Tödliche Tropenkrankheit: Alle zwei Minuten stirbt ein Kind an Malaria

Tödliche Tropenkrankheit: Alle zwei Minuten stirbt ein Kind an Malaria

, aktualisiert 13. Dezember 2016, 12:49 Uhr
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Moskitonetze gelten nach wie vor als wirksamste Waffe gegen die Tropenkrankheit Malaria, der vor allem Kinder zum Opfer fallen.

Quelle:Handelsblatt Online

Kleiner Stich mit bösen Folgen: Malaria ist in vielen Regionen der Welt eine der Haupttodesursachen. Geldmangel und Resistenzen erschweren den Kampf gegen die Tropenkrankheit, wie ein aktueller Bericht belegt.

LondonMehr als 70 Prozent aller Malaria-Toten im vergangenen Jahr waren Kinder. Das geht aus dem am Dienstag veröffentlichten Malaria-Report der Weltgesundheitsorganisation WHO hervor. Fast 430.000 Menschen sind demnach im vergangenen Jahr an der Tropenkrankheit gestorben. Die meisten Opfer waren jünger als fünf Jahre, rein rechnerisch kam etwa alle zwei Minuten ein Kind durch Malaria ums Leben.

Die weitaus meisten Todesfälle (92 Prozent) gab es in Afrika. Grund für die anhaltende Verbreitung der Krankheit ist der WHO zufolge vor allem, dass 40 Prozent der Menschen in den betroffenen Regionen nicht unter Mückennetzen schlafen. Außerdem benutzten die wenigsten Insektenbekämpfungsspray. Die Erreger von Malaria werden durch Stechmücken auf den Menschen übertragen.

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Die WHO berichtet in ihrem in London veröffentlichten Report aber auch über große Erfolge. Die Zahl der Neuerkrankungen sei zwischen 2010 und 2015 weltweit um 21 Prozent und die Sterblichkeitsrate um etwa 29 Prozent zurückgegangen. Mit Kirgistan und Sri Lanka gelten zudem zwei weitere Staaten seit einigen Monaten offiziell als malariafrei.

„Vor allem die Lage der Frauen und Kinder in Afrika hat sich deutlich gebessert“, berichtete der Direktor des WHO-Malaria-Programms, Pedro Alonso. So seien schnelle Diagnosen bei Kindern und die vorbeugende Behandlung von Schwangeren mit dem Mittel Sulfadoxin-Pyrimethamin erheblich ausgeweitet worden. Dadurch konnte das Leben vieler Schwangerer und Babys gerettet werden.

In Deutschland gibt es nur eingeschleppte Fälle von Malaria. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts in Berlin wurden im vergangenen Jahr 1068 Erkrankungen registriert – so viele wie nie zuvor. Experten vermuten, dass infizierte Flüchtlinge aus Afrika zu dem Höchststand beigetragen haben könnten.


Resistenzen erschweren den Kampf gegen die Krankheit

Bei der Vorstellung des Berichts warnten WHO-Experten aber auch vor möglichen Rückschlägen bei der Bekämpfung der Krankheit. Sie forderte zahlreiche Länder zu mehr finanziellen Hilfen auf, um die Krankheit zu besiegen. „Wir wollen zum Beispiel in zehn weiteren Ländern die Malaria bis zum Jahr 2020 eliminieren“, sagte Richard Cibulskis von der WHO.

Auch Resistenzen etwa gegen den Wirkstoff Artemisinin machen den Kampf gegen die Krankheit schwierig. Solche Resistenzen wurden laut WHO in fünf südostasiatischen Ländern am Mekong nachgewiesen worden.

Unabhängige Wissenschaftler forderten aber auch von der WHO ein Umdenken bei der Bekämpfung von Malaria. Die UN-Experten schauten sich innovative Ideen und neue Impfungen an, verfehlten aber die Grundlagen, kritisierte Sophie Harman, eine Expertin für das öffentliche Gesundheitswesen der Queen Mary Universität in London.

Das Geld solle vielmehr in Mückennetze für Betten und Gesundheitsdienste investiert werden. „Selbst wenn man ein neues Impfmittel hat, wer wird es an die Patienten bringen, wenn es keine Infrastruktur gibt?“, so Harman.

Die UN-Gesundheitsorganisation hat sich zum Ziel gesetzt, die Zahl der Malaria-Toten bis 2030 um mindestens 90 Prozent zu reduzieren. Das vorherige Ziel, die Zahl der Malaria-Fälle bis zum Ende des vergangenen Jahres auf fast null zu reduzieren, war fehlgeschlagen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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