Tropenkrankheit: Neue Impfstoffe gegen Malaria vor Zulassung

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Tropenkrankheit: Neue Impfstoffe gegen Malaria vor Zulassung

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Eine Mücke saugt Blut aus dem Arm eines Mannes.

Malaria ist und bleibt eine Gefahr für den Menschen. Neue Medikamente sollen nun helfen.

Der erste Malaria-Impfstoff steht kurz vor der Zulassung. Das britische Unternehmen GlaxoSmithKline (GSK) entwickelt seit Jahrzehnten den Impfstoff RTS,S, der Menschen gegen Malaria schützen soll. Bei einer Genehmigung durch die Arzneimittelbehörde EMA im kommenden Jahr könnte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schon eine Empfehlung für das Mittel abgeben. 2015 könnte es dann auf den Markt kommen.

Malaria ist eine Tropenkrankheit, die durch die weibliche Stechmücke der Gattung Anopheles übertragen wird. Im Speichel der Mücke reift der Parasit „Plasmed falciparum“ heran, der für die Symptome wie hohes Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen verantwortlich ist. Jährlich infizieren sich nach Schätzungen der WHO 300 bis 500 Millionen Menschen mit Malaria, zwei bis drei Millionen sterben an den Folgen der Krankheit.

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Jetzt soll der Impfstoff RTS,S dafür sorgen, dass die Malaria-Infektionen wieder abnehmen. Nach Angaben von Glaxo führt die Impfung zu einer Immunreaktion im menschlichen Körper. Die Reaktion hindert den Parasiten daran, in der Leber des Menschen heranzureifen. Dadurch kann die Infektion gar nicht erst in den Blutstrom eindringen.

Der neue Malaria-Impfstoff der Firma Sanaria zeigt ebenfalls gute Ergebnisse. Das Präparat „PfSPZ“ wurde an 44 Probanden getestet. Das Ergebnis: Elf von zwölf Personen steckten sich ohne eine Impfung an. Bei einer niedrigen Impfdosis steckten sich noch 16 von 17 Personen mit dem Erreger an. Drei von 15 Testpersonen, die höhere Impfstoff-Dosen erhalten hatten, erkrankten noch an Malaria.

Auch die Entwicklung neuer Insektizide macht Fortschritte. Im kommenden Jahr werden nach Angaben der Forschergruppe „Innovative Vector Control Consortium“ drei neue Testreihen beginnen. Hintergrund ist, dass viele Mücken bereits eine Resistenz gegen die bekannten Mittel gebildet haben. Das neue Produkt soll auch diese immunen Mücken abwehren können.

Menschen in Malariaregionen sind der Krankheit oft schutzlos ausgeliefert, da die imprägnierten Moskitonetze und Wandsprays den resistenten Mücken nicht standhalten. Die Insektizide könnten bei entsprechender finanzieller Unterstützung im Jahr 2020 auf den Markt kommen.

Hinweis für Reisende

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Rucksacktouristen, Weltreisende und beruflich Reisende, die in den Malariagebieten unterwegs sind, sollten die Bedrohung durch den Moskito ernst nehmen, empfehlen Mediziner. Hohes Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen werden oft Wochen nach dem Aufenthalt in der Ferne nicht mehr mit einer Malariainfektion in Verbindung gebracht. Falls nach einer Tropenreise Fieber auftritt, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.  Allein ein Bluttest reicht um zu erkennen, ob sich der Patient infiziert hat. 

Der Reisende darf auch die Resistenz der Stechmücken in Malariaregionen nicht vergessen.  Der prophylaktische Schutz gegen Malaria kann die Infektion mit der Krankheit nicht vollkommen ausschließen. In Deutschland wurden nach Angaben des Robert Koch Instituts in den letzten Jahren um die 500 Malaria-Erkrankungen erfasst. 

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