Unbemannte Luftfahrt: Drohnen-Piloten verzweifelt gesucht

Unbemannte Luftfahrt: Drohnen-Piloten verzweifelt gesucht

, aktualisiert 16. Januar 2017, 13:49 Uhr
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Drohnentraining auf dem Gelände von SkySkopes. Das US-Unternehmen bietet Online-Unterricht für Schüler ab der achten Klasse an und zudem einen Kurs, in dem eine Lizenz erworben werden kann.

Quelle:Handelsblatt Online

Die Drohnenbranche in den USA boomt. Was fehlt, sind Menschen, die die Fluggeräte professionell steuern können und dürfen. Manche Unternehmen sehen darin eine Chance für junge Leute auf dem Arbeitsmarkt.

Grand ForksDie Branche für unbemannte Luftfahrt in den USA sucht dringend Nachwuchspiloten für Drohnen. Sie umwirbt daher junge Leute, die ihre Vorliebe für Drohnen entdeckt haben – und versucht sie dafür zu gewinnen, ihr Interesse zum Beruf zu machen.

Gewerbliche Drohnenpiloten benötigen eine Lizenz der amerikanischen Luftfahrtbehörde FAA. Einige Unternehmen, die solche Piloten beschäftigen, bieten inzwischen Kurse zur Vorbereitung auf den FAA-Test an. Mit Hilfe der Kurse können Interessenten auch feststellen, ob der Beruf überhaupt für sie in Frage kommt.

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„Ich glaube, eine Menge Leute meines Alters sind an Drohnen interessiert, weil es eine coole Technologie ist, die gerade erst anfängt, für jeden zugänglich zu sein“, sagt die 17-jährige Oberschülerin Ava Niemeier aus North Dakota. Sie plant, sich bei einem Drohnenunternehmen in ihrem Staat ausbilden zu lassen. „Es gibt eine Menge Jugendliche an meiner Schule mit kleineren Drohnen, die sie zum Spaß fliegen lassen.“

Firmen nutzen Drohnen unter anderem für Foto- und Videoaufnahmen, für Sicherheitszwecke und Inspektionen oder zu Vermessungsaufgaben. Doch die Zahl der gewerblichen Drohneneinsätze übersteigt das benötigte Reservoir an lizensierten Piloten. Experten zufolge ist mehr Ausbildung nötig, damit junge Drohnenlenker die kleinen Fluggeräte legal und sicher steuern können.

James Barnes gründete die New-Jersey-Drohnenakademie vor drei Jahren auf einem alten Minigolf-Übungsgelände. Vor allem sei es ihm darum gegangen, Jugendlichen, die sich den Besuch einer Hochschule nicht leisten können, eine Chance zu geben, einen Beruf zu lernen und anständig Geld zu verdienen, erklärt er.

„Wir wachsen einfach mit einem ungeheuren Tempo, aber ich sehe kaum jemanden im Land, der sich in diese Richtung bewegt“, sagt Barnes. Er suche zwei erfahrene Drohnentechniker zu einem Stundenlohn von 20 Dollar (18,80 Euro), aber er finde keinen. Das Alter seiner bisherigen Kursteilnehmer reichte von acht bis 104 Jahren.


Früh mit dem Drohnenvirus infiziert

Oberschülerin Niemeier will einen Kurs bei SkySkopes belegen. Die Firma aus Grand Forks stellt Drohnenpiloten an. Sie bietet Online-Unterricht für Schüler ab der achten Klasse an und zudem einen Kurs, in dem die Pilotenlizenz erworben werden kann. Niemeier entschloss sich zur Teilnahme, nachdem ihr Vater, ein Fotograf ohne Flugerfahrung, von SkySkopes angeworben wurde, um den 20-wöchigen Flugtrainingskurs für die Pilotenlizenz zu testen.

Matt Dunlevy, Präsident und CEO von SkySkopes, will Schülern, „die früh mit dem Drohnenvirus infiziert wurden“, zeigen, dass Firmen wie die seine Leute einstellen. Er erwartet, dass der Mangel an Drohnenpiloten weiter wächst. Dunlevys Akademie bietet über die Universität von North Dakota, eine der besten Luftfahrthochschulen der USA, auch ein Praxissemester an. Gelehrt werden die Geschichte der Luftfahrt und unbemannter Flugzeuge, Grundlagen und Wissenschaft der Luftfahrt, die Bestimmungen der FAA und Einsatzmöglichkeiten für Drohnen.

„Es gibt da draußen eine Menge Jugendliche, die sich für Drohnen interessieren und verstehen wollen, was das beinhaltet und welche Karrieremöglichkeiten es gibt“, sagt Sprecher Mike Miller vom Zentrum für Fernunterricht in North Dakota, einer gemeinnützigen Online-Schule. Das Zentrum wolle sicherstellen, dass, „egal wo sie sind, egal wie klein ihre Schule ist, sie dieselben Möglichkeiten haben wie jeder andere Jugendliche in einer größeren Schule“.

Bryan Ackley, der ebenfalls an dem Fernlehrgangsprogramm mitarbeitet, vermutet, dass die wissenschaftlichen Grundlagen für manche Schüler sicher neu seien. Er glaubt aber nicht, dass sie sich vom Steuern einer Drohne einschüchtern ließen. „Wenn es mit einem Joystick zu tun hat, können sie das ziemlich schnell begreifen“, sagt Ackley.

Quelle:  Handelsblatt Online
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