Valley Talk: Bedrohter Wohlstand: Die westliche Welt fällt zurück

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kolumneValley Talk: Bedrohter Wohlstand: Die westliche Welt fällt zurück

Kolumne von Matthias Hohensee

Der Westen fällt bei den Forschungsausgaben zurück. Und China weiß diese Schwäche geschickt zu nutzen.

Der Reichtum der westlichen Nationen basiert heute zu großen Teilen auf massiven Investitionen in Forschung und Entwicklung aus der Vergangenheit. Das Silicon Valley ist das beste Beispiel, wie Ideen sich in Produkte umsetzen lassen – die dann zur Grundlage erfolgreicher Unternehmen werden.

Das trifft auf Hewlett-Packard, Intel, Apple ebenso zu wie auf Sun Microsystems, Netscape oder Google. Sie alle schufen neue Branchen oder wälzten alte um – und legten dabei die Grundlage für den Aufstieg von Schwellenländern wie etwa China, das heute fast alle Computerprodukte herstellt.

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Doch die westliche Welt fällt zurück. Laut einer Studie des Battelle Memorial Institute, einer gemeinnützigen amerikanischen Organisation für Auftragsforschung, hat Asien Nordamerika und Europa bei den Forschungsausgaben überholt. 2013 investierten Staat und Unternehmen in Nordamerika 479 Milliarden Dollar. In Asien waren es 555 Milliarden Dollar. Europa hinkte mit 364 Milliarden Dollar hinterher. Den größten Anteil steuerte Deutschland mit 92 Milliarden Dollar bei, das damit weltweit auf dem vierten Rang liegt.

Forschungsausgaben Asien hängt Europa und USA ab

Die Inflation frisst die realen Forschungsausgaben der USA und der EU auf. China hingegen investiert kräftig im internationalen Wettbewerb um Innovationen - und könnte damit bald weltweit an der Forschungsspitze stehen.

Nanotechnologie ist laut R&D forecast die Schlüsseltechnologie schlechthin. Quelle: dpa

Die gute Nachricht lautet zwar: Die Forschungsausgaben in Summe steigen weltweit. Doch während die Investitionen in Forschung und Entwicklung in Asien weiter stark wachsen, steigen sie in Nordamerika nur noch bescheiden und stagnieren in Europa sogar. Vergangenes Jahr lagen die USA mit 450 Milliarden Dollar auf Platz eins. Doch China, die Nummer zwei, rückt mit 258 Milliarden Dollar näher. Und in der Realität ist der Abstand noch viel geringer, als es diese Zahlen glauben machen.

Denn China setzt seinen Staatskapitalismus strategisch ein und profitiert so zusätzlich von den Forschungsausgaben des Westen. Etwa wenn es hoch innovative (teils von Steuergeldern gepäppelte) Technologieführer, deren westlichen Geldgebern Kapital oder Mut zum Weitermachen fehlen, von chinesischen Konzernen aufkaufen lässt. So kam der chinesische Energiekonzern Hanergy Holding billig an den kalifornischen Solarzellenpionier Miasolé. Der Autozulieferer Wanxiang sicherte sich nicht nur aus der Konkursmasse des US-Batteriespezialisten A123 Systems wertvolles Know-how, sondern erwarb auch dessen ebenfalls insolventen Ex-Kunden Fisker, einen Hersteller von E-Autos.

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