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Tief unter dem MeerIn der Ozeankruste verbirgt sich Leben

Die Ozeankruste ist das größte feste Ökosystem unserer Erde. Nun haben Forscher nachgewiesen, dass in dem uralten Gestein Leben steckt. 16.03.2013 - 05:15 Uhr

Eisfische, Krebstiere, Korallen und Schwämme - den Meeresboden bevölkern viele Lebewesen. Nun wurde auch tief in der Kruste des Meeresbodens Leben entdeckt.

Foto: dpa

Tief in der Erdkruste unter dem Meer gibt es Leben: Forscher haben verschiedene Bakterienarten in einer 3,5 Millionen Jahre alten Gesteinsschicht gefunden, hunderte Meter unter dem Meeresboden. Die Bakterien gewinnen ihre Energie aus chemischen Prozessen, wie die Wissenschaftler im Fachblatt „Science“ berichten. Sie sind damit weder direkt noch indirekt vom Sonnenlicht abhängig. Ähnliche Prozesse könnten auch auf anderen Planeten Leben ermöglichen, vermuten die Forscher.
Die Ozeankruste bedeckt etwa 60 Prozent der Erdoberfläche und gilt damit als größtes Ökosystem der Erde. Es gab bereits Hinweise darauf, dass dort möglicherweise Leben existiert. Direkt nachgewiesen wurde es aber bislang nicht. Die Forscher um Mark Lever von der Aarhus Universität (Aarhus/Dänemark) wollten das ändern. Sie bohrten sich 2004 vor der Westküste Nordamerikas durch die Sedimentschicht am Meeresboden - und in die Ozeankruste hinein. Dort entnahmen sie Proben des Basaltgesteins.

Fast 270.000 Tonnen Plastikmüll treiben einer neuen Studie zufolge auf den Ozeanen der Erde. Das sei so viel Abfall, wie nicht einmal in 38 500 Müllwagen passen würde, schätzt eine am Mittwoch in dem Fachjournal „Plos One“ veröffentlichte Studie. Es handele sich dabei um mehr als fünf Billionen Einzelteile, heißt es in der Untersuchung. Um zu den Zahlen zu kommen, hatten Forscher zu See mit einem Maschennetz kleine Abfallteilchen gesammelt. Beobachter auf Booten zählten größere Gegenstände auf dem Wasser. Mit Computermodellen wurde für nicht untersuchte Gebiete hochgerechnet, wie viel Müll auch dort schwimmt. Die Studie bezieht sich lediglich auf Plastikabfall an der Wasseroberfläche. Wieviel Material auf dem Meeresboden liegt, erforschten die Wissenschaftler nicht.

Foto: NOAA/PIFSC

Foto: Presse

Im Meer vor Griechenland treiben Plastiksäcke. Das Bild stammt aus dem Jahr 2008.

Foto: Gavin Parson/Marine Photobank

Foto: Presse

Plastikmüll als Habitat für Meeresbewohner im Pazifik.

Foto: Lindsey Hoshaw

Foto: Presse

Angeschwemmter Plastikmüll vor der Küste von Tromsø in Norwegen.

Foto: Bo Eide

Foto: Presse

Angeschwemmter Plastikmüll vor der Küste von Kanapou in den USA.

Foto: NOAA/Marine Debris Program

Foto: Presse

Vor der Küste von Hawaii sind etliche Netze angeschwemmt worden.

Foto: Chris Pincetich/Marine Photobank

Foto: Presse

Kein seltener Bild: Eine Robbe hat sich in einem Treibnetz verfangen, USA, 2009.

Foto: Kanna Jones/Marine Photobank

Foto: Presse

Abfallverschmutzung im Mündungsgebiet bei Santos, São Paulo, Brasilien.

Foto: William Rodriguez Schepis, Instituto EcoFaxina/Marine Photobank

Foto: Presse

Plastikmüll am Strand mitten im Nordpazifik (Papahanaumokuakea Marine National Monument).

Foto: Paulo Maurin/NOAA

Foto: Presse

Plastikmüll am Strand, Thailand, 2011.

Foto: Kanyarat Kosavisutte/Green Fins Association/Marine Photobank

Foto: Presse

Schwemmgut aus Hawaii, zusammengestellt vom Museum für Gestaltung Zürich.

Foto: ZHdK

Foto: Presse

Nach der Neueinrichtung der Dauerausstellung Design richtet das MKG nun den Fokus auf die Folgen der Design- und Wegwerfgesellschaft, des Massenkonsums und der vermeintlich endlosen Verfügbarkeit der Dinge. Das MKG zeigt als erste Station die internationale Wanderausstellung „Endstation Meer? Das Plastikmüll Projekt“ des Museums für Gestaltung Zürich, die im Anschluss in weiteren Stationen zu sehen ist. Das Projekt und die Tournee werden finanziert von der Drosos Stiftung.

Foto: Michaela Hille

Foto: Presse


Darin suchten sie zunächst nach bestimmten genetischen Elementen, die für spezielle Bakterien charakteristisch sind. Auf diese Weise fanden sie Hinweise auf die Existenz von Sulfat-reduzierenden und Methan-bildenden Bakterien. Unter anderem mit Hilfe bestimmter Atomsorten (Isotope) wiesen sie anschließend Stoffwechselprodukte der Bakterien im Basaltgestein nach. Schließlich kultivierten sie die Bakterien im Labor. Sie stellten fest, dass sich - nach einigen Jahren - geringe Mengen Methan in der Kultur gebildet hatte. Dieses Ergebnis belegte, dass die Bakterien aktiv sind.

Als Energiequelle nutzen die Bakterien Wasserstoff. „Die Ozeankruste ist vom Meerwasser durchflossen“, erläutert Forscher Kai-Uwe Hinrichs. „Dieses Gesteinswasser reagiert vermutlich mit eisenhaltigen Mineralen, wie zum Beispiel Olivin, wobei Wasserstoff frei wird.“ Die Mikroorganismen nutzten den Wasserstoff anschließend, um Kohlendioxid in organische Stoffwechselprodukte und Biomasse umzuwandeln. Hinrichs ist Leiter der Arbeitsgruppe Organische Geochemie am Zentrum für marine Umweltwissenschaften Marum in Bremen und war mit einigen Kollegen an der Studie beteiligt.
„Das Leben in der Ozeankruste tief unter dem Meeresgrund wird aus Energiequellen gespeist, die vollkommen anders sind als die, die das Leben in den Schlammschichten auf dem Meeresboden und in der Wassersäule speisen“, ergänzt Mark Lever. „Es ist möglich, dass Leben, das auf Chemosynthese beruht, auf anderen Planeten gefunden wird, wo die chemische Umgebung das erlaubt.“

dpa
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