Abfallenergie liefern Gebäude im Überfluss: Bis zu 1000 Watt Wärmeenergie flutet ein Heizkörper ins Wohnzimmer – genug für hundert Energiesparlampen. Thermogeneratoren, etwa vom Freiburger Startup Micropelt, fangen davon allerdings nur ein paar Milliwatt auf. „Aber schon mit geringen Mengen Energie“, sagt Burkhard Habbe, Chef der Micropelt-Geschäftsfeldentwicklung, „lassen sich die erstaunlichsten Dinge verwirklichen.“ Zum Beispiel energieautarke Heizungsventile, die sich per Smartphone steuern lassen – kommendes Jahr soll es sie zu kaufen geben. Kurz vor der Marktreife stehen auch batterielose Temperaturfühler von Micropelt und dem Ratinger Elektronikunternehmen Schneider Electric für die Industrie. Sie sollen an den Stromschienen von Werkzeugmaschinen Überhitzung registrieren, bevor das Metall durchschmilzt.

Eine sehr aktuelle - und für eine Wirtschafts-Zeitung sehr ungewöhnliche - Zusammenstellung! Für alle an "Energy Harvesting" interessierten Leser habe ich die grundsätzlichen physikalischen Möglichkeiten mit den entsprechenden Generatoren in einer Tabelle zusammengestellt. Links zu den entsprechenden Fachaufsätzen sind auch dabei: www.harvesting-energy.de. Meine Studenten haben die Freude, derartige innovative Lösungen in kleinen Projekten zu untersuchen. Die Ergebnisse stehen auch im Netz.
Eines ist zu beachten: Strom kann man gewinnen, Energie kann man nur umwandeln! Verformt z.B. ein Reifen einen Piezogenerator, dann hat vorher ein energieverbrauchender Motor diesen Reifen in Drehung versetzt! Bei Energie aus Abfall-Wärme oder Licht sieht die Energiebilanz freundlicher aus. Auch Funkwellen eines WLANs kann verwenden, um geringe Energiemengen bereitzustellen, dies ist eine in Deutschland noch sehr stiefmütterlich behandelte Technologie.
Prof. Jürgen Schwager, Hochschule Reutlingen