Sternstunde: Russland lädt zur Krisenschau

ThemaRaumfahrt

Sternstunde: Russland lädt zur Krisenschau

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Dmitry Medvedev eröffnet die Luft- und Raumfahrtmesse MAKS bei Moskau.

von Meike Lorenzen

Wie schlecht es um Russlands Raumfahrt bestellt ist, zeigt sich bei der Luft- und Raumfahrtmesse MAKS. Vom Stolz der Raumfahrernation ist nicht mehr viel übrig geblieben. Warum die russische Raumfahrt dennoch Bestand haben wird.

Kreml-Chef Wladimir Putin lässt sich nicht bei der Luft- und Raumfahrtmesse MAKS in Moskau blicken. Anders als in früheren Zeiten gibt es auf dem Flugfeld Schukowski in diesem Jahr auch nichts zu feiern. Keiner der Aussteller erwartet einen Großauftrag, bestätigte auch der Sprecher der Veranstalter, Boris Rybak. Rund 500 Teilnehmer aus 44 Ländern präsentieren bis zum Sonntag (1.9.) in Schukowski bei Moskau ihre jüngsten Entwicklungen. Die Veranstalter erwarten etwa eine halbe Million Besucher zu der Messe, die alle zwei Jahre stattfindet.

Der Trubel um die Veranstaltung kann über die Realität nicht hinwegtäuschen. Lediglich Abkommen im Wert von zehn Milliarden US-Dollar sind 2013 geplant. Das sind ein Drittel weniger als noch vor zwei Jahren. Die Pariser Luftfahrtmesse Le Bourget verzeichnete zuletzt Aufträge von 150 Milliarden US-Dollar. Außerdem versagten wenige Tage vor Messestart die Triebwerke von gleich fünf Jets, die eigentlich hätten präsentiert werden sollen. „Wenn sich eine solche Panne vor den Augen von Gästen aus aller Welt wiederholt, möchte Putin nicht neben ihnen auf der Ehrentribüne sitzen“, sagt Militärexperte Pawel Felgenhauer dem Radiosender Echo Moskwy der Nachrichtenagentur dpa. Daher eröffnete Regierungschef Dmitri Medwedew die Messe.

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Schlechte Presse für die Raumfahrt

Doch nicht nur in der Luft-, gerade in der Raumfahrt hat Russland in diesem Jahr bereits mehrfach mit Negativschlagzeilen Aufsehen erregt. Erst im Juli gingen beim Absturz einer Proton-M-Rakete gleich drei Satelliten verloren. Zudem hatte die Trägerrakete 600 Tonnen des hochgiftigen Treibstoffs Heptil an Bord. Nur 17 Sekunden nach dem Start in der kasachischen Steppe, fiel die Rakete wieder zu Boden und zerbrach. Die Russen konnten dem Desaster live zuschauen. Der staatliche Fernsehsender Rossija 24 strahlte die Bilder aus. Und auch Amateurfilmer hielten das Unglück fest:

Scheinbar hatte ein Fehler im Antriebssystem der Rakete für den teuren Fauxpas gesorgt. Der Schaden dürfte sich auf umgerechnet etwa 153 Millionen Euro belaufen. Opfer und Verletzte gab es nicht. Allerdings mussten wegen des giftigen Flüssigtreibstoffs etliche Gebäude in der kasachischen Stadt Baikonur evakuiert werden. Außerdem haben die Russen seitdem keine Proton-M-Raketen mehr ins All geschickt.

Der Absturz war bereits die dritte schwere Panne in diesem Jahr. Im Januar konnte ein Militärsatellit vom Typ Rodnik nicht mehr erreicht werden, und Anfang Februar stürzte ein Kommunikationssatellit nach dem Start von einer Plattform im Pazifik ins Meer.

Die Ausfälle und Abstürze sind für die russische Raumfahrt ein echtes Drama. Die Nation will mit dem Satelliten-Navigationssystem Glonass eine russische Antwort auf das amerikanische GPS-System bieten. Dafür sollen bis 2020 umgerechnet 6,8 Milliarden Euro fließen.

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