US-Studie: Geld ist der größte Stress-Faktor

US-Studie: Geld ist der größte Stress-Faktor

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Geldsorgen machen besonders jungen Familien zu schaffen

Eine US-Studie zeigt: Das Stresslevel in der Bevölkerung ist zurückgegangen. Das gilt aber nicht für alle: Besonders Frauen und junge Familien stehen unter Strom - meist wegen Geldsorgen.

Die wirtschaftliche Situation in den USA hat sich entspannt, und parallel sanken auch die Stresslevel in der Bevölkerung. Die Studie der American Psychological Association (APA) "Stress in America - Paying with our health" zeigt zugleich aber auch: Das gilt nicht für alle Bevölkerungsgruppen. Vor allem Frauen leiden stark unter Stress.

Und trotz des verbesserten ökonomischen Klimas bleiben Geld und Finanzen die Top-Stressoren. Dicht dahinter folgt die Arbeit. Auch Sorgen um die eigene Gesundheit tragen zum Stresslevel bei:

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Die Hauptauslöser von Stress

  • Platz 1

    Geld

    64 Prozent der US-Bürger gaben ihre Finanzen als Hauptauslöser für Stress an.

    Quelle: APA

  • Platz 2

    Arbeit

    Für 60 Prozent der Befragten ist der Broterwerb ein großer Stress-Faktor.

  • Platz 3

    Wirtschaft

    Die allgemeine wirtschaftliche Lage macht 49 Prozent die größten Sorgen.

  • Platz 4

    Familie

    Seine Familie kann man sich nicht aussuchen: familiäre Pflichten und Verantwortung stressen 47 Prozent der Befragten.

  • Platz 5

    Gesundheit

    Sorgen um die eigene Gesundheit stressen 46 Prozent der Befragten.

Das geht auch an der Gesundheit nicht spurlos vorbei: Einen eigentlich nötigen Besuch beim Arzt schoben zwölf Prozent der Befragten innerhalb der vergangenen zwölf Monate auf - wegen Geldsorgen. Nicht zuletzt ist daran das US-Gesundheitssystem Schuld, in dem rund 15 Prozent der Bevölkerung nicht privat krankenversichert sind und auch keine staatlichen Hilfen beanspruchen können.

Geld ist der größte Stressfaktor in den USA

  • Geldsorgen

    72 Prozent der Erwachsenen berichten, dass sie sich zumindest hin und wieder von Geldsorgen gestresst fühlen. 22 Prozent gaben an, dass Geld ein extremer Stressfaktor für sie ist. 26 Prozent gaben an, das ihre Geldsorgen sie fast immer begleiten

  • Hauptauslöser

    Auslöser für solche Stresssituationen sind etwa unerwartete Ausgaben, Rücklagen für die Rente zu schaffen und Ausgaben für lebensnotwendige Güter.

  • Gesunder Lebensstil

    32 Prozent der Befragten gaben an, dass ihre Finanzen es nicht zulassen, einen gesunden Lebensstil zu führen.

  • Arztbesuch

    Zwölf Prozent der Amerikaner haben im vergangenen Jahr einen eigentlich nötigen Arztbesuch aus Geldsorgen nicht gemacht.

    Quelle: APA

Auch, wenn das allgemeine Stresslevel seit Beginn der Erhebungen 2007 gesunken ist - von 6,2 Punkten auf 4,9 auf einer Zehn-Punkte-Skala - ist der Druck insbesondere für Frauen, Menschen mit niedrigem Einkommen, junge Erwachsene und Eltern eher mehr geworden.

32 Prozent der Frauen sagten, ihr Stresslevel sei innerhalb des vergangenen Jahres gestiegen - nur 25 Prozent der Männer empfanden das ebenso. Dieser Geschlechtsunterschied im Stressempfinden zeigt sich seit 2010 in den APA-Erhebungen: Die Stresslevel von Männern sinken schneller als die der Frauen.

Frauen haben häufiger Schlafstörungen

Zudem leiden Frauen deutlich häufiger unter Schlafstörungen (51 Prozent) als Männer (32 Prozent) aufgrund von Stress. Wer Kinder hat oder in einem Haushalt lebt, dessen Jahreseinkommen unterhalb von 50.000 Dollar liegt, leidet besonders unter ständigen Sorgen um das liebe Geld.

Frauen und Eltern besonders gestresst

  • Lücke wird größer

    Die "Stress-Schere" zwischen Arm und Reich geht immer weiter auf. Noch 2007 war das Stresslevel in der amerikanischen Bevölkerung unabhängig vom Einkommen im Schnitt gleich. Inzwischen berichten die Menschen mit niedrigerem Haushaltseinkommen (unter 50.000 Dollar im Jahr) von durchgehend höheren Stressleveln als diejenigen, die in Haushalten mit höherem Einkommen leben.

  • Einfluss auf den Lebensstil

    45 Prozent der Personen in einem Haushalt mit niedrigerem Einkommen geben an, dass ihre finanzielle Situation keinen gesunden Lebensstil zulässt - in Haushalten mit höherem Einkommen sind es lediglich 24 Prozent.

  • Eltern besonders betroffen

    Für 64 Prozent der Befragten ist Geld ein großer Stressfaktor - für Eltern gilt das umso mehr: hier nennen 77 Prozent Geld als größte Stressquelle.

  • Frauen leiden stärker unter Geldmangel

    Frauen sind laut der Umfrage gestresster wegen finanzieller Sorgen als Männer (5 Punkte gegenüber 4,3 Punkten auf der Skala). Sie neigen auch eher dazu, sich ständig Sorgen zu machen: 30 Prozent der Frauen, aber nur 21 Prozent der Männer gaben an, sich die ganze oder meiste Zeit gestresst wegen Geld zu fühlen.

    Quelle: APA

Auch ungesunde Versuche, dem Stress Herr zu werden, fanden sich eher bei Eltern als bei Menschen ohne Kinder. Trinken von Alkohol oder Rauchen zum Stressabbau fanden sich eher bei Eltern (18 Prozent trinken, 17 Prozent rauchen), als bei Nicht-Eltern (zwölf und zehn Prozent).

Den Ärger bekommt der Partner zu spüren

Als Auswirkungen von Stress gaben die meisten Befragten (37 Prozent) an, sich gereizt oder wütend zu fühlen, gefolgt von Nervosität und Angstgefühlen (35 Prozent). 32 Prozent gaben an, sich deswegen traurig oder deprimiert zu fühlen.

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Das belastet auch das Familienleben: 41 Prozent der verheirateten oder in einer Partnerschaft lebenden Studienteilnehmer berichteten, dass ihnen im vergangenen Monat mindestens einmal der Geduldsfaden riss oder sie ihren Partner anschrieen, weil sie sich gestresst fühlten. Hingegen passierte so ein Ausraster lediglich 18 Prozent der Befragten auf der Arbeit. Auch hier ist Geld der Hauptauslöser für Ärger in der Partnerschaft: 31 Prozent der Amerikaner gaben an, dass finanzielle Sorgen der Hauptgrund für Beziehungsprobleme seien.

Beim Stress-Management zeigt sich, dass Freunde und Familie besonders wichtig sind. Von den Befragten, die sagten sie hätten niemanden mit dem sie ihre Sorgen teilen könnten, gaben 43 Prozent einen gestiegenen Stresslevel an. Von denen, die eine Schulter zum ausweinen hatten, waren es nur 26 Prozent. Für die Studie wurden 3068 US-Bürger ab 18 Jahren befragt.

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