Verband Forschender Arzneimittelhersteller: "Dieses Ziel ist extrem ambitioniert"

Verband Forschender Arzneimittelhersteller: "Dieses Ziel ist extrem ambitioniert"

Das sagt der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen zur Chan Zuckerberg Initiative.

Mark Zuckerberg und seine Frau Priscilla Chan haben am 21. September verkündet, Milliarden aus ihrem Vermögen langfristig in nicht-kommerzielle biomedizinische Forschung zu investieren. Als Ziel der Initiative haben sie formuliert, bis Ende des Jahrhunderts alle Krankheiten gut behandelbar zu machen.

Dieses Ziel ist extrem ambitioniert gesteckt, sind doch derzeit noch zwei Drittel der geschätzt 30.000 bekannten Krankheiten nicht zufriedenstellend behandelbar, darunter um die 6000 bis 8000 seltene Krankheiten. Um das Ziel zu erreichen, bräuchte man auch pro Krankheit mehr als eine Therapie, weil nicht jede Patientin und jeder Patient auf die gleiche Behandlung gut anspricht und sie gut verträgt.

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Die Finanzmittel der Initiative – im ersten Jahrzehnt drei Milliarden US-Dollar – sind als Spende aus Privatvermögen enorm und können beitragen, die schon heute weltweit sehr umfassend betriebene biomedizinische Forschung weiter voranzubringen. Die forschenden Pharma-Unternehmen wenden beispielsweise in Deutschland pro Jahr mehr als fünf Milliarden Euro für die Erforschung und Entwicklung von neuen Medikamenten auf; weltweit sind es mehr als 130 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Allein die abschließende Erprobung eines an sich fertig entwickelten Medikaments vor der Zulassung (die sogenannte Phase III) kostet fast immer mehr als 100 Millionen US-Dollar.

Die Initiative ist positiv zu bewerten, weil sie so konzipiert ist, dass sie wirklich einen wichtigen eigenständigen Beitrag zur Annäherung an das gesteckte Ziel leisten kann. Denn anders als viele andere biomedizinische Vorhaben fokussiert sie zunächst nicht auf bestimmte Krankheiten, sondern darauf, in jahrelanger Aufbauarbeit vielseitig einsetzbare „Tools“ zu schaffen; also Techniken und Datenbanken, die Wissenschaftlern anschließend die konkrete Therapieforschung erleichtern. Zu diesen Tools soll unter anderem ein „Zellatlas“ gehören, der alle Zelltypen des Menschen mit ihren Eigenschaften und Lokalisationen im Körper genau beschreibt. – So ein Vorgehen hat schon einmal der biomedizinischen Forschung nachhaltig Schub gegeben, nämlich im Fall des Humangenom-Projekts.

Ausdrücklich wird von den Initiatoren akzeptiert, dass bei diesem Vorgehen in den ersten Jahren keine einzige Krankheit direkt geheilt oder gelindert wird. Überhaupt betonen sie die Notwendigkeit langfristiger Finanzzusagen zu bestimmten Projekten, womit sie komplementär zur sonst oft eng getakteten Finanzierung biomedizinischer Projekte agieren.

Erweisen sich die Tools aus der Initiative tatsächlich als hilfreich für die biomedizinische Forschung weltweit, können Chan und Zuckerberg wirklich für weit mehr Therapiefortschritt sorgen, als mit den genannten Milliarden an direkter Medikamentenentwicklung finanzierbar wäre.

Hier geht's zurück zum Übersichtsartikel "Chan Zuckerberg Initiative: Neue Heiler aus dem Silicon Valley"

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