Ungeschützter Sex: Zika-Virus erstmals in Deutschland übertragen

Ungeschützter Sex: Zika-Virus erstmals in Deutschland übertragen

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Der erste Zika-Fall ist in Deutschland aufgetreten.

Für Experten war es eine Frage der Zeit: Das Zika-Virus wurde erstmals auf deutschem Boden übertragen. Passiert ist es beim Sex ohne Kondome. Eine Gefahr sehen Experten hierzulande aber nach wie vor nicht.

Erstmals hat sich nachweislich ein Mensch in Deutschland mit dem Zika-Virus angesteckt. Eine Frau infizierte sich beim ungeschützten Sex bei ihrem Partner, der nach einem Aufenthalt in Puerto Rico erkrankt war. Das teilte das Robert Koch-Institut (RKI) am Freitag in Berlin mit. Es sei angesichts der Jahreszeit und der geografischen Lage auszuschließen, dass Mücken das Virus übertragen hätten, hieß es.

Der Partner der Frau hatte sich den Angaben zufolge bis Anfang April in Puerto Rico aufgehalten und dort mit Zika angesteckt. Zum Wohnort des Paares machte das RKI auch auf Nachfrage keine Angaben. Ähnliche Fälle sind auch in anderen europäischen Ländern beobachtet worden.

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„Wir haben damit gerechnet, dass es früher oder später zu einer Übertragung kommen wird“, sagte Christina Frank von der RKI-Abteilung für Infektionsepidemiologie am Freitag. Die Weitergabe des Virus von einem erkrankten Reiserückkehrer an einen Sex-Partner sei hierzulande wahrscheinlicher als die Übertragung durch Stechmücken - insbesondere in dieser Jahreszeit. Fälle sexueller Übertragung seien auch in Zukunft nicht auszuschließen.

Zika in Brasilien Mit Drohnen gegen das Zika-Virus

Die Weltgesundheitsorganisation hat wegen des Zika-Virus den internationalen Gesundheitsnotfall ausgerufen. Die Bekämpfung ist schwierig. Ein deutscher Drohnen-Hersteller sagt den Mücken nun den Kampf an.

In this Wednesday, Jan. 27, 2016 photo, Aedes aegypti mosquitoes sit in a petri dish at the Fiocruz institute in Recife, Pernambuco state, Brazil. The mosquito is a vector for the proliferation of the Zika virus spreading throughout Latin America. New figures from Brazil's Health Ministry show that the Zika virus outbreak has not caused as many confirmed cases of a rare brain defect as first feared. (AP Photo/Felipe Dana) Quelle: AP

Gleichwohl sei es möglich, sich zu schützen, betonte Frank: Rückkehrern aus von Zika betroffenen Ländern werde geraten, mindestens ein halbes Jahr lang auf ungeschützten Sex mit Schwangeren zu verzichten. Bei Nicht-Schwangeren rate die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mindestens einen Monat lang nach der Rückkehr zu geschütztem Sex.

Das RKI verzeichnete nach Angaben Franks seit vergangenem Herbst 49 Fälle von an Zika erkrankten Reiserückkehrern. Hinzu kommt nun die Frau, die sich beim Sex angesteckt hat und selbst nicht verreist war.

Hier hat die Mücke zuletzt zu gestochen



In diesen Ländern wurden in den vergangenen neun Monaten Zika-Virus-Infektionen gemeldet.


Daten: European Centre for Disease Prevention and Control // Stand: 19.01.2016




Fälle von Schwangeren, die mit einer Zika-Infektion zurückgekommen sind, seien bisher in Deutschland nicht bekannt. Aus Slowenien wurde der Fall einer Schwangeren dokumentiert, die sich in Brasilien ansteckte und sich wegen schwerer Schädelfehlbildungen bei dem Fötus zur Abtreibung entschied.

Die sexuelle Übertragbarkeit des Virus sei „zeitlich sehr begrenzt“, sagte Professorin Regine Heilbronn, Leiterin des Instituts für Virologie der Berliner Charité, dem dpa-Audiodienst. „Ansteckend ist ein Patient nur in der akuten Phase der Zika-Virus-Infektion und auch noch einige Wochen bis möglicherweise Monate danach.“ Selbst bei ungeschütztem Sex müsse es aber nicht zwangsläufig zu einer Infektion kommen.

Zika-Virus Der WHO-Notstand ist nicht dramatisch, aber notwendig

Die WHO stuft die Zika-Seuche als Notfall ein. Nicht weil das Virus so gefährlich ist. Sondern weil die Welt sonst keine Chance dagegen hat.

Zika Quelle: AP

In erster Linie wird das Zika-Virus durch den Stich bestimmter infizierter Mücken übertragen. Es wird für Schädelfehlbildungen von Babys verantwortlich gemacht, deren Mütter sich während der Schwangerschaft mit Zika infiziert haben. Die sogenannte Mikrozephalie führt meist zu geistiger Behinderung.

Bei Erkrankten äußert sich die Infektion vor allem mit Hautausschlag und Gelenkschmerzen. Aktuell verbreitet ist das Virus vor allem in Mittel- und Südamerika und der Karibik.

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