Sternstunde: Europa will auf Kometen landen

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kolumneSternstunde: Europa will auf Kometen landen

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Das Bild zeigt eine Simulation der Raumsonde Rosetta mit dem Rover, der im November auf einem Kometen landen soll.

Kolumne von Meike Lorenzen

Die Sonde mit dem klanghaften Namen „Rosetta“ nähert sich langsam ihrem Ziel. Im kommenden Jahr wird sie ihre Forschungsarbeit beginnen und sich auf die Suche nach den Anfängen unseres Sonnensystems machen.

Eine der spektakulärsten Raumfahrtmissionen Europas nimmt Fahrt auf. Im Jahr 2014 wird die Raumsonde „Rosetta“ nach zehnjähriger Reisezeit endlich ihre Forschungsarbeit aufnehmen. Ziel ist der Komet 67P/Tschurjumow-Gerassimenko, wo die Sonde die Anfänge des Sonnensystems erkunden soll. Das Flugobjekt mit den langen Solarpanelen wird sich Anfang des Jahres dem Kometen nähern und ihn zunächst aus der Ferne mit Hilfe von elf Messinstrumenten erforschen. Im November ist dann die Landung geplant. Dann wird – sofern alles gut läuft – das Minilabor „Philae“ landen. An Bord befinden sich zehn Messinstrumente. Laut Esa (European Space Agency) ist das der erste Versuch der Raumfahrtgeschichte.

„Das hat vor uns noch keiner gemacht“, sagte der Leiter des Missionsbetriebs, Paolo Ferri, im Satellitenkontrollzentrum in Darmstadt. „Wir erwarten, dass wir damit Revolutionäres von unserem Sonnensystem erfahren.“

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Der Grund ist einfach: Kometen sind uralt. Sie sollen Überbleibsel aus der Zeit der Entstehung unseres Sonnensystems vor 4,6 Milliarden Jahren sein. Nach dem Urknall entstanden Planeten, Asteroiden und Kometen. Stimmt die Theorie, enthalten alle Körper die sogenannte Urmaterie.

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Die Grafik zeigt die Sonne aus Sicht des Pluto. Der Zwergplanet ist so weit entfernt, dass die Sonne nur noch wie ein heller Stern aussieht. Quelle: dapd

Dieses Material könnten den Forschern Aufschlüsse darüber geben, wie das Sonnensystem – und damit auch unsere Erde – eigentlich entstanden ist. Damit verknüpft ist die Frage, warum auf der Erde Leben möglich ist. Die Entfernung der Erde von der Sonne ist ideal. Auf unserem Planeten ist es weder zu heiß, noch zu kalt. Wasser gefriert bei uns anstatt zu verdampfen. Nur so konnte Leben entstehen. Doch woher kommt das Wasser? Einige Forscher gehen davon aus, dass ein Teil des Wassers auf der Erde von Kometeneinschlägen stammt. Gleichzeitig wird vermutet, dass sich auf Kometen organisches Leben befunden haben könnte. „Damit wären sie der unmittelbare Ursprung von Planeten, Sternen und eben Leben“, vermutet Esa-Wissenschaftler Mark McCaughrean.

Um diese Fragen zu erforschen, werden die Gase im Schweif von 67P/Tschurjumow-Gerassimenko, die Temperatur im Kern und die Dichte des Kometen analysiert. Auch Bodenproben von Staub und Eis sind geplant, wie sie aktuell der Mars-Rover Curiosity auch auf dem Roten Planeten nimmt.

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Sobald das Landegerät im November aufgesetzt hat, ist ein Rund-um-Foto des Kometen geplant. „Philae“ dürfte nicht länger als sechs Monate arbeiten. Es ist eine heikle Mission. Denn anders als Planeten ist der Komet in Bewegung. Er steuert wie vor einigen Tagen der Komet Ison in Richtung Sonne, wodurch die Hitze zunimmt und der Komet aktiver wird. Für das Minilabor wird es nach etwa sechs Monaten brenzlig. Ob „Philae“ den Vorbeiflug an der Sonne übersteht, ist noch ungewiss. Die Sonde hingegen wird Abstand zum Kometen halten.
„Rosetta“ war 2004 mit einer Ariana-5-Rakete vom der Weltraumstation Kourou in Französisch-Guayana ins All gestartet. Am 8. Juni 2011 wurde sie in einen energiesparenden Tiefschlaf versetzt. Die Sonde soll am 20. Januar 2014 wieder aktiviert werden. Das Ende der Mission ist im Dezember 2015 geplant. „Rosetta“ hätte dann 7,1 Milliarden Kilometer hinter sich.

Mit Material von dpa

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