Sternstunde: Europa will mit eigenem Rover Leben im All finden

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kolumneSternstunde: Europa will mit eigenem Rover Leben im All finden

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Die Raumsonde Trace Gas Orbiter wird voraussichtlich 2016 seine Reise Richtung Mars antreten, um dort nach den Spuren von organischem Material zu forschen.

Kolumne von Meike Lorenzen

Eines der großen Rätsel der Weltraumforschung ist die Frage, ob es außerhalb der Erde Leben gibt. Aktuelle Ergebnisse zweifelt die Esa an und schickt stattdessen eine eigene Mission auf den Mars.

„Beweis für Leben im All gefunden“ – diese Meldung ließ in der vergangenen Woche die Herzen von Weltraumfreunden und Ufo-Fans höher schlagen. Ein britisches Forscherteam schien die Vermutung, dass es organisches Material im All gibt, eindeutig bestätigt zu haben. Die Wissenschaftler fanden Mikroorganismen in der erdnahem Umgebung, die ihrer Meinung nach nicht von der Erde stammen könnten. Die Ergebnisse präsentierte das Team um Professor Milton Wainwright von der Universität Sheffield im Wissenschaftsmagazin „Journal of Cosmology“.

Die Partikel fanden die Molekularbiologen mit Hilfe eines Forschungsballons in 27 Kilometern Höhe. Dass es sich dabei jedoch wirklich um außerirdisches Material handelt, glauben etliche Wissenschaftler nicht.

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Skepsis kommt aus zwei Gründen auf: Zum einen ist das „Journal of Cosmology“ umstritten – vor allem, weil es schon einige Verschwörungstheorien recht unkritisch abgedruckt hat. Zum anderen wurden die Partikel so nah an der Erde gefunden, dass nicht auszuschließen ist, dass sie von der Erde selbst kommen. „Die Briten haben nicht wissenschaftlich belegt, dass die Partikel nicht von der Erde stammen“, sagt Esa-Experte Rainer Kresken. Da dieses Ausschlussverfahren nicht stattgefunden habe, könne man die Ergebnisse auch nicht ernst nehmen. Schließlich seien 27 Kilometer nicht sonderlich weit. Zum Vergleich: Der Österreicher Felix Baumgartner sprang im vergangenen Jahr aus 39 Kilometern Höhe wieder zurück auf die Erde. „Es könnte zum Beispiel sein, dass Wirbelstürme oder tropische Gewitter das organische Material in eine derartige Höhe getrieben haben“, sagt Kresken.

Sternstunde Sara Seager ist dem Leben im All auf der Spur

Die Astronomin des renommierten MIT sucht nach Lebewesen im Weltall. Der WirtschaftsWoche Online verriet sie im Interview, was sie antreibt und warum sie glaubt, dass wir binnen zehn Jahren fündig werden könnten.

Sara Seager ist als Astrophysikerin und Planetenforscherin am MIT beschäftigt. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt unter anderem auf der Daten-Analyse rund um Exoplaneten. Copyright: Justin Knight/MIT Quelle: Presse

Dennoch glaubt er persönlich fest daran, dass es Leben außerhalb der Erde gibt. „Die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch“, sagt er. „Immerhin gibt es alleine in unserer Galaxie etwa 100 Milliarden Sterne. Und darüber hinaus viele Milliarden weitere Galaxien.“ Dass es in der Nähe irgendeiner anderen Energiequelle als der Sonne also Leben geben müsste – dafür spräche schon die Statistik.

Diesen Ansatz vertreten auch andere Wissenschaftler und glauben sogar, dass sich das Zeitfenster berechnen lässt, in dem Leben im All gefunden wird. Erst kürzlich machte die Astronomin Sara Seager von der renommierten amerikanischen Hochschule MIT Schlagzeilen, weil sie mit Hilfe einer Formel ausgerechnet hat, dass innerhalb der nächsten zehn Jahre Leben gefunden werden müsste.

Grund dafür sei vor allem der technische Fortschritt. Dadurch habe die Wissenschaft in den vergangenen Jahren viel mehr Exoplaneten entdeckt, auf denen theoretisch Leben möglich sein könnte. Das erhöhe die Wahrscheinlichkeit, dass man schon bald fündig werde.

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