Sternstunde: Mini-Raumschiffe sollen nach Leben im Sonnensystem suchen

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kolumneSternstunde: Mini-Raumschiffe sollen nach Leben im Sonnensystem suchen

Kolumne von Andreas Menn

US-Forscher wollen Billig-Raumsonden ins All ausschwärmen lassen, um das Sonnensystem zu erforschen. Für den Jungfernflug sammeln sie Geld auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter.

Flüge ins Sonnensystem sind gefährlich, kompliziert – und vor allem sündhaft teuer. Allein die Raumsonde Cassini, die gerade ein spektakuläres Foto der Erde vom Saturn aus aufgenommen hat, hat die US-Weltraumbehörde 3,3 Milliarden Dollar gekostet.

Benjamin Longmier und  James Cutler glauben, dass wir unser Planetensystem preiswerter erkunden können – und zwar um den Faktor tausend preiswerter. Die beiden Weltraum-Wissenschaftler von der University of Michigan haben einen Raketenantrieb namens CubeSat Ambipolar Thruster (CAT) entwickelt, mit dem bald winzige, nur 30 Zentimeter lange Raumschiffe zu unseren Nachbarplaneten fliegen sollen.

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Um ihre Idee zu testen, sammeln die beiden Forscher gerade 200.000 Dollar auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter ein. Das Geld soll helfen, den Raketenantrieb zunächst im Jahr 2015 in einer Erdumlaufbahn zu testen, um ihn danach mit einem kräftigen Schub hinaus ins All zu katapultieren.

Es wäre eine Premiere, die die Raumfahrt verändern könnte. Sollte das Experiment gelingen, könnten künftig Raumsonden in Massen ins All ausschwärmen, um Planeten, Monde und Asteroiden zu erkunden – zu einem Bruchteil der heutigen Kosten. Denn statt der Größe eines Kleinwagens haben die neuen Sonden nur noch das Format einer Tennisball-Packung – wodurch die Transportkosten beim Raketenstart erheblich sinken.

Dänen entwickeln Raumkapsel Mit dem Baumarkt-Raumschiff ins All

Zwei Dänen haben ein Raumschiff entwickelt, das sich ausschließlich mit Teilen aus dem Baumarkt zusammensetzen lässt. Sie machen damit Flüge in den Weltraum bezahlbar.

Quelle: Presse

Bedarf für die Billig-Sonden dürfte reichlich vorhanden sein. Zwar sind in den vergangenen Jahrzehnten schon viele Dutzend Missionen ins Sonnensystem geflogen, haben die Planeten und ihre Monde erkundet. Trotzdem bleiben noch unzählige Fragen offen: Wie viel gefrorenes Wasser gibt es wirklich auf dem Mond? Hat es Leben auf dem Mars gegeben? Und versteckt sich unter dem Eispanzer des Jupiter-Mondes Europa womöglich ein Ozean, in dem Bakterien leben?

Und nicht nur Wissenschaftler, auch Unternehmen sind zunehmend an Technik zur All-Erkundung interessiert. Ein Partner des CAT-Projektes ist das US-Startup Planetary Resources. Das Unternehmen will in wenigen Jahren Asteroiden aus der Nähe erforschen, um geeignete Kandidaten für eine Bergbau-Mission im All zu finden.

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