Stress im Büro: Die Lösung heißt Abstand

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Stress im Büro: Leiser Lärm kann krank machen

Die Lösung heißt Abstand

Zugegeben, ein Großraumbüro mag Vorteile haben. Doch ein Nachteil ist unbestritten: Mitarbeiter können unter dem akustischen Einfluss der Kollegen niemals echte Höchstleistungen bringen. Nicht ohne Grund galten in Büros einst Grenzen von 55 Dezibel. Dieser Grenzwert wurde aus der Verordnung jedoch gestrichen. Auch der rechtliche Anspruch auf die Größe eines Arbeitsplatzes ist in den vergangenen Jahren von zwölf auf acht Quadratmeter geschrumpft.

Dabei könnte gerade mehr Platz zwischen den Arbeitsplätzen helfen. „Eine Verdopplung des Abstandes bedeutet eine Halbierung des Schalls“, sagt Wolfgang Panter, Präsident des Verbandes Deutscher Betriebs- und Werksärzte. Die Entfernung reduziert nicht nur die Lautstärke. Auch hohe und grelle Töne klingen auf Abstand dumpfer.

Das Phänomen kennt jeder: Der Donner eines Gewitters schallt aus der Ferne dumpf und grollend. Direkt über dem eigenen Kopf erscheint er jedoch grell und bedrohlich. Stresshormone werden ausgeschüttet, die meisten ziehen instinktiv den Kopf ein.

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Mann hält sich die Ohren zu Quelle: Fotolia

Viele Arbeitgeber haben bislang allerdings kaum ein Bewusstsein für die Bedeutung der Akustik im Job. Im Schnitt geben sie heute nur maximal zehn Prozent ihres Budgets für Gebäudekosten aus, sagt Georg Brockt von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin aus Dortmund. Dem stünden 80 Prozent Lohnkosten gegenüber. Dabei würde nicht bedacht, dass gerade enge Räume die Leistung mindern und den Krankheitsstand erhöhen. Und das kostet wiederum Geld.

Häufig erkennen Arbeitgeber das zu spät. Oder sie versuchen – im Idealfall – nachträglich aufzurüsten.

Eine andere Strategie verfolgen viele Unternehmen im angloamerikanischen Raum. Hier wird Lärm mit Lärm bekämpft. „Gerade im Bürobereich kann ein monotones Rauschen helfen, andere störende Hintergrundgeräusche zu übertünchen“, sagt Jürgen Hellbrück. „Daher werden zum Teil ganz bewusst künstliche Geräusche in Büros eingesetzt.“ Und die legen sich wie ein sanfter Schleier über die anderen Geräusche. Allerdings sind derartige Ansätze hierzulande umstritten.

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In Deutschland wird eher mit so genannten Absorbern gearbeitet. Dabei handelt es sich um Decken, Bodenbeläge oder Stellwände aus porösem Material, die Geräusche von außen aufsaugen. Studien der RWTH Aachen haben gezeigt, dass durch entsprechend präparierte Stellwände Frequenzen zwischen 1000 und 4000 Hertz nicht mehr durchdringen. Dadurch werden Konsonanten gar nicht mehr oder nur noch schlecht gehört. Die Vokale verschmelzen zu einem unverständlichen Sprachbrei, der nicht mehr ablenkt.

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Wer nicht in den Luxus eines Umbaus kommt, muss sich also selbst gegen den Großraum-Lärm schützen. Viele Angestellte greifen deshalb gerne zu Musik. Von einer Stakkato-Spielweise aus barocken Bläserkonzerten rät Lärm-Experte Jürgen Hellbrück allerdings ab. Hilfreich seien vielmehr ruhige, klassische Legato-Stücke. Darin gleiten die Übergänge sanft dahin - und schaden weder dem Merkvermögen noch der Konzentration.

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