligten ausatmen. Denn lange lag es hinter dem ursprünglichen Zeitplan zurück – und wurde vor allem immer teurer. Ein unabhängiger Untersuchungsbericht warf der NASA zwischenzeitlich schlechtes Management und mangelndes Kostenbewusstsein vor. Zu allem Überfluss geriet die amerikanische Raumfahrt auch noch in den Streit um den US-Haushalt. Die Finanzierung stand entsprechend auf wackeligen Beinen, denn die Europäer und die Kanadier waren nur als Juniorpartner mit im Boot. Die Esa trägt 15 Prozent der Kosten.

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Das fertige JWST soll 2018 an Bord einer Ariane-5 von Europas Raumflughafen Kourou in Französisch-Guayana aus gestartet und anschließend auf seinem 1,5 Millionen Kilometer von der Umlaufbahn der Erde um die Sonne entfernten Orbit, dem so genannten Lagrange-Punkt L2, positioniert werden, wo sich die Schwerkraft der Sonne und der Erde die Waage halten. Das Teleskop und seine Instrumente werden dort durch einen riesigen Sonnenschild vor der Strahlung geschützt. Das Schild ist so groß wie ein Tennisplatz. Auf der Sonnenabgewandten Seite werden die Temperaturen auf unter -233 °C abgekühlt. JWST soll über einen Zeitraum von bis zu zehn Jahren wissenschaftliche Beobachtungen vornehmen.

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