Trotz guter Vorsätze: Zum neuen Jahr futtern wir besonders viel

Trotz guter Vorsätze: Zum neuen Jahr futtern wir besonders viel

Zu den guten Vorsätzen fürs neue Jahr gehört oft auch, sich gesünder zu ernähren und abzuspecken. Doch allem guten Willen zum Trotz landen gerade dann besonders viele Kalorien im Einkaufswagen, zeigt eine US-Studie.

Man kennt das: Im neuen Jahr sollen die Pfunde purzeln, weniger Junk Food und mehr gesundes Obst und Gemüse in den Kühlschrank. Und doch schaffen wir es meist nicht. Im Gegenteil. Eine amerikanische Studie, die nun in der Online-Wissenschaftszeitschrift PLOS One veröffentlicht wurde, zeigt, dass wir gerade zum neuen Jahr besonders große Mengen an Lebensmitteln und Kalorien einkaufen.

Für die Studie wurden 207 Haushalte in New York ausgewählt und ihre Einkäufe über einen Zeitraum von sieben Monaten überwacht. Zwischen Juli 2010 und März 2011 kauften sie ihre Lebensmittel in einem bestimmten Supermarkt und mit einer eigens zugeteilten Kreditkarte, deren Daten an die Forscher übermittelt wurden. Um den Kaloriengehalt der Einkäufe einordnen und zwischen gesunden und weniger gesunden Nahrungsmitteln unterscheiden zu können, wurde ein Sterne-System angewandt. Null Sterne stehen für ein ungesundes, das Maximum von drei Sternen für ein gesundes Produkt. Die Einteilung erfolgte nach der Nährstoffdichte, also danach, wie viel Nährstoffe wie Vitamine und Mineralien auf wie viel Kalorien in einem Lebensmittel kommen. Zur Verdeutlichung: Eine Limo hat nach diesem System null Sterne, Milch hingegen drei.

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Der siebenmonatige Erhebungszeitraum wurde in drei Teile gespalten: Die normale Zeit von Juli bis Thanksgiving als Basis für die Berechnungen, Thanksgiving bis Neujahr als Feiertagssaison und Neujahr bis März als Nach-Feiertagssaison.

Die Untersuchung zeigt, dass schon während der Feiertage die Ausgaben für Lebensmittel deutlich ansteigen: Verglichen mit dem restlichen Jahr gaben die Haushalte rund 15 Prozent mehr aus. Der Großteil dieser Extraausgaben, nämlich 75 Prozent, fielen dabei für ungesündere Lebensmittel an. Die Forscher sehen hierin einen der Gründe, warum die Feiertage im Schnitt zu einer Gewichtszunahme zwischen 0,37 und 0,93 Kilogramm führen.

Das sind die Top-Neujahrsvorsätze für 2015

  • 40,4 Prozent

    Nächstes Jahr geht es den Deutschen weniger um Karriere und berufliche Veränderung, der Fokus liegt eher auf der inneren Zufriedenheit und der persönlichen Weiterentwicklung. Das ergab die aktuelle ElitePartner-Studie, in der über 8.000 Internetnutzer zu ihren Vorsätzen für 2015 gefragt wurden.

    Auf Platz eins der Liste mit den guten Vorsätzen steht: Mehr Zeit. 40,4 Prozent nehmen sich für 2015 vor, mehr Zeit und Freiräume für sich zu haben. Dies gilt für Männer und Frauen gleichermaßen.

  • 37,8 Prozent

    Auf Platz zwei landet der Klassiker: Abnehmen und Figur verändern. Dies ist vor allem Frauensache: 43 Prozent der Frauen, aber nur 33 Prozent der Männer streben eine Diät an.

  • 32,8 Prozent

    Auf Platz drei der guten Vorsätze steht neue Länder entdecken und viel reisen.

  • 30 Prozent

    32 Prozent der Männer und 28 Prozent der Frauen wollen mehr für die Partnerschaft tun. Insgesamt will also ein Drittel der Deutschen im kommenden Jahr seine Partnerschaft pflegen bzw. verbessern.

  • 25,2 Prozent

    Mehr zu sich selber finden beziehungsweise über die Ziele im Leben nachzudenken, hat sich rund ein Viertel vorgenommen.

  • 18,4 Prozent

    18,4 Prozent wollen ein neues Hobby ausprobieren.

  • 15,4 Prozent

    Den Job beziehungsweise den Arbeitsplatz wechseln wollen 15,4 Prozent.

  • 15 Prozent

    15 Prozent der Befragten haben sich vorgenommen, im Jahr 2015 eine Beziehung einzugehen. Bei Männern ist dieser Vorsatz noch stärker ausgeprägt, als bei Frauen.

  • 14 Prozent

    "Der Jahreswechsel ist die Zeit zurückzublicken, was gut lief, was einem fehlte, was im nächsten Jahr anderes sein soll. Vielen wird jetzt bewusst, dass die Jagd nach Karriere und Materiellem allein nicht glücklich macht", sagt Lisa Fischbach, Diplom-Psychologin von ElitePartner. Entsprechend wollen auch nur 14 Prozent im kommenden Jahr ihren Fokus auf die Karriere legen.

  • 13,4 Prozent

    Eine Auszeit von TV, Internet und Smartphone haben sich 13,4 Prozent auf die Fahnen geschrieben.

Doch auch soziale Faktoren spielen eine Rolle. Die Tage sind eben eine Ausnahmesituation: man isst länger und tendenziell in Gemeinschaft, hat leichten Zugang zu Essen, bekommt vielleicht hier und da noch Reste aufgeschwatzt, die unbedingt gegessen werden müssen. Hinzu kommt die verbreitet akzeptierte Annahme, dass erhöhte Stresslevel es uns rund um die Feiertage weiter erschweren, eine gesunde Ernähungsweise durchzuziehen und den allgegenwärtigen Versuchungen zu widerstehen. Zum neuen Jahr mit all seinen guten Vorsätzen stiegen die Ausgaben für gesündere Lebensmitteln um 29 Prozent an. So weit, so erwartbar.

Zugleich zeigte sich aber: das Level von weniger gesunden Lebensmitteln im Einkaufswagen stagniert auch in der Nach-Feiertagssaison auf diesem hohen Niveau. Dies führt dazu, dass in der Nach-Feiertagssaison sogar deutlich mehr Kalorien gefuttert werden, als es im Rest des Jahres der Fall ist - und als es die Diät-Pläne erlauben. Im Vergleich zu den Feiertagen laden wir zum neuen Jahr nochmal gut 9 Prozent mehr Kalorien in unseren Kühlschrank - im Vergleich zu den normalen Tagen sind es sogar gut 20 Prozent mehr.

Offenkundig würden die ungesunden Lebensmittel also nicht gestrichen und durch gesündere Produkte ersetzt - Lebensmittel mit höherem Nährwert kommen einfach noch obendrauf in den Einkaufswagen. So stapeln sich dann auch die Kalorien auf der Hüfte. Die Studienautoren vermuten, dass es den Haushalten schwerfällt, von den Feiertagsgewohnheiten wieder Abstand zu nehmen und zum Vor-Feiertagsniveau zurück zu finden. Sie raten dazu, Einkaufslisten zu schreiben und sich auch daran zu halten. Ein weiterer Trick sei, den Einkaufswagen in zwei Hälften zu teilen: In die eine darf Junk Food, in die andere nur gesunde Lebensmittel. So könne der Anteil ungesunder Dickmacher reduziert werden.

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Die Studienautoren schränken ihre Ergebnisse in mehreren Punkten ein. Zum einen stimmen die gekauften Kalorien nicht vollständig mit dem überein, was schlussendlich gegessen wird. Schließlich landen in den westlichen Ländern viele Lebensmittel im Müll. Zum anderen wurden auch keine Daten darüber erhoben, ob es in den Versuchshaushalten tatsächlich zu einer Gewichtszunahme kam. Wie bereits erwähnt zeigten vorangegangene Studien aber bereits, dass die meisten Menschen Speck zulegen.

Durch die siebenmonatige Dauer der Untersuchung konnte nicht festgestellt werden, ob und wann das Einkaufsverhalten wieder auf Normalniveau zurückfällt. Da seit Jahren die Zahl der Übergewichtigen und Fettleibigen nicht nur in den USA zunimmt, könne es auch sein, dass die Vor-Feiertagsgewohnheiten nie mehr vollständig erreicht würden. Das beobachtete Phänomen könnte sich von Jahr zu Jahr weiter aufschaukeln und so die wachsende Zahl übergewichtiger Menschen erklären. Die Wissenschaftler regen daher an, weitere Beobachtungen zu starten, die das komplette Jahr abdecken.

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